- © Foto: pixabay -
DAUN, 23.02.2021 - 09:09 Uhr
Auto & Technik

Von der Flimmerkiste zu 8K: 90 Jahre elektronisches Fernsehen

Nach 90 Jahren Geschichte ist Fernsehen weiterhin eine beliebte Freizeitbeschäftigung und Informationsquelle. Im Jahr 2019 betrug die durchschnittliche tägliche Sehdauer in Deutschland 211 Minuten. 2020 stiegen die Zeiten vor dem Bildschirm weiter – nicht zuletzt aufgrund des besonderen Weltgeschehens.

Premiere auf der IFA

Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, konstatiert: „Wie viele weitere bahnbrechende Innovationen feierte auch das elektronische Fernsehen seine Premiere auf der IFA in Berlin (vormals „Funkausstellung“), der weltweit bedeutendsten Messe für Consumer Electronics und Home Appliances. Wie die aktuellen Nutzungs- und Verkaufszahlen belegen, hat Fernsehen nichts an seiner Attraktivität eingebüßt.“

Von der Flimmerkiste zu 8k

Mitte der 1920er Jahre beruhten die ersten Gehversuche des Fernsehens noch auf mechanischer Bildabtastung. Ab 1930 löste dann die Elektronik alle mechanischen Lösungen ab. So zeigte Manfred von Ardenne am 14. Dezember 1930 zum ersten Mal vollelektronisches Fernsehen im Labor. Recht bescheiden muten die Daten an, die mit einem Raster von 100 Zeilen bei 20 Bildwechseln pro Sekunde überliefert sind. 1931 wurde das System während der Großen Funkausstellung auf dem Loewe-Stand erstmals öffentlich präsentiert. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks galt dieser Technik-Durchbruch als Sensation. Die „New York Times“ kündigte sie bereits im Vorfeld der Messe, am 16. August 1931, in einem großen Artikel an. Optimierte Komponenten Ardenne griff bei seiner Lösung auf bereits bekannte Komponenten wie die Braun‘sche Röhre (Elektronenstrahl-Röhre) zurück. Röhren verwendete er auch zur Aufnahme des Fernsehbildes. Das Geniale und Visionäre an seiner Versuchsanordnung aber war die Auswahl und Optimierung der Komponenten, die in der Folge eine unproblematische und stetige Verbesserung der Bildqualität erlaubten.

Erstes TV-Programm

Die Technik war entwickelt, es folgten die Inhalte: Am 22. März 1935 wurde im Berliner Haus des Rundfunks das erste regelmäßige öffentliche Fernsehprogramm der Welt ausgestrahlt. Dreimal in der Woche, jeweils zwischen 20:30 und 22 Uhr, übertrug der Sender eine Mischung aus Filmausschnitten und im Studio produziertem Live-Programm. Die Mehrzahl der Zuschauer konnte diese Darbietungen allerdings noch nicht im Wohnzimmer vor dem eigenen Fernseher, sondern nur in öffentlichen „Fernsehstuben“ verfolgen.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Ausgehend von diesen einfachen Anfängen hat sich die Technik des Fernsehens in den vergangenen 90 Jahren ständig weiterentwickelt: Sie reicht von der primitiv anmutenden Flimmerkiste in Röhrentechnik mit 100 Zeilen über Standard-TV, HDTV und UHDTV zum heute möglichen 8k Bild mit 7.680 × 4.320 Bildpunkten mit horizontal ca. 8.000 Spalten (vergleichbar mit Zeilen). Weitere Schritte waren die Fernbedienung (zunächst noch über Kabel), die Einführung der Halbleitertechnik und des Farbfernsehens in West- und Ost-Deutschland (1967 und 1969) sowie eine Änderung des Bildseitenverhältnisses (1970). Ein Patent zweier Schweizer Physiker begründete 1970 die Nutzung der Flüssigkristalltechnik für LC-Displays (LC = Liquid Cristal = Flüssigkristall) und lies den Traum vom flachen TV-Bild an der Wand Wirklichkeit werden. 1973 wurden in Japan erste LC-Displays vorgestellt. 1977 zeigten ARD und ZDF erstmals Videotext. Ein zweiter Tonkanal erweiterte das Fernsehen für Stereoklang oder für Übertragungen in zwei Sprachen.

Meilenstein HD

1985 präsentierte die Industrie die ersten Geräte für den direkten Empfang von Satelliten-Fernsehen. Am 2. November 1990 wurde die Nationale HDTV-Plattform Deutschland gegründet – mit dem Ziel, die Einführung des hoch auflösenden Fernsehens zu koordinieren. Das Hochzeilen-Fernsehen blieb jedoch vorerst ein Zukunftsprojekt, weil die hierfür vorgesehenen analogen Standards nicht mehr in die technische Landschaft passten. Im Jahr 1991 wurden die ersten TV-Geräte im Breitbildformat 16:9 vorgestellt.

Rauschfrei Fernsehen

Am 10. September 1993 starteten Sendeanstalten, die Geräteindustrie, Netzbetreiber und Verwaltungen gemeinsam das europäische DVB-Projekt (DVB = Digital Video Broadcasting). Die unter Leitung dieser Organisation entwickelten technischen Standards für digitales Fernsehen wurden 1995 für die ersten Ausstrahlungen verwendet. Mittlerweile ist DVB weltweit im Einsatz. Im Februar 2010 starteten die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter in Deutschland den HDTV-Regelbetrieb.

Mehr als nur Fernsehen

Das Fernsehgerät entwickelt sich seit Mitte der 90er Jahre immer mehr auch zum Multimedia-Talent. Smart TVs erschließen über ihren Zugang zum Internet und zum Heimnetzwerk ein ganzes Universum an neuen Inhalten. Das TV-Gerät kann längst viel mehr als nur Programme via Antenne, Kabel oder Satellit empfangen, es bietet Zugang zur Welt des Streaming-TVs und der Mediatheken. Mit den Bildschirmtechnologien LCD und OLED kommt heute ein beeindruckendes Fernseherlebnis ins Wohnzimmer – in hoher Auflösung, Bild- und Tonqualität.

Von Hermann Dresen / InfoDigital


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://vivanty.de/auto-technik/von-der-flimmerkiste-zu-8k-90-jahre-elektronisches-fernsehen

Aktuelle Ausgabe
März 2021 / No 82

array(11) { [0]=> string(6) "131435" [1]=> string(6) "131436" [2]=> string(6) "131463" [3]=> string(6) "131465" [4]=> string(6) "131449" [5]=> string(6) "131452" [6]=> string(6) "131476" [7]=> string(6) "131487" [8]=> string(6) "131438" [9]=> string(6) "131437" [10]=> string(6) "131528" }
Meist gelesen
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.