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DAUN, 01.02.2022 - 13:47 Uhr
Auto & Technik

Stromausfall - was jetzt? So kann man wirksam vorsorgen

Extreme Wetterereignisse, Netzausfälle bei den Strom- und Heizkraftwerken oder auch Leitungsstörungen führen dazu, dass wir immer häufiger von großflächigen Stromausfällen hören. Die Haushalte in den betroffenen Städten und Regionen sind dann oft stunden- oder tagelang von Elektrizität oder Wärmeversorgungsnetzen abgeschnitten. Doch wie können wir verhindern, dass wir von einem solchen Blackout überrascht werden? Elektronik-Spezialist Green Cell stellt zwei gute Ideen vor.

Das Wort "Blackout" ist immer häufiger zu hören. In vielen europäischen Ländern wie Spanien, Österreich und der Schweiz wurden bereits offizielle Warnungen vor Stromausfällen im Winter herausgegeben, und die Einwohner haben begonnen, sich auf diese Art von Unannehmlichkeiten vorzubereiten. Aber auch in Deutschland kommt es immer wieder zu unerwarteten Ausfällen, wie beispielsweise im Dezember in Rostock: Durch einen halbstündigen großflächigen Stromausfall kam es zu zahlreichen Zwischenfällen: Ampeln fielen aus, Fahrstühle blieben stecken, eine Frau war in der Straßenbahn eingesperrt, Tankstellen funktionierten nicht, Restaurants und Banken hatten für rund 30 Minuten keinen Strom mehr. Und erst jüngst sorgte Sturmtief "Nadia" dafür, dass in zahlreichen Gemeinden an der Ostsee-Küste großflächig der Strom ausfiel.

Die Ursachen für solche Blackouts sind vielfältig, und oftmals können sie schnell wieder behoben werden. Besonders kritisch kann diese Ausnahmesituation allerdings für Menschen in entlegeneren Gebieten oder auch für landwirtschaftliche Betriebe werden. Während viele Landwirte mit Notstromaggregaten vorsorgen, haben Privathaushalte andere Vorsorgemöglichkeiten.

Auch in Deutschland halten immer mehr Menschen einen längeren Stromausfall für möglich, vor allem nach dem Hochwasser im Sommer 2021. Bei einer aktuellen Umfrage im Auftrag eines Vergleichsportals1 gaben 32 Prozent der Befragten an, dass sie es für wahrscheinlich halten, dass die Stromversorgung auch an ihrem Wohnort ausfallen könnte. Im Jahr 2019 war dieser Wert 25 Prozent. Nach den Überflutungen betrachtet die Mehrheit der Bevölkerung (52 Prozent) Naturkatastrophen als die größte Bedrohung der Stromversorgung. Als zweitgrößte Blackout-Gefahr werden marode Stromnetze gemeinsam mit Cyber-Angriffen (je 38 Prozent) angesehen.

Diese Besorgnis ist aktuell auch in Ländern wie Polen zu spüren, wo es immer schwieriger wird, einen kleinen Stromgenerator für den Hausgebrauch zu kaufen - die Preise für die Geräte sind hoch, oder sie sind in den gängigen Baumärkten einfach nicht erhältlich. Allerdings ist dies nicht die einzige Lösung für den Fall eines Stromausfalls. Es gibt ein paar Alternativen, um einen Heizofen oder andere Geräte bis zu mehreren Stunden in Betrieb zu halten. Mit einer AGM-Batterie und einem Spannungswandler ist man für den nächsten Stromausfall perfekt gerüstet.

Spannungswandler, oder wie erzeugt man 230V mit einer normalen Batterie?

Zu den Lösungen, die sich während eines Stromausfalls als unverzichtbar erweisen können, gehört ein Spannungswechselrichter. Das Gerät sieht aus wie ein kleiner Kasten mit Kabeln, die an eine 12-V-Batterie angeschlossen werden. Die Aufgabe des Wechselrichters besteht darin, eine Spannung von 230 V zu erzeugen, die den Betrieb aller elektrischen Geräte gewährleistet. Das handliche Gerät kann an eine große Batterie angeschlossen werden, die sich z. B. in einer Garage oder im Keller befindet, oder an eine gewöhnliche Autobatterie.

"Wechselrichter sind mit Standardsteckdosen ausgestattet, über die jedes elektrische Gerät mit Strom versorgt werden kann. Sie verfügen auch über USB-Anschlüsse zum Laden von Smartphones, Tablets oder anderen mobilen Geräten", erklärt Przemysław Żurek von Green Cell, einem Hersteller und Anbieter von Stromversorgungslösungen für Elektronik- und mobile Geräte.

Es ist jedoch wichtig, die Leistung der Geräte mit Bedacht zu wählen und zu kontrollieren, dass die Gesamtleistung der verwendeten Geräte die maximale Leistung des Wechselrichters nicht überschreitet. Diese Art von Geräten wird in vielen Varianten angeboten - mit einer Leistung von 150W bis über 3000W, und ihr Preis reicht von einigen Dutzend bis etwas über 350 Euro.

"Beim Kauf eines Wechselrichters sollte man darauf achten, ob er die sogenannte reine Sinuswelle liefert, die unerlässlich ist, um Spannungsschwankungen zu vermeiden, die zu Fehlfunktionen elektrischer Geräte führen könnten", fügt der Green Cell Experte hinzu.

Tipps zur Wahl der passenden Batterie

Das zweite Element zur Notstromversorgung ist eine typische Autobatterie oder eine so genannte AGM-Batterie, d.h. eine Batterie, deren Elektrolyt in Glasmatten eingelassen ist, die durch Bleiplatten getrennt sind, anstatt in Flüssigkeit. Eine solche Batterie kann mehreren Lade- und Entladezyklen standhalten und ist daher eine effiziente Versorgungslösung, die ihre Eigenschaften über einen langen Zeitraum beibehält.

AGM-Batterien gibt es in einer Vielzahl von Kapazitäten - von 4Ah bis zu 200Ah. Sie werden in der Regel in Booten, Wohnwagen oder Sommerhäusern eingesetzt, können aber auch als Notstromquelle für Haushaltsgeräte dienen.

Ein Beispiel: Eine Batterie mit einer Kapazität von 75Ah und einem 2000W Wechselrichter können den Betrieb eines typischen Gasofens für 3 Stunden aufrechterhalten. Mit dem gleichen Set kann man mit einem 65-Watt-Netzteil bis zu 9 Stunden lang am Computer arbeiten, und ein typischer 90-Watt-Kühlschrank kann bis zu 6 Stunden lang betrieben werden. Es gibt viele Möglichkeiten. Es hängt alles von der Batteriekapazität, der maximalen Leistung des Wechselrichters und den Parametern der angeschlossenen Geräte ab.

AGM-Batterien mit hoher Kapazität sind eine sehr beliebte Lösung für die Energiespeicherung, aber auch LiFePO4-Batterien (Lithium-Eisen-Phosphat) sind hervorzuheben. Dies sind mit Abstand die sichersten und zuverlässigsten Energiespeicher, die sich durch eine sehr lange Lebensdauer auszeichnen - von 3000 bis 5000 Ladezyklen ist alles drin.

Gleichzeitig sind sie relativ leicht und temperaturbeständig, und dank ihrer großen Kapazität ermöglichen sie einen noch längeren Betrieb der Haushaltsgeräte und ergänzen die Photovoltaikanlage perfekt.

"Früher bekamen wir viele Anfragen zu AGM im Zusammenhang mit Photovoltaik oder Outdoor-Hobbyaktivitäten. Inzwischen hat sich das geändert, und die Kunden sehen die Batterien als eine Lösung, um die Energiesicherheit in ihren Häusern zu gewährleisten. Diese Option ist auf jeden Fall eine gute Wahl, auch wenn wir immer noch hoffen, dass es nicht zu Stromausfällen kommen wird", fasst Green Cell Experte Przemysław Żurek zusammen.

"Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Green Cell arbeitet bereits an einem eigenen Energiespeicher, der auf dieser Technologie basiert. Die neue Lösung wird in den nächsten Monaten vorgestellt werden", verrät der Green Cell Experte.

1 https://www.n-tv.de/ratgeber/Immer-mehr-rechnen-mit-Strom-Blackout-article22984666.html


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