Auf diesem Foto sind die beiden Regisseure Arkadij Khaet (am Mikro) und Mickey Paatzsch (2.v.r.) zu sehen sowie MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt (rechts). Auf diesem Foto sind die beiden Regisseure Arkadij Khaet (am Mikro) und Mickey Paatzsch (2.v.r.) zu sehen sowie MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt (rechts). - © Foto: Michael Kaltenecker -
DAUN, 14.09.2020 - 11:50 Uhr
Kultur

Filmfest Dresden: „Masel Tov Cocktail“ gewinnt den vom MDR gestifteten Publikumspreis

Der Kurzfilm „Masel Tov Cocktail“ von Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch hat beim 32. Filmfest Dresden den vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) mit 4.000 Euro dotieren Publikumspreis im Nationalen Wettbewerb gewonnen. Den „Goldenen Reiter“ in dieser Kategorie überreichte gestern, 12. September 2020, MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt.

Dima, 16, ist Sohn russischer Einwanderer, Schüler am Gymnasium, und er ist Jude. Das wäre nicht der Rede wert, wenn nicht alle ständig darüber reden würden. So auch sein Klassenkamerad Tobi, der ihn eines Tages in der Toilette mit einem ziemlich schlechten Witz über das Schicksal der Juden in Deutschland provoziert. Dima könnte darüber hinweggehen, aber dazu hat er keine Lust – und so verprügelt er Tobi. Dies hat einen Schulverweis zur Folge, verbunden mit der Auflage, sich bei Tobi zu entschuldigen. Sein Weg zu ihm wird zu einem rasanten Roadtrip durch die Stadt mit einer Vielzahl von Begegnungen mit Menschen, die alle eine Haltung zu Juden, zum Judentum haben. Vom naiven Philosemitismus, über Ignoranz, Zionismus bis zum Antisemitismus erlebt Dima wie im Zeitraffer, was in Deutschland zum Judentum gedacht und laut oder leise gesagt wird. Am Ende trifft er an unerwarteter Stelle wieder auf Tobi, und erneut reden sie über Juden. Diesmal könnte alles gut werden … Der Film „Masel Tov Cocktail“ (Deutschland, 2020) von den Regisseuren Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch (Produzenten: Christine Duttlinger, Ludwig Meck, Lotta Schmelzer, Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg, SWR, Arte) erzählt davon, welche Erfahrungen Juden in Deutschland machen und mit welchen Problemen und Vorurteilen sie konfrontiert werden. Dabei werden antisemitische Anfeindungen ebenso entlarvt wie Klischees.

Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch haben sich während ihres Bachelorstudiums Film und Fernsehen in Köln kennengelernt, seitdem schreiben sie immer wieder zusammen Drehbücher und führen gemeinsam Regie. Nach seinem Abschluss in Köln studiert Khaet derzeit Spielfilmregie an der Filmakademie Baden-Württemberg, während Paatzsch sein Studium der Philosophie an der Universität zu Köln abschließt.

Ihre Kurzfilme liefen weltweit auf Filmfestivals und gewannen zahlreiche Preise. Unter anderem gewann „Masel Tov Cocktail“ den Publikumspreis für den besten mittellangen Film beim Filmfestival „Max Ophüls Preis 2020“. Am 2. Oktober wird der Film mit dem Civis Medienpreis in der Kategorie „Young C“ ausgezeichnet und ist am 4. Oktober auch in Das Erste zu sehen. Nach Ausstrahlung des Films steht „Masel Tov Cocktail“ sechs Monate lang in der ARD Mediathek zur Verfügung.

MDR engagiert sich auch im Corona-Jahr beim Filmfest Dresden

Der MDR setzte auch in diesem Jahr seine erfolgreiche Kooperation mit dem wegen Corona auf den September verschobenen internationalen Kurzfilmfestival in Dresden fort. Der Sender stiftete erneut den mit 4.000 Euro dotierten Publikumspreis im Nationalen Wettbewerb, unterstützte erstmals das festivalbegleitende und kostenfreie Open-Air-Programm auf dem Dresdner Neumarkt und berichtete ausführlich in seinen Programmen über das Festival.

Themenschwerpunkte in diesem Jahr waren „Trauma“ und „weiblicher (Kurz-)Film“.

Im Wettbewerb um die neun „Goldenen Reiter“ und fünf Sonderpreise standen 70 Filme.

MDR macht sich stark für den Kurzfilm

Der Kurzfilm ist seit 2004 fester Bestandteil im MDR-Fernsehen: Über 500 Kurzfilmproduktionen wurden bislang gezeigt. Mehrmals im Jahr gibt es eine „Lange Nacht des kurzen Animationsfilms“ und die „MDR-Kurzfilmnacht“. Darüber hinaus produziert der MDR das monatliche Kurzfilm-Magazin „unicato“, das einzigartig in der ARD ist.

Außerdem unterstützt der MDR seit Beginn der Corona-Pandemie mit Initiativen wie „MDR Shorts“ und „Corona Creative“, aber auch mit schnellen, pragmatischen Maßnahmen die Kreativwirtschaft.

So stockte der MDR beispielsweise mit „MDR Shorts“ seinen Etat für den Kurzfilmankauf auf, um eine noch größere Zahl an Kurzfilmen für das Programm zu erwerben und somit mitteldeutsche Kurzfilmschaffende in der Krise zu unterstützen. Die ersten Filme, die im Rahmen dieser Initiative vom MDR erworben wurden, waren bereits in einer „MDR Shorts“-Kurzfilmnacht im Juli zu sehen. Weitere Filme folgen in der Animationsfilmnacht am 31. Oktober sowie in der nächsten „MDR-Kurzfilmnacht“ am 27. November im MDR-Fernsehen.

www.mdr.de/kurzfilm

www.mdr-kultur.de

 


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