In Venedig schützt die Technologie von divirod und Telekom das Kulturerbe vor Wasserrisiken. In Venedig schützt die Technologie von divirod und Telekom das Kulturerbe vor Wasserrisiken. - © Foto: divirod -
DAUN, 04.11.2021 - 13:15 Uhr
Auto & Technik

Wasser-Risiko digitalisieren mit Telekom und divirod

Immer häufiger treten Wetterextreme auf mit schweren Folgen für Menschen und Umwelt. Sie bringen Überschwemmungen, Stürme und lassen den Meeresspiegel ansteigen. Jetzt bietet die Telekom gemeinsam mit Datenspezialist divirod Kommunen und Unternehmen digitale Lösungen, die zu Wasser-Risiken informieren und warnen. Dafür erfassen digitale Sensoren Wasserstände in Stauseen und Flüssen, überwachen Küsten oder Schneemengen auf Dächern. Die Lösungen sind bereits vielfach erprobt: So sammeln Sensoren beispielsweise in Risikogebieten wie Florida Wasserdaten zur Vorsorge vor Stürmen und schützen das Kulturerbe in Venedig. An anderen Standorten in den USA und Europa werden Daten von Trinkwasserspeichern und Stauseen erfasst.

Die Folgekosten von Wasserkatastrophen belaufen sich in Milliarden Höhe. Mit der gemeinsamen Lösung von Telekom und divirod lassen sich Menschen, kritische Infrastrukturen und Vermögenswerte schützen. Gleichzeitig erhöht sich die Resilienz - die Widerstandskraft - gegen Wasserkatastrophen. 

„Wie wir dieses Jahr auch in Deutschland sehr dramatisch gesehen haben können Wasserkatastrophen uns alle betreffen. Mit der digitalen Lösung von divirod und Telekom lassen sich Wasserstände verfolgen und das kontinuierlich, genau und völlig automatisiert. Anhand der gewonnenen Daten können die langfristigen Effekte des Klimawandels sichtbar gemacht werden. Die Technologie hilft, vorausschauend zu denken und zu handeln, um so Katastrophen im besten Fall zu vermeiden oder die Folgen zu lindern“, sagt Dennis Nikles, Geschäftsführer Deutsche Telekom IoT GmbH.

Das Internet der Dinge hilft beim Klimaschutz

Die Sensoren von divirod sammeln weltweit und rund um die Uhr Wasserdaten. Sie erfassen den Wasserstand, Gezeiten, Schnee, Eis und Niederschlag. Die Sensoren sind mit SIM-Karten der Telekom bestückt, die die Daten über das weltweite Telekom-Netz (LTE-M, Long Term Evolution for Machines) an die Cloud von divirod übermitteln. Kunden erhalten lokale, individuelle Wasser-Daten, die sie jährlich und nach Verbrauch (Englisch: Data as a Service, DaaS) bezahlen. Investitionskosten entfallen, denn divirod betreibt und wartet Sensoren weltweit. Diese Services von divirod bietet die Telekom nun auch in ihrem Lösungs-Portfolio an.

LTE-M ist speziell auf die Konnektivität für Anwendungen im Internet der Dinge (IoT) ausgelegt und 5G-tauglich. Es zeichnet sich durch geringe Latenzzeiten, niedrigen Energieverbrauch und eine hohe Verfügbarkeit in Innenräumen aus. LTE-M steht in über zehn Ländern über die Telekom zur Verfügung. Mit AT&T auch in den USA sowie über NTT DoCoMo in Japan. Das Telekom-Netz wird kontinuierlich erweitert. Wenn keine Konnektivität über LTE-M möglich ist wird 2G oder LTE genutzt. 

Resilienz gegen Wasserkatastrophen

„Bestehenden Modellen fehlt es an ausreichenden Wasserdaten für eine genaue Risikovorhersage. Wir arbeiten daran, eine möglichst vollständige Datenbank von Wasserdaten aufzubauen. Unsere satellitengestützten Sensoren liefern genauste Daten in Echtzeit. Mit der Vergleichbarkeit und Detailtiefe der Werte lassen sich jederzeit aktuelle Lagebilder erstellen. Unsere Technologie ist hoch skalierbar, kostengünstig und kann weltweit eingesetzt werden.“, sagt Javier Marti, Gründer und Geschäftsführer von divirod, dem Spezialisten für Wasserinfrastruktur und -analytik. „Wir erreichen Resilienz, wenn wir intelligent und nachhaltig auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren können. Wasserdaten sind der Schlüssel für schnelle Reaktionen, mittelfristige Entscheidungen und langfristige Planungen.“ 

Wasser beobachten

Bei starken Regenfällen treten Flüsse schnell über die Ufer oder Seen und Staudämme laufen voll. Immer häufiger kommt es zu schweren Auswirkungen für Mensch und Umwelt mit enormen finanziellen Folgen. Herkömmliche Methoden, um Wasserpegel zu messen, sind häufig manuell, mitunter ungenau, wartungs- und kostenintensiv sowie anfällig für Umgebungseinflüsse. Sie liefern keine belastbaren Messwerte. Die Lösung von divirod und der Telekom überwacht vollautomatisiert Wasserstände in Stauseen und Flüssen oder warnt bei Hochwasser, Schneeansammlungen und Eis auf Dächern und Straßen. Sie bietet den zuständigen Behörden rund um die Uhr Daten in Echtzeit.  

Dächer schützen

Für die Immobilienbranche wurde die „divirod RoofWatch“ entwickelt. Sie überwacht Dächer von Gewerbeimmobilien oder großen Lagerhallen 24 Stunden pro Tag. Der Service alarmiert bei zu viel Wasser, Schnee oder Eis auf dem Dach. So wird die Einsturzgefahr minimiert und die Gebäudesicherheit erhöht. Die Technologie erkennt auch frühzeitig Staus in Abflüssen. Schäden innerhalb und außerhalb von Anlagen werden vermieden und die Betriebsrisiken gemindert. 

Küsten überwachen

Flutwellen und der weltweite Anstieg des Meeresspiegels bedrohen die Küstengebiete. Die Schäden für Grundstückseigentümer, Unternehmen und kritische Infrastrukturen sind groß, ebenso die wirtschaftlichen Folgen. Maßnahmen zur Vorbeugung und zum Schutz sind mit bestehenden Technologien begrenzt. Die digitale Lösung überwacht Küsten und erfasst Daten über Flutwellen, starke Wellenaktivität und möglichen Küstenerosionen. Sensoren an der Küste berechnen, wann eine Flut auf das Land trifft. Mit diesen Daten lassen sich Maßnahmen zum Schutz von Vermögenswerten umsetzen, belegen und bei Versicherungen, Finanzunternehmen und Kommunen nachweisen.


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Dezember 2021 / No 91

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