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DAUN, 28.08.2019 - 14:42 Uhr
Auto & Technik

Riskanter Herbst: Sicherer unterwegs mit Auto und Motorrad

(dpa/tmn) - Egal, wie lange der heiße und trockene Sommer mancherorts noch dauert - irgendwann sind die schönen Tage gezählt. Der Herbst kommt bestimmt. Und er bringt für Auto- und Motorradfahrer manche Risiken wie Nebel oder Wildwechsel mit sich.

Wer aber sich und sein Fahrzeug vorbereitet und ein paar Ratschläge beachtet, kann auf der Straße auch einen Goldenen Herbst genießen: „Wenn man es richtig anstellt, hat Fahrspaß immer Saison“, sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigen-Vereinigung KÜS.

Das Risiko steigt vor allem, weil sich die Sonne mit jeder Woche etwas rarer macht: Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und die Bedingungen werden ungünstiger, fasst Marmit die Probleme zusammen. Man ist wieder häufiger in der Dunkelheit unterwegs und immer öfter ist der Asphalt wieder nass, von glitschigem Laub bedeckt oder schon bald sogar wieder von Raureif überzogen. Außerdem könnten Herbststürme und plötzliche Windböen für unangenehme Überraschungen auf Brücken oder in Waldschneisen sorgen, so der Experte.

Ein weiteres Problem ist der Nebel, mahnt der Tüv Nord: „Viele Autofahrer sind dann viel zu schnell unterwegs.“ Wenn die Sicht weniger als 150 Meter weit reicht, solle man nicht schneller als 100 km/h fahren. Bei 100 Metern freier Sicht gelte Tempo 80 als Obergrenze. Als Orientierungshilfe können dabei die seitlichen Leitpfosten dienen.

Auf Autobahnen stehen sie im Abstand von 50 Metern. Wer nur einen Pfosten weit sehen kann, dürfe auf keinen Fall schneller als 50 km/h fahren. „Achten Sie außerdem auf ausreichenden Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen. Als Faustregel gilt: Sichtweite ist gleich Sicherheitsabstand. Und: Licht einschalten nicht vergessen!“, so die Tüv-Experten weiter.

Es ist aber nicht nur das Wetter, das im Herbst für ein höheres Unfallrisiko sorgt. Es ändern sich auch die Verkehrsverhältnisse, so Marmit. Mit dem Ende der Urlaubszeit wird es wieder voller auf den Straßen, die Ernte treibt die Landwirte aufs Feld: Langsam fahrende Mähdrescher und Traktoren erfordern mehr Rücksicht und Geduld, man muss hinter jeder Kurve oder Kuppe mit Kriechverkehr oder Stau rechnen. Und was die Agrargefährte nach getaner Arbeit mitunter an Dreck oder Ernteresten auf dem Asphalt hinterlassen, ist mit Vorsicht zu genießen. Nicht umsonst warnt Marmit vor „Bauernglätte“.

„Zum Herbstbeginn müssen Autofahrer auf Landstraßen entlang von Wiesen, hochstehenden Maisfeldern und durch Waldgebiete mit Wild an der Straße rechnen“, warnt der ADAC Nordrhein in Köln. Er bittet vor allem in den Tagesrandlagen um erhöhte Vorsicht: Vermehrt passieren Wildunfälle in der Dämmerung und bei beginnender Dunkelheit, die sich für Pendler auf dem Nachhauseweg mit der Zeitumstellung Ende Oktober nochmals verlängert.

Taucht Wild am Straßenrand auf, sollten Autofahrer sofort das Tempo reduzieren. Befindet sich ein Tier bereits auf der Fahrbahn, sollte man das Fernlicht ausschalten und durch Hupen versuchen, das Wild zu vertreiben. Mit den Scheinwerfern aufzublenden, bewirke eher das Gegenteil, warnt der Club: „Das grelle Licht verwirrt die Tiere und nimmt ihnen jede Orientierungsmöglichkeit, so dass sie verunsichert häufig einfach nur verharren und nicht weiterlaufen.“

Neben dem Bewusstsein für das erhöhte Risiko braucht es vor allem eine gute Vorbereitung fürs Auto, damit es die Passagiere sicher durch die trüben Tage fährt. Für bessere Sicht und erhöhte Sicherheit sorgen Autofahrer, indem sie das Herbstlaub aus der Lüftung entfernen, um ein Beschlagen der Scheiben zu verhindern. Daneben checken sie die Blätter der Scheibenwischer, füllen das Waschwasser mit Winterzusatz auf. Stets saubere Scheiben und ein Check der Scheinwerfer und Rückleuchten gewährleisten, dass man auch in der Dämmerung und der Dunkelheit gut sieht und gesehen wird.

Lüftung reinigen, Scheibenwischer prüfen, Waschanlage auffüllen - darüber können Motorradfahrer nur lachen. Doch auch sie sollten sich auf den Herbst vorbereiten, mahnt Matthias Haasper vom Institut für Zweiradsicherheit und rät dringend zum Check der Beleuchtung sowie zur Kontrolle des Helmes.

Wer keinen Helm mit Anti-Beschlag-Beschichtung oder einem doppelwandigen Pinlock-Visier nutze, sollte sein Visier mit einem Beschlag hemmenden Mittel behandeln, sagt Haasper. Außerdem warnt er vor verschmutzten oder gar verkratzten Visieren, weil sie den Blendung durch tief stehende Sonnenstrahlen begünstigen. Entgegenwirken könne man dem temporären „Blindflug“ mit getönten Visieren, im Helm integrierten Sonnenvisieren oder einer Sonnenbrille.

Auch der Rest der Kleidung verdiene Beachtung, weil sich Frieren störend auf die Konzentration beim Fahren auswirkt. „Jacken und Hosen mit herausnehmbarem Innenfutter oder Kombinationen mit Außenjacken können bei diesen Witterungsverhältnissen hilfreich sein“, sagt Haasper. Er rät obendrein zu kleinen Helfer wie Sturmhauben, Hals- und Kniewärmern oder wind- und wasserabweisenden Überziehern. „Sie sind unterwegs schnell einsetzbar, um der Witterung zu trotzen und stets für maximalen Komfort zu sorgen.“

Zwar wird das Risiko mit fortschreitendem Kalender tatsächlich größer. Doch muss man sich den Spaß deshalb nicht nehmen lassen. Denn gegen alle diese Gefahren hat der ADAC Nordrhein ein einfaches Rezept: „Abstand halten, runter vom Gas und Licht an - wer sich an diese drei Regeln hält, kommt sicherer durch trübe Herbsttage.“

Von Thomas Geiger, dpa


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