DAUN, 12.09.2022 - 14:50 Uhr
Kultur

Deutscher Fernsehpreis 2022: Ehrenpreis für Iris Berben

Den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises erhält in diesem Jahr Iris Berben. Mit der Auszeichnung würdigen die Stifter die Schauspielerin als eine Persönlichkeit, die mit ihren Rollen seit den späten 1960er-Jahren immer wieder für glanzvolle Höhepunkte der Schauspielkunst sorgt. So gehört sie aktuell u.a. zum Ensemble von Ruben Östlunds Film „Triangle of Sadness“, der in diesem Jahr in Cannes die Goldene Palme gewann. Ab 20. Oktober ist sie zudem in Sönke Wortmanns neuer Komödie „Der Nachname“ im Kino zu sehen. Zuvor wird die Ausnahmenkünstlerin am 14. September in der Primetime-Show „Die TV-Highlights des Jahres“ in den Kölner MMC Studios den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises 2022 persönlich entgegennehmen. Das ZDF strahlt die von Barbara Schöneberger moderierte Gala am selben Abend um 20:15 Uhr aus.

„Iris Berben gehört zweifellos zu den ganz Großen unter Deutschlands Schauspielerinnen“, so ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler als diesjähriger Vorsitzender des Stifterkreises. „Sie ist im besten Sinne des Wortes eine großartige Charakterdarstellerin, die Film- und Fernsehschaffende sowie nicht zuletzt das Publikum seit Jahrzehnten inspiriert – mit Charme und Charisma, mit großer darstellerischer Kraft und überzeugender Authentizität. Bei all dem gehören ihre immer wieder begeisternde Kunst und ihr ebenso vielfältiges wie ernsthaftes gesellschaftspolitisches Engagement zusammen. Mit ihrem herausragenden Einsatz für Toleranz und Humanität und gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus bezieht sie eindeutig und mutig Position.“

Iris Berben ist nicht nur eine der bekanntesten, sondern auch eine der profiliertesten und vielseitigsten Schauspielerinnen Deutschlands. Dass sie auch international überzeugt, zeigt sie derzeit in dem aktuellen Film des schwedischen Regisseurs Ruben Östlund: Sie gehört zum Cast der Tragikomödie „Triangle of Sadness“, die erst im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes mit der Goldene Palme ausgezeichnet wurde. Am 13. Oktober kommt der Film in die Kinos.

Ihre Karriere vor der Kamera begann die 1950 in Detmold geborene und in Hamburg aufgewachsene Künstlerin bereits in den 1960er-Jahren. So drehte sie mit Filmemacher-Legende Rudolf Thome (u.a. „Detektive“) und wirkte in Alfred Vohrers Edgar-Wallace-Film „Der Mann mit dem Glasauge“ mit. Hinzu kam 1970 der Italo-Western „Zwei Companeros“ von Sergio Corbucci an der Seite von Franco Nero und Jack Palance.

Nach zahlreichen weiteren Auftritten in Fernsehfilmen und Serien wurde Iris Berben dem deutschen TV-Publikum vor allem ab 1978 ein Begriff: Gemeinsam mit Ingrid Steeger spielte sie eine der beiden Hauptrollen in Michael Pfleghars legendärer Comedy-Serie „Zwei himmlische Töchter“. Es folgten Filme wie „Schwarzfahrer“ (1983) und „Tapetenwechsel“ (1984). Schließlich überzeugte sie 1985/86 erneut vor allem durch ihr mitreißendes komödiantisches Talent: Gemeinsam mit Diether Krebs brachte sie die Nation mit den liebevoll inszenierten und mit ernsthafter Hingabe zur Komik gespielten Szenen des unvergessenen Comedy-Klassikers „Sketchup“ (ARD) zum Lachen. Ihreenorme darstellerische Wandelbarkeit stellte Berben dann ab 1986 ebenso in der ZDFSerie „Das Erbe der Guldenburgs“ in der Rolle der labilen Evelyn Lauritzen unter Beweis.

Ab den 90er-Jahren folgten zahlreiche Hauptrollen in Fernsehfilmen wie „Vergewaltigt – Eine Frau schlägt zurück“ (1998) oder „Das Miststück“ (1998) sowie an der Seite ihrer Kollegin Hannelore Elsner in „Andrea und Marie“ (1998) und „Fahr zur Hölle, Schwester!“ (2002). Als Kriminalkommissarin „Rosa Roth“ verkörperte Iris Berben ab 1994 in der gleichnamigen ZDF-Serie einen völlig neuen Ermittler-Typus. Fast 20 Jahre lang sorgte sie mit dieser vielschichtigen Figur in insgesamt 31 Folgen regelmäßig für Krimi-Hochspannung.

In hochkarätig produzierten Filmen und Mehrteilern wie „Die Patriarchin“ (2005), „Afrika, mon amour“ (2007) oder „Krupp – Eine deutsche Familie“ (2009) festigte sie ihren Ruf als eine der eindrucksvollsten Charakterdarstellerinnen Deutschlands. Hinzu kamen Hauptrollen in Produktionen wie „Ein weites Herz – Schicksalsjahre einer deutschen Familie“ (2013), „Der Wagner-Clan. Eine Familiengeschichte“ (2014, als Cosima Wagner) und „Die Protokollantin“ (2018). In „Sternstunde ihres Lebens“ (2014) spielte Berben die Politikerin Elisabeth Selbert, die als Mitglied des Parlamentarischen Rats 1949 gegen alle Widerstände maßgeblich daran mitwirkte, dass der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Auch hier wird deutlich, wie wichtig Iris Berben gesellschaftspolitische Themen immer schon waren.

Auch abseits ihrer Rollen zeigt die Künstlerin öffentlich Haltung und übernimmt immer wieder Verantwortung. Dazu gehört nicht zuletzt ihr Engagement für Humanismus und Völkerverständigung, wobei sie einen besonderen Schwerpunkt auf das Judentum und den Staat Israel legt. Hierfür wurde sie 2002 mit dem Leo-Baeck-Preis geehrt. Iris Berben unterstützt darüber hinaus u.a. den Verein Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e. V. und ist überdies Botschafterin für den „Raum der Namen“ im Berliner Holocaust-Denkmal. Des Weiteren war sie 2010 bis 2019 Präsidentin der Deutschen Filmakademie.

Iris Berbens schauspielerische Kreativität bereichert auch weiterhin mit großer Regelmäßigkeit die deutsche Film- und TV-Szene. Beispielsweise beeindruckte sie 2020 als Hauptdarstellerin des bewegenden Zweiteilers „Altes Land“ nach dem gleichnamigen Roman von Dörte Hansen. Sie spielte u.a. in der Miniserie „Unter Freunden stirbt man nicht“ (2020, Vox) und in der Satire „Das Unwort“ (2020, ZDF).

Weitere Informationen zum Deutschen Fernsehpreis gibt es unter: www.deutscherfernsehpreis.de.

 


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