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DAUN, 17.10.2019 - 12:31 Uhr
Auto & Technik

Updates und Co.: Sieben goldene Regeln für mehr IT-Sicherheit

(dpa/tmn) - Gefälschte Websites, dubiose E-Mails, vermeintliche Software-Schnäppchen: Die Risiken im Internet sind vielfältig. Daher ist es wichtig vorzubeugen. Experten erklären die sieben wichtigsten Regeln für mehr private IT-Sicherheit:

1. Starke Passwörter

Sicherheit beginnt beim Passwort. Zwar haben auch andere Zugangssperren wie PIN-Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung Fuß gefasst. Laut IT-Experte David Bothe vom Institut für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen stellt ein starkes Passwort Angreifer aber immer noch vor die größten Probleme.

Wenn mindestens acht, besser aber noch mehr Zeichen - darunter Sonderzeichen, Groß- und Kleinschreibung - verwendet werden, werde es für sie sehr schwer, erläutert Bothe. „Dann ist der Aufwand so groß, dass sie es gar nicht erst versuchen.“ Wichtig ist, keine leicht zu erratenden Begriffe zu wählen und für jeden Online-Dienst ein neues, individuelles Passwort zu benutzen.

Das Passwort sollte nicht in Wörterbüchern stehen und etwa keine Tastaturmuster wie jklö imitieren, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Bei wichtigen Konten ändern Nutzer ihr Passwort lieber in regelmäßigen Abständen. Wer bei der Vielzahl an Zugängen den Überblick zu verlieren droht, richtet sich einen Passwortmanager ein. Das empfiehlt auch das BSI.

2. Zwei-Faktor-Authentifizierung

Ein gutes Passwort ist schwer zu knacken. Nahezu unmöglich wird es für Kriminelle, wenn das Passwort durch eine zusätzliche Abfrage bestätigt werden muss. Deshalb rät Bothe, wo immer es geht, zu einer Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Diese Absicherung bieten immer mehr Dienste an. Dann müssen Verbraucher nach dem Einloggen mit ihrem Passwort einen zusätzlichen Code eingeben, den sie zum Beispiel per SMS oder App bekommen. Das geht schnell - und ist sehr sicher.

3. Updates sofort aufspielen

Immer wieder finden Hacker Sicherheitslücken in Betriebssystemen und die Entwickler müssen schnell nachbessern. Per Update werden diese Lücken gestopft. Daher ist es wichtig, diese so schnell wie möglich zu installieren. Windows etwa weist automatisch auf wichtige Updates hin.

„Wenn entsprechende Meldungen erscheinen, sollte nicht gezögert werden“, betont Bothe. Oft seien Sicherheitslücken schon bekannt und werden von Hackern bereits ausgenutzt. Er rät: Schnell herunterladen, installieren und den Rechner im Anschluss neu starten - erst dann werden die Updates wirksam.

4. Antivirus-Software einsetzen

Solche Programme schützen vor Spyware, Trojanern und anderem Ungemach. Es gibt viele kostenlose Anbieter, die sich laut Jan Schüßler von der Fachzeitschrift „c't“ aber kaum unterscheiden und in Tests ähnlich abschneiden.

Windows 10 bringt praktischerweise gleich ein eigenes mit. Im Gegensatz zu anderen kostenlosen Antiviren-Programmen nervt der Windows Defender nicht mit Werbung. Einmal aktiviert, arbeitet er unbemerkt im Hintergrund, überprüft den Rechner auf Bedrohungen und versorgt sich eigenständig mit Updates. Auch eine Firewall ist in dem Tool integriert und lässt sich mit einem Klick aktivieren. Diese schützt den PC vor unerwünschten Zugriffen von außen.

5. Software nur von bekannten Quellen installieren

Ein an sich teures Programm gibt es an anderer Stelle im Internet gratis? Das klingt verlockend, ist aber wohl eine Falle. Hacker verteilen gerne geknackte Gratis-Software, die sie mit Schädlingen wie Ransomware versehen haben. Das Schnäppchen kann also teuer werden, wenn die Ransomware alle Dateien verschlüsselt und ein Lösegeld für die Entschlüsselung verlangt.

David Bothe empfiehlt, von dubiosen Shops und unrealistischen Angeboten die Finger zu lassen. Das gilt für Browser-Erweiterungen ebenso. Diese sollten nur aus den Shops der Betreiber, zum Beispiel von Google oder Mozilla, heruntergeladen werden.

6. Mails und Anhänge genau prüfen

Der beste Virenschutz nützt nichts, wenn man die Schädlinge zu sich einlädt. Betrüger senden häufig gefälschte Mails, die angeblich von Banken oder Online-Shops stammen. Enthalten sind oft Anhänge, die Viren enthalten. Oder Links, die auf gefälschte Websites führen, auf denen Nutzer dann persönliche Daten preisgeben sollen. „Phishing-Mails verraten sich oft selbst durch die Absender-Adresse, Panikmache und der Aufforderung zum sofortigen Handeln“, so Bothe.

Sie wollen, dass Betroffene ohne Nachdenken handeln. Ruhe bewahren, genau über den Inhalt sinnieren und die Plausibilität prüfen: Damit wehrt man den Großteil dieser gefälschten Mails ab. Anhänge sollten nie geöffnet werden, wenn man nicht ganz sicher weiß, dass die E-Mail vertrauenswürdig ist. Bei Unsicherheit hilft ein Anruf beim Absender.

7. Back-up erstellen

Manchmal hilft alle Vorsicht nichts und ein System ist nicht mehr zu retten. In solch einer Situation kann sich glücklich schätzen, wer regelmäßig Back-ups gemacht hat - also seine Daten gesichert hat. Windows 10 hat eine solche Funktion mit an Bord, aber auch kostenlose Software wie Duplicati hilft beim regelmäßigen Sichern und verschlüsselt die kopierten Daten zudem.

Ein sinnvolles Back-up funktioniert laut Schüßler mit der 3-2-1-Regel: „Jede Datei gibt es dreimal - ein Original und zwei Kopien. Die Kopien sollten auf zwei verschiedenen Systemen liegen, etwa eine in der Cloud, eine auf externer Festplatte oder Stick“, rät er. Eine Kopie sollte sich zudem außer Haus befinden, damit bei einem Einbruch nicht PC und Sicherung gleichzeitig entwendet werden können. Mit dem Back-up lässt sich ein defektes System gegebenenfalls wiederherstellen, was einem eine Menge Ärger ersparen kann.

Von Benjamin Krüger, dpa


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