Krrrch, Krrrch, Krrrch: Wer im Winter draußen parkt, kommt zuweilen ums Eiskratzen nicht herum - entsprechender Kratzer sollte daher griffbereit sein. Krrrch, Krrrch, Krrrch: Wer im Winter draußen parkt, kommt zuweilen ums Eiskratzen nicht herum - entsprechender Kratzer sollte daher griffbereit sein. - © Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn | Ina Fassbender -
DAUN, 27.09.2022 - 12:27 Uhr
Auto & Technik

Eiskalte Tipps: So kommt das Auto gut durch den Winter

(dpa/tmn) - Die kalte Jahreszeit ist immer für Überraschungen gut. Wer jetzt früh morgens mit seinem Auto zur Arbeit fährt, muss durchaus damit rechnen, plötzlich in einer Nebelwand zu stehen. Ist die Luft nach Schauern feucht und beruhigt sich dann rasch, kann sich eine dichte Nebellage mit Sichtweiten unter einem Kilometer bilden. „Das kann tückisch für Autofahrer sein“, sagt Sebastian Wache vom Wetterdienst Wetterwelt aus Kiel.

Die Nächte und kühleren Luftmassen aus den höheren Breiten seien es dann auch, die die ersten Bodenfröste hervorrufen könnten. „Der Wechsel auf Winterreifen sollte daher langsam in die Hinterköpfe der Fahrzeugnutzer kommen“, rät Wache.

Funktionierende Beleuchtung wird jetzt umso wichtiger

Gut sehen und gut gesehen werden ist das Wichtigste im Straßenverkehr. Werden die Tage kürzer, sollte daher frühzeitig das Abblendlicht eingeschaltet werden.

Besonders in der dunklen Jahreszeit ist laut Dekra-Experte Stephan Schlosser eine rundum funktionierende, richtig eingestellte Beleuchtungsanlage ein Muss. „Blender, Einäugige und Dunkelmänner sorgen immer wieder für unnötige Irritationen im Straßenverkehr.“

Hilfreich sei auch eine gründliche Reinigung der Windschutzscheibe von innen und außen. Zudem sollte beim Wischwasser jetzt Scheibenfrostschutz nachgefüllt werden.

Zu einer grundsätzlichen Überprüfung der Wischblätter zum Winter hin rät der Auto Club Europa (ACE). „Die Scheibenwischblätter können durch Hitze und UV-Strahlung brüchig werden und auch der Gebrauch hinterlässt Abnutzungsspuren“, sagt Sören Heinze vom ACE. Er nennt als Faustregel: „Bleiben nach der Reinigung der Autoscheibe Schlieren zurück, die sich auch nach der Reinigung der Wischblätter nicht bessern, ist es an der Zeit, neue Wischblätter zu montieren.“

Hilfe gegen beschlagene Scheiben

Apropos Durchblick: Ein feuchter Innenraum ist oft die Ursache für beschlagene Scheiben und sorgt schnell für schlechte Sicht. Das Freiwischen der Scheiben hilft hier aber oft nur kurz.

„Eine gute Lösung kann dann ein Auto-Trockensack sein, der bis zu 500 Gramm Feuchtigkeit aufnimmt und das Innere des Pkw so trocken hält“, sagt Claas Alexander Stroh vom Tüv Nord. Allerdings müsse darauf geachtet werden, den Sack gut zu verstauen, denn durch die Menge an aufgenommener Flüssigkeit nähmen die Säcke schnell an Gewicht zu.

Die Trockensäcke gibt es in verschiedenen Größen ab circa zehn Euro. Achtung: Wird das Fahrzeug trotz beeinträchtigter Sicht bewegt, droht ein Bußgeld.

Sinkende Temperaturen belasten auch die Fahrzeugbatterie, die dann schnell an Kapazität verlieren kann. „Bleibt das Auto einige Tage unbewegt in der Kälte stehen, verweigert die Batterie gerne ihren Dienst. Kleine Batterieladegeräte sind dann gute Helfer“, sagt Stroh. Für eine schnelle Starthilfe empfehle sich für den Winter zudem das Mitführen eines Überbrückungskabels im Kofferraum.

Wie viel Profiltiefe Winterreifen mindestens haben sollten

Ab Oktober sollte auch der Reifenwechsel einen Platz im Kalender finden. „Als Faustregel gilt noch immer: Von O bis O - also von Oktober bis Ostern sollten die Winterpneus aufgezogen sein“, sagt ACE-Fachmann Heinze. Wer den Wechsel in einer Werkstatt erledigen will, sollte daher rechtzeitig einen Termin vereinbaren und sich gegebenenfalls noch um neue Reifen kümmern, damit sie dann auch einsatzbereit sind.

Mindestens vier Millimeter Profiltiefe sollten gute Winterreifen noch aufweisen. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte darf laut Dekra auch nur mit wintertauglichen Reifen gefahren werden. Ansonsten droht ein Bußgeld.

Solche Reifen sind seit 2018 mit dem Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke) gekennzeichnet. Allerdings gilt bis Ende September 2024 noch eine Übergangsfrist für ältere Reifen mit „M+S“-Kennzeichunng, um der Winterreifenpflicht zu genügen.

Fahrzeugwäsche schützt Auto vor Korrosion

Wer nicht selbst Hand anlegen will, bekommt in Kfz-Werkstätten professionelle Hilfe. Die meisten Werkstätten bieten auch Winter-Komplettchecks an. „Der Lichttest ist vielfach sogar kostenlos“, sagt Heinze. Eine komplette Fahrzeugkontrolle, bei der von den Betriebsflüssigkeiten bis zu den Bremsen vieles überprüft werde, koste meist zwischen 20 und 30 Euro.

Investieren sollten Autofahrer vor dem Winter auch in eine gründliche Fahrzeugwäsche. „Beginnt die Winterzeit, können kleinere Lackschäden, Schmutz und ungeschützte Schlösser im Laufe der Zeit zu Rost führen“, sagt Claas Alexander Stroh. „Eine intensive Lackpflege und regelmäßige Reinigung des Fahrzeugs beugen dem vor.“ Auch der Unterboden sollte Teil der Wäsche sein, um Salze und Verschmutzungen zuverlässig zu entfernen.

Kratzer und Enteiserspray als nützliche Winterhelfer

Zur Grundausstattung für den Winter zählen dann noch die vielen kleinen Helfer, die jetzt in keinem Auto mehr fehlen sollten. „Eiskratzer, Handbesen und eine warme Decke sollten immer an Bord sein, um bei Frost und überraschend einsetzendem Schneefall gewappnet zu sein“, sagt Sören Heinze.

Wer eine vereiste Frontscheibe verhindern will, muss abends mit einer Thermoabdeckung vorbeugen. Die Alternative kommt aus der Dose: „Ein Enteisungsspray hilft besonders gegen hartnäckige Eisschichten und gegen eingefrorene Scheibenwischer“, so Stroh. Hat man es morgens eilig, empfiehlt sich die Kombination aus Enteisungsspray zur Vorbehandlung und anschließendem Kratzen mit einem Eiskratzer.

Generell rät Sebastian Wache dazu, speziell im Herbst und Winter vorausschauend zu fahren. „Der nächste herbstliche Sturm kommt bestimmt und besonders auf hohen Brücken kann es dann kritisch werden“, sagt der Meteorologe. „Bei großen und hohen Fahrzeugen ist die größere Angriffsfläche ein entscheidender Faktor, der das Fahrverhalten des Fahrzeugs beeinflusst.“

In höhere Lagen seien auch sehr schnell Graupelschauer, Schneeregen und Schnee möglich. „Es beginnt jetzt also wieder eine Zeit, in der man seine Fahrtgeschwindigkeit unbedingt den Witterungsverhältnissen anpassen und eventuell auch mal ein paar Minuten mehr Zeit für die Fahrtwege einplanen sollte.“

Von Claudius Lüder, dpa

 


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.