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DAUN, 10.07.2019 - 14:52 Uhr
Auto & Technik

Künstliche Intelligenz – Anwendungen, Chancen und Risiken

Spannenden Input rund um eines der großen Trend-Themen der anstehenden IFA (6. bis 11. September 2019) bot das Innovationsforum gfu Insights & Trends der gfu Consumer und Home Electronics GmbH, dem Veranstalter der IFA, am 10. Juli in Berlin. Auf der Veranstaltung, die von Judith Rakers moderiert wurde, gaben hochrangige Vertreter der Consumer & Home Electronics, aus verwandten Branchen sowie aus der Welt der Medientechnologien und Wissenschaft Einblick in das hochaktuelle Thema Künstliche Intelligenz und skizzierten Chancen, Risiken und Szenarien für künftige Entwicklungen.

Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist das prägende Stichwort in allen aktuellen Technologiedebatten. Dabei sind die Vorstellungen davon, was KI eigentlich ist und was sie bewirkt, oft sehr diffus. Nicht selten dominieren sogar Sorgen um Risiken und mögliche negative Folgen von KI die Sichtweisen der Konsumenten. Typische Fragen, die auch häufig von den Medien aufgeworfen werden, sind:

  • Wird KI zum Jobkiller?
  • Werden die Maschinen irgendwann schlauer sein als wir?
  • Leuchtet KI bis in die letzten Winkel der Privatsphäre?

Die Veranstaltung gfu Insights & Trends lieferte viele Erkenntnisse zu diesen (Streit-) Fragen und brachte so mit den folgenden Beiträgen ein wenig mehr Licht in die KI-Debatte:

  • gfu-Studie 2019: Geteilte Meinungen – wie KI beim Verbraucher ankommt
  • Semantisches TV – wie KI den Inhalt bewegter Bilder erkennt
  • Künstliche Intelligenz in der Unterhaltungselektronik
  • Dynamischer Sound für Videogames – wie KI automatisch komponiert
  • Komfort und Lifestyle – wie KI Hausgeräte klüger macht
  • Maschinenethik – eine neue Disziplin

Zunächst kamen die Konsumenten zu Wort. Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, stellte die Ergebnisse der jüngsten Markt-Studie der gfu vor. Sein Beitrag

  • Geteilte Meinungen – wie KI beim Verbraucher ankommt

ging unter anderem der Frage nach, ob Künstliche Intelligenz akzeptiert wird oder auf Skepsis stößt. Darüber hinaus präsentierte Hans-Joachim Kamp weitere Studienergebnisse aus diversen Themenbereichen.

Manche Ergebnisse der Studie stützen die Erwartungen, andere überraschen. Insgesamt helfen sie, den Markt zu verstehen und die Aktivitäten von Industrie und Handel noch besser an den Bedürfnissen der Konsumenten auszurichten. (Siehe dazu auch die detaillierte Presseinformation 08/19 der gfu.)

Im Anschluss sprach Dr. Matthieu Deru, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), zum Thema

  • Semantisches TV – wie KI den Inhalt bewegter Bilder erkennt.

Sein Saarbrücker Forschungsteam hat sich in einem speziellen Projekt auf die Erkennung von Inhalten bewegter Bilder spezialisiert. Damit können Computer Filme und Videos mit passenden Metadaten ergänzen und zum Beispiel automatisch im Internet nach verwandten oder vertiefenden Informationen suchen. Anwendungsfelder können Recherchesysteme für Redaktionen sein, aber auch Empfehlungsdienste für private Mediennutzer. „KI kann helfen, die Post-Netflix-Ära zu gestalten: Zuschauer erleben Fernsehen komplett neu, wenn Content-Provider ihnen interaktive und wissensbasierte Dienste anbieten“, erklärte Dr. Deru.

Als drittes beschäftigte sich Mike Henkelmann, Marketing Director TV & AV Samsung Electronics GmbH, mit der Rolle Künstlicher Intelligenz bei der Aufbereitung von bewegten Bildern für die jüngste Fernseher-Generation mit 8k-Auflösung. Sein Thema:

  • Künstliche Intelligenz in der Unterhaltungselektronik.

Dabei ging es insbesondere um die Rolle Künstlicher Intelligenz bei der Aufbereitung von bewegten Bilder für die jüngste Fernseher-Generation mit 8k-Auflösung. Der Hintergrund: TV-Geräte mit 8k-Auflösung stellen jedes Bild mit rund 33 Millionen Punkten dar – das ist zum Beispiel die 36-fache Auflösung von TV-Übertragungen der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Elektronik muss also die TV-Inhalte skalieren – und zwar so stark, dass sie nur mit Unterstützung durch Künstliche Intelligenz in der Lage ist, Fernsehprogramme in der heute noch üblichen Qualität klar und scharf auf die Bildfläche zu bringen. Auch die Optimierung des Tons ist ein Einsatzfeld von KI: Die Elektronik erkennt beispielsweise, ob der Sound zu einem Film gehört, aus einem Fußballstadion kommt oder aus dem Studio eines Nachrichtensprechers, und passt die Wiedergabe entsprechend an – je nach Bedarf für bessere Sprachverständlichkeit, höhere Dramatik oder optimale Trennung von Fan-Chören und Kommentar. Darüber hinaus unterstützt KI Programmempfehlungen oder Automatik-Funktionen im vernetzten Haus. Laut Mike Henkelmann entscheidet künftig auch in den Bereichen TV und Audio die Intelligenz eines Produktes.

Im nächsten Beitrag sprach Valerio Velardo, Chef des Berliner Start-ups Melodrive, zum Thema

  • Composing music with AI – wie KI automatisch komponiert.

Melodrive setzt Künstliche Intelligenz ein, um automatisch Musik zu kreieren – zum Beispiel für Videogames: Das Spielprogramm komponiert den Soundtrack in Echtzeit, jeweils passend zum interaktiven Kontext. Gefährliche Szenen etwa werden somit von dramatisch anschwellender Musik begleitet, fröhliche Szenen schmücken sich mit leichten Melodien. KI-basiertes Komponieren unterstützt aber auch die Musikproduktion für viele andere Anwendungsbereiche – und kann sogar, so sieht es Velardo, kreative Prozesse befeuern. „KI wird nicht den menschlichen Komponisten ersetzen. Aber sie kann kreative Prozesse unterstützen“, ist sich Velardo sicher.

Dr. Thomas Salditt, Leiter Digital Business Enabling, BSH GmbH, stellte die Rolle Künstlicher Intelligenz im Bereich der Hausgeräte vor.

  • KI und Hausgeräte oder: Wieviel KI steckt (in Zukunft) in Ihrem Hausgerät?

Wenn Hausgeräte die Gewohnheiten ihrer Nutzer erkennen, können sie selbständig Einstellungen und Betriebsabläufe anpassen. Das betrifft die Stärke des morgendlichen Espresso ebenso wie Vorgaben für Wasch- und Kochprogramme. All dies leistet einen Beitrag zu höherem Komfort im vernetzten Zuhause. Dr. Salditt: „Auch in Hausgeräten wird KI zunehmend zum Einsatz kommen. Fokus ist hier auf absehbare Zeit die Unterstützung der Konsumenten bei ihrer täglichen Hausarbeit, um das Leben sparsamer, leckerer, inspirierender, sauberer oder schneller zu machen.“

Im abschließenden Vortrag betrachtete Frau Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Universität Göttingen, das Thema KI unter ethischen Gesichtspunkten. Der Titel ihres Vortrags:

  • Maschinenethik – eine neue Disziplin.

Frau Prof. Misselhorn zeigte in ihrem Beitrag auf, welche ultimativen Grenzen für den Einsatz von KI gelten müssen – am Beispiel künftiger (autonomer) Mobilität und an Beispielen aus dem Gesundheitswesen. Daraus leitet sie grundsätzliche Anforderungen an eine Maschinenethik ab. „Die Entscheidung über Leben und Tod sollte nicht an Maschinen delegiert werden, menschliche Verantwortung und Selbstbestimmung müssen im Vordergrund stehen“, erklärte Prof. Misselhorn.

gfu Insights & Trends war zugleich die Auftaktveranstaltung des IFA Innovations Media Briefing (IMB), das am 10. und 11. Juli 2019 stattfindet. In 20-minütigen Präsentationen stellen namhafte IFA-Aussteller neueste Ideen, Produkte und Innovationen vor. Zusätzlich ermöglichen individuelle Gespräche, Interviews und Produktpräsentationen den Medienvertretern eine qualitativ hochwertige und fokussierte IFA-Vorberichterstattung.


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