Königin Silvia von Schweden (Mitte) mit hr-iNFO Programmchefin und Hörfunk-Chefredakteurin Katja Marx und den hr-Journalistinnen Christina Sianides, Christine Rütten und Petra Boberg (von links) Königin Silvia von Schweden (Mitte) mit hr-iNFO Programmchefin und Hörfunk-Chefredakteurin Katja Marx und den hr-Journalistinnen Christina Sianides, Christine Rütten und Petra Boberg (von links) - © Foto: hr -
DAUN, 09.09.2019 - 10:03 Uhr
Kultur

Childhood Award 2019 für „Opfer ohne Stimme“

Königin Silvia von Schweden zeichnete hr-Produktion aus

Seit 20 Jahren kümmert sich die schwedische Königin Silvia intensiv um benachteiligte Kinder mit der „World Childhood Foundation“. Nun hat sie in Heidelberg ein Redaktionsteam des Hessischen Rundfunks (hr) mit dem Childhood Award 2019 für ein multimediales Themenspecial ausgezeichnet. Es befasst sich intensiv mit Ursachen und Folgen von Kindesmisshandlung.

Hoher Besuch in Heidelberg: Königin Silvia von Schweden hat den Donnerstag in ihrer Heimatstadt verbracht und ein Kinderhaus eingeweiht, in dem Kinder und Jugendliche Hilfe bekommen, wenn sie Opfer oder Zeugen von Gewalt geworden sind. Damit verbunden war die Auszeichnung eines elfköpfigen hr-Redaktionsteams für die multimediale Berichterstattung „Opfer ohne Stimme – Wie wir unsere Kinder vor Gewalt schützen.“

Den Preis übergab die Schirmherrin und Gründerin des Vereins an drei Vertreterinnen des Teams persönlich. „Sie haben mit Ihrem sorgfältig recherchierten Beitrag wertvolle Aufklärung zum Thema Kindesmisshandlung geleistet. Ich danke Ihnen für Ihren Mut, dieses häufig noch verschwiegene Tabuthema so ehrlich und offen aufbereitet zu haben“, würdigte die schwedische Königin die Arbeit der hr-Teams.

Die Laudatio hielt Floria Landgräfin von Hessen: „Der Hessische Rundfunk hat mit einem bemerkenswerten Multimedia-Projekt Kindesmisshandlung in Deutschland aus der Dunkelheit ans Licht geholt und gefragt, warum es eigentlich so schwierig ist, diese schlimmsten aller Taten zu entdecken und vor allem, zu verhindern.“

„Opfer ohne Stimme“: große Resonanz

Im Mai 2018 hatte das Team von hr-iNFO und hr-fernsehen mit einem Radioschwerpunkt und dem ARD-weit ausgestrahlten Film „Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln“ für ein großes Echo in Politik und Fachwelt sowie beim Publikum gesorgt. Flankiert von einer Studie der Hochschule Koblenz zeigten die Autor*innen auf: Viele Jugendämter in Deutschland sind für den Kampf gegen Kindesmisshandlung unzureichend gerüstet. Die Gründe: zu viele Fälle, zu wenig Personal und eine unzureichende Ausstattung. Was das für betroffene Kinder und Familien bedeutet, wurde auch im bereits preisgekrönten Online-Special von hr-iNFO „Gewalt gegen Kinder – Folgen und Auswege“ aufgezeigt.

20 Jahre World Childhood Foundation

Die Jubiläumsgala im Heidelberger Schloss mit der Preisübergabe war ein Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltungen zum 20-jährigen Bestehen der World Childhood Foundation bis zum heutigen Freitag.

Mit Leipzig und Heidelberg gibt es derzeit zwei Childhood-Häuser in Deutschland. Ein weiteres Haus ist perspektivisch in Hessen geplant. In diesen Einrichtungen bekommen Kinder und Jugendliche, die Opfer oder Zeugen von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden sind, psychologische, medizinische und rechtliche Hilfe.

Die World Childhood Foundation wurde 1999 von der schwedischen Königin gegründet. Sie ist auch Schirmherrin der Stiftung, die sich in 15 Ländern mit über 100 Projekten zum Schutz sexuell missbrauchter Kinder und Jugendlicher engagiert.

Mehr zum Thema

Das große hr-iNFO-Online-Dossier „Gewalt gegen Kinder – Folgen und Auswege“ ist abrufbar unter www.hrinforadio.de/programm/dossiers/kindeswohl. Die Fernsehdokumentation „Wenn Eltern ihre Kinder misshandeln“ wiederholt das hr-fernsehen am Donnerstag, 19. September, um 23.15 Uhr.  


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