Fidelis Waldvogel (Jonas Nay) und Eva (Leonie Benesch) sind glücklich miteinander. Fidelis Waldvogel (Jonas Nay) und Eva (Leonie Benesch) sind glücklich miteinander. - © Foto: Foto: ARD Degeto/SWR/Moovie//Constantin Film/Walter Wehner -
DAUN, 17.03.2020 - 10:27 Uhr
Kultur

„Da steckt ganz viel Herzblut drin“ – Interview mit Jonas Nay

Ein bewegendes Kapitel der deutschen Geschichte: Zwischen 1820 und 1930 wanderten knapp sechs Millionen Deutsche nach Amerika aus. Aus Gründen der politischen und religiösen Verfolgung, aber auch aus wirtschaftlicher Not. Dass aus diesem historischen Stoff ein packendes Filmepos werden könnte, ahnte Jonas Nay sofort, als er von dem ambitionierten TV-Projekt erfuhr. Hartnäckig bemühte er sich um einen tragenden Part in dem Auswandererdrama „Der Club der singenden Metzger“, das die ARD als großes Fernsehevent zwischen den Jahren zeigt (27.12, 20.15 Uhr). Und tatsächlich schaffte es der Norddeutsche, die Hauptrolle des schwäbischen Metzgers Fidelis Waldvogel zu ergattern und auch noch die komplette Filmmusik für die 180-minütige Familiensaga zu schreiben. Wie es ihm gelang, perfekt „schwäbeln“ zu lernen, den badischen Regisseur und die schwäbische Casterin vor Ort zu überzeugen und sich mit Verve in die Rolle zu schmeißen, verrät er im Interview mit vivanty. Darin erzählt der mehrfach preisgekrönte Schauspieler auch, was Heimat für ihn bedeutet, warum ihm dieses Filmprojekt ein Herzensanliegen ist und wie er sich auf seinen Part als Musik liebender Metzger professionell vorbereitet hat.

Herr Nay, warum wollten Sie an diesem Filmprojekt unbedingt mitwirken? Der historische Filmstoff, der besondere Blickwinkel und das tolle Drehbuch von Doris Dörrie und Ruth Stadler haben mich sofort gekriegt. Auch die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird, ist sehr ungewöhnlich und faszinierend. Viele Film-Scripts, die ich in letzter Zeit gelesen habe, sind auf Schnelligkeit getrimmt. Darauf, dass in kurzer Zeit sehr viel geschieht. Vielleicht auch wegen der vielen Serien, die gerade produziert werden. Da müssen in der ersten Folge schon tausend Dinge passieren. Deshalb fand ich dieses Drehbuch so erfrischend anders.

Wie anders? Der Film nimmt sich die Zeit, starke Charaktere zu entwickeln und ihrem Leben zu folgen. Die Geschichte bleibt sehr nah an den Figuren, ohne künstliche Plots zu erzeugen. Diese sehr ruhige epische Erzählweise ist heute schon etwas ganz Besonderes. Schon beim ersten Lesen des Drehbuchs hat es mich gepackt, und ich bin ganz in diese Welt eingetaucht.

Der Kriegsheimkehrer Fidelis Waldvogel macht sich mit seinem Fleischermesser und einem Koffer voller Würste auf ins ferne Amerika. Was hat Sie an Ihrer fiktiven Filmfigur besonders beeindruckt? Sein großer Mut, sein Familiensinn und seine Willensstärke. Fidelis ist zupackend, aufrichtig, eine treue Seele und ein Steh-auf- Männchen, das wenig menschliche Schwäche zeigt. Gleichzeitig hat er durch seine Kriegstraumatisierung auch eine Grundtraurigkeit, Rastlosigkeit und innere Zerrissenheit. Seine schrecklichen Erlebnisse holen ihn immer wieder ein. Die Figur ist zwar fiktiv und dem Roman der amerikanischen Schriftstellerin Louise Erdrich entnommen, aber er wirkt sehr real. Vielleicht auch, weil Erdrich in dem Roman die echte Familiengeschichte ihres Großvaters reingewoben hat. Das fand ich besonders spannend. Dass man in jeder Szene spürt: Da steckt ganz viel Herzblut drin.

Und was war für Sie schauspielerisch der größte Reiz? Dass diese Rolle ein enormes Entwicklungspotential hat. Fidelis äußere Stärke zu zeigen und gleichzeitig seine innere Verletzlichkeit fühlbar zu machen, war eine Herausforderung Wahnsinn, welches Paket dieser Kerl mit sich herumschleppt und wie er ständig über sich selbst hinauswächst. Er kommt aus dem Ersten Weltkrieg, ist traumatisiert von seinen brutalen Erlebnissen im Schützengraben, lässt sein altes Leben komplett hinter sich und baut sich in der Fremde eine ganz neue Existenz auf. Trotzdem vergisst er nie seine schwäbische Heimat.

Wie haben Sie es geschafft, als Norddeutscher beim Rollen-Casting als schwäbischer Metzger zu überzeugen? Ich wollte die Rolle zwar unbedingt haben, aber ich musste schon flehen, um überhaupt zum Casting eingeladen zu werden. Denn sowohl der badische Regisseur, Uli Edel, als auch die schwäbische Casterin waren bei mir zunächst sehr skeptisch: Sie wollten eigentlich einen Schauspieler mit erkennbaren schwäbischen Dialekt, und bei mir kann man den norddeutschen Slang nun mal kaum überhören. Also hab ich die beiden überzeugt, mir wenigstens eine Chance zu geben und mich richtig in die Rollenvorbereitung reingehängt. Das heißt, ich hab schon vor dem ersten Casting fleißig Schwäbisch gepaukt und mir dafür einen speziellen Sprachcoach in Hamburg gesucht.

Einen Sprachcoach für Schwäbisch? (lacht) Sozusagen. Gabriele Rossmanith hat mich gecoached. Sie kommt aus Schwaben, ist Fidelis Waldvogel (Jonas Nay, vorne) gründet mit Dr. Hagenau (Gerhard Liebmann, v. li. n. re.), Zumbrugge (Jean-Pierre Cornu), Kozka (Maciej Salamon), Cyprian (Vladimir Korneev) und Robert (Sylvester Groth) einen Männerchor. © RD Degeto/SWR/Moovie//Constantin Film/Walter WehnerOpernsängerin an der Hamburger Staatsoper und hat dadurch auch Zugang zu dramatischen Stoffen. Mit ihr habe ich mir dann die ersten Castingtexte erarbeitet – ähnlich wie beim Englischvokabel-Lernen. Mit listen und repeat. Bis ich mich sicher genug gefühlt und auch die typische Sprechmelodie beherrscht habe. Damit bin ich dann zum Casting - und bekam die Rolle.

Haben Sie sich so auch die Drehbuchtexte erarbeitet? Genau. Gabriele Rossmanith hat mir dann auch bei der weiteren Rollenvorbereitung geholfen, die Texte mit möglichst authentischen schwäbischen Dialekt zu sprechen. Auch während der Dreharbeiten hat sie mir digital zur Seite gestanden, wenn sich zum Beispiel spontane Textänderungen ergeben hatten. So hat das alles ganz gut funktioniert, auch wenn ich gelernt habe: „Aus amme Bäsaschdiel kasch need guad a Flöd schnitz.“ (Aus einem Besenstil kannst du kaum eine gute Flöte schnitzen.)

Um diesen Ausnahmefilm zu realisieren, wurde ein ungewöhnlich hoher Produktionsaufwand betrieben. Wie haben Sie die mehrmonatigen Dreharbeiten erlebt? Das war schon eine ganz besondere Zeit. Unser Hauptfilmset lag in Kroatien, etwa eine Stunde von Zagreb entfernt, an einem sehr speziellen Ort: Wir haben auf einer riesigen Viehweide im Nirgendwo gedreht, wo hunderte halbwilde Pferde, Esel, Kühe und kleine Schweine frei herumliefen. Die Häuser waren wie in einer Westernstadt aufgebaut, weil die Geschichte ja in einem Städtchen in North Dakota spielt. Die Bäume dort waren nur hüfthoch, und überall lagen gestrandete Boote herum, weil die Weide im Frühling komplett unter Wasser steht und sich dann in eine Moorlandschaft verwandelt. Das hat sich alles irgendwie absurd angefühlt, so dass man allein durch diese Kulisse in einer völlig anderen Welt war.

Zur atmosphärischen Dichte des Films trägt auch ganz wesentlich die Filmmusik bei, die Sie selber komponiert haben. Wie und wo haben Sie das gelernt? Ich hab Filmkomposition sogar richtig studiert, an der „Musicube Academy“ in Bonn. Momentan bin ich außerdem kurz vor dem Abschluss meines „Bachelor of Arts“-Studiums an der Musikhochschule Lübeck, Hauptfach Jazzpiano. Die Filmmusik zum „Club der singenden Metzger“ habe ich aber nicht allein, sondern zusammen mit meinem Kompositionspartner David Grabowski geschrieben – dem Gitarristen meiner Band „Pudeldame“. Wir haben schon mehrere Filmmusiken zusammen komponiert. Aber für den „Club der singenden Metzger“ war es das erste Mal, dass ich die Musik für einen Film geschrieben habe, in dem ich auch selber mitspiele. Das war auch für mich ein Novum. Auf einmal war ich auch an der ganzen Postproduktion beteiligt. Und ich habe wieder einmal gemerkt, welchen großen Anteil die Musik an der generellen Stimmung eines Films hat – gerade bei so einem epischen Stoff wie diesem.

Wie konnten Sie den Auftrag für die Komposition dieser Filmmusik ergattern? Den Auftrag habe ich tatsächlich erst erhalten, nachdem wir den Film schon fertig abgedreht hatten. Uli Edel hatte sehr genaue Vorstellungen davon, wie die Filmmusik für diesen 180-Minüter sein sollte. Der Soundtrack sollte völlig unterschiedliche Welten musikalisch miteinander verbinden: von der schwäbischen Provinz über einen Hamburger Wanderzirkus bis in den Wilden Westen von North Dakota. Außerdem musste auch die damalige Zeit, die Epoche nach dem Ersten Weltkrieg, berücksichtig werden. Schließlich konnte ich ihn mit meinen Ideen überzeugen. Vielleicht auch weil ich Uli Edel während der Dreharbeiten immer wieder Filmmusik von David und mir vorgespielt hatte, die auch – ganz zufällig (grinst) - Bluegrass-Elemente enthielt.

Und wie haben Sie Ihre Ideen schließlich umgesetzt? In einer sehr intensiven Arbeitsphase. David und ich hatten uns zweieinhalb Monate bei mir zu Hause in meinem Kellerstudio verschanzt, um die einzelnen Stücke zu komponieren. Dafür haben wir uns jede Filmszene gefühlte tausend Mal angeschaut. Toll war, dass wir uns stilistisch regelrecht austoben durften. So haben wir Folklore- und Wild-West-Musik, Bluegrass- © Foto: Anne Wilkund Dixieland-Stücke komponiert. Und diese wunderschönen deutschen Volkslieder einfließen lassen. Dann haben wir das Ganze mit einem Streichquintett aus Hamburger Klassikstudenten aufgenommen. Auch tolle Solisten an der Klarinette und der Mundharmonika konnten wir gewinnen; und sogar eine Dixieland-Kapelle, die „Ragtime Bandits“ aus Hamburg.

Musik spielt in Ihrem Leben generell eine große Rolle: 2016 haben Sie Ihre eigene Band „Pudeldame“ gegründet. Schreiben Sie die deutschen Songtexte selber? Teilweise ja, teilweise aber auch gemeinsam mit dem Schauspieler David Schütter, mit dem ich mal zusammen gedreht hatte. Gerade haben wir übrigens unser erstes Album aufgenommen, von dem demnächst eine Single-Auskopplung erscheint. Und im Frühjahr 2020 gehen wir auf Tour. Darauf freue ich mich schon sehr.

Wie sind Sie eigentlich auf der Bühne: eher cool oder mehr der Typ Rampensau? Bei unseren Konzerten geht es ziemlich ab. Aber das liegt so in der Natur der Sache. Wir machen ja Musik, die extrem nach vorne geht. Die ist schon extrem „dancy“, so dass ich mich dem gar nicht entziehen kann. Ich liebe diese Musik so sehr, dass dabei cool bleiben und stillstehen gar nicht geht. Ich hab auf der Bühne jedenfalls immer tierisch viel Spaß, und das kann man ruhig sehen. (lacht)

Apropos tierisch – wir müssen noch über ein anderes Thema sprechen: Stimmt es, dass Sie zur Filmvorbereitung in einer Travemünder Fleischerei hospitiert und dort selber Schweinehälften zerlegt haben? Das ist tatsächlich wahr. Meine Metzger-Szenen im Film sollten schließlich echt wirken. Da muss ich das Messer schon richtig halten. Das hat auch mit Respekt vor dem Handwerk zu tun. Also hab ich zwei Wochen lang ein Praktikum in einem Familienbetrieb in Travemünde absolviert. Das war sehr lehrreich. Das traditionelle Fleischereihandwerk stirbt ja aus. Dieser Travemünder Betrieb ist einer der wenigen, der diese Arbeit noch mit der Hand macht. Deshalb war ich sehr dankbar, dort hospitieren zu dürfen. Denn ich wollte ja wissen, wie dieses Handwerk funktioniert, um es möglichst realistisch darstellen zu können. Dazu hat dann auch das Filetieren und Zerlegen von Schweinehälften gehört. Das war dann aber Fleisch aus dem Kühlraum, das bereits ausgeblutet war. - Trotzdem hat sich mein eigener Fleischkonsum seitdem schon deutlich verringert.

Im Film beruhigt Fidelis die Schweine vor dem Schlachten mit einem Spiegeltrick. Wie realitätsnah ist das? Das habe ich auch erfragt. Im Film hat der Blick in den Spiegel vor allem mystischen Charakter, in der Realität wird das so nicht praktiziert - soweit ich weiß. Allerdings gibt es beim Schlachten tatsächlich verschiedene Methoden, um die Tiere zu beruhigen und ihnen die Angst zu nehmen. Zum Beispiel das Abspielen von Musik, um Stress zu vermeiden. – Das macht Sinn. Denn ich finde, auch Tiere haben ein würdiges Leben und ein würdiges Sterben verdient. Den Respekt vor dem Tier sollte man jedenfalls nie verlieren. Deshalb bin ich auch ein Gegner von Intensivtierhaltungen, Massenschlachtungen und langen Transportwegen.

Sie leben nach wie vor in Ihrer Geburtsstadt Lübeck. Was bedeutet Heimat für Sie? Heimat ist für mich vor allem der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin. Das ist ganz klar Lübeck für mich. Die ersten 18 Jahre meines Lebens habe ich hier durchgehend verbracht. Diese Stadt ist für mich ein Epizentrum meiner Kindheit und meiner Jugend. Hier kann ich immer wieder zurückkehren. Hier ist meine Familie, hier habe ich meine Freunde, meine Band, meinen Handballverein. - Wenn ich mal länger weg bin wegen Dreharbeiten, vermissen mich die Jungs ganz schrecklich, und ich sie auch.

Sie haben also öfters Heimweh als Fernweh? Auf jeden Fall. Bedingt durch meinen Job bin ich ja sehr viel unterwegs und fühle mich manchmal wie ein Weltenbummler. Als Gegenmittel gegen diese Rastlosigkeit brauche ich dann ganz dringend meine Ruheinseln – vertraute Gesichter, Straßen, Geräusche, Gerüche, mein ganzes soziales Umfeld und meine Musik. Das alles finde ich in Lübeck. Ich liebe zum Beispiel dieses Gefühl, wenn ich auf dem Hamburger Hauptbahnhof ankomme, auf den Zug nach Lübeck warte und weiß, jetzt kommt gleich die Regionalbahn, jetzt geht’s endlich nach Hause. Da kribbelt es richtig in mir.

Und was hilft Ihnen in der Ferne gegen diese Sehnsucht nach Zuhause? Auch in der Ferne beruhigt mich am besten die Musik - wie bei Fidelis, der das Singen als beste Medizin gegen sein Heimweh entdeckt. Wenn ich länger für Dreharbeiten von zu Hause weg bin, dann nehme ich mir immer mein halbes Musikstudio mit. Dann schreibe ich nach Drehschluss Songs für meine Band, komponiere Filmmusik oder tüdel einfach nur so vor mich hin - wie meine Oma sagen würde.

Können Sie eigentlich auch Platt snacken? Ich verstehe zwar alles, weil meine Großeltern und Urgroßeltern mit mir platt gesnackt haben, aber selber Plattdeutsch zu sprechen, ist für mich schon eher schwierig. Damit tue ich mich recht schwer. Trotzdem ist bei mir immer eine erkennbar norddeutsche Einfärbung beim Sprechen geblieben.

Heimat ist ja auch ein großes Thema des Films. Während sich Ihre Filmfigur Anfang des letzten Jahrhunderts in das gelobte Land Amerika aufmacht, zieht es heute viele Menschen ins gelobte Land Europa. Beschäftigt Sie das Thema Migration auch über den Film hinaus? Auf jeden Fall. Deshalb finde ich diesen Film auch so toll und wichtig, weil er eine ungewöhnliche Sichtweise zu diesem sehr aktuellen Thema zeigt. - Viele Filme drehen sich heute ja um das Thema Deutschland als Einwandererland. „Der Club der singenden Metzger“ wechselt hingegen die Perspektive, zeigt mal einen ganz anderen, historisch untermauerten Blickwinkel: Viele Deutsche sind damals aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet, haben ihr Glück in der Fremde gesucht - viele in Amerika. Das ist doch eine schöne Parabel dafür, dass wir uns immer wieder an die eigene Nase fassen und gute Gastgeber sein sollten. Denn auch wir könnten wieder in diese Rolle rutschen und selber zu Flüchtlingen werden. Die Auswanderer im Film sind keine Opfer, sondern vom Schicksal getriebene Menschen mit dem nachvollziehbaren Willen, sich ein neues Leben aufzubauen. Das macht diesen Film meiner Meinung nach zu einem so starken und zeitlosen Stoff.

Es geht in diesem Film auch um zeitlose Ideale wie Freundschaft, Treue und Verantwortungsbewusstsein. Sind Ihnen diese Werte ebenfalls wichtig? Total. Diese Werte wurden mir von meiner Familie von Kindheit an eingebläut. Wenn mir meine Eltern etwas ganz doll mit auf den Lebensweg gegeben haben, dann sind das diese zutiefst menschlichen Werte wie Aufrichtigkeit, Respekt und Mitgefühl. Dafür bin ich ihnen heute noch sehr dankbar. Sie haben mir eingeschärft, andere Menschen immer so zu behandeln wie man auch selbst behandelt werden möchte. Nächstenliebe ist doch die Basis von allem – egal ob man religiös ist oder Atheist. Leider beobachte ich zunehmend eine extreme Verrohung in unserer Gesellschaft auf verschiedensten Plattformen. Da stehe ich manchmal wie vor einem Autounfall und denke: Wie konnte es nur so weit kommen? Deshalb sollten wir alle daran arbeiten, dass die Welt, in der wir leben, auch künftig lebens- und liebenswert bleibt.

Und was wünschen Sie sich für die nahe Zukunft – für das Jahr 2020? Für mich persönlich? Dass sich noch mehr solche tollen Filmprojekte für mich ergeben wie „Der Club der singenden Metzger“. Und - weil ich momentan in Berlin für „Deutschland `89“ vor der Kamera stehe - wünsche ich mir natürlich auch, dass die dritte Staffel dieser Spionageserie bei den Zuschauern so gut ankommt wie schon die ersten beiden Staffeln. Schön wäre auch, wenn ich 2020 ein bisschen mehr Zeit für meine Musik hätte als 2019, wo ich sehr viel gedreht habe. Aber vor allem freue ich mich 2020 darauf, mit meiner Band zweimal auf Tournee zu gehen und das Baby, an dem wir so lange im Studio gebastelt haben, endlich auf die Bühne zu bringen.

Multitalent

Er hat das richtige Gespür für gute Rollen und die bedeutendsten deutschen Filmpreise im Regal. Jonas Nay gilt als das Gesicht des jungen deutschen Fernsehfilms und ist Garant für anspruchsvolle Fernsehkost. In vielen hochkarätigen TV-Produktionen hat der 29-jährige Norddeutsche (geb. 20.9.1990 in Lübeck) bisher Zuschauer und Kritiker gleichermaßen überzeugt. Mit dem Drama „Homevideo“ schaffte der frühere Kinderdarsteller 2011 seinen großen Film-Durchbruch. Es folgten weitere tragende Parts, u.a. in dem Krimi „Tod an der Ostsee“ (2012), dem Thriller „Nichts mehr wie vorher“ (2013), dem Kinofilm „Hirngespinster“ (2014), der Literatur-Verfilmung „Schweigeminute“ (2016), der Komödie „Vadder, Kutter, Sohn“ (2017), dem historischen Mehrteiler „Tannbach“ (2015), dem Kino-Drama „Wir sind jung. Wir sind stark“ (2015) oder der international erfolgreichen Spionageserie „Deutschland 83“ (2015) und „Deutschland 86“ (2018). Multitalent Nay ist nicht nur mehrfach preisgekrönter Schauspieler, sondern auch professioneller Musiker. In Bonn hat er Filmmusikkomposition und an der Musikhochschule Lübeck Jazz-Piano studiert. (ple)

Interview von Claudia Pless


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://vivanty.de/kultur/da-steckt-ganz-viel-herzblut-drin-interview-mit-jonas-nay
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.