- © Foto: hr/Andreas Frommknecht -
DAUN, 09.08.2018 - 16:18 Uhr
Kultur

Interview mit Thomas Koschwitz

Was reizt Dich daran, zu nachtschlafender Zeit aus dem Bett zu fallen und pünktlich um 5 Uhr hinter dem Mikrofon zu sitzen?

Mehrere Dinge. Ich liebe Anfänge. Der Tag liegt vor Dir. Was wird er bringen? Für mich ist jeder Tag tatsächlich ein Geschenk, und da ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die keine Lust aufs Aufstehen haben, macht es mir großen Spaß, diesen Menschen gute Laune und Zuversicht zu vermitteln. Das geht nur in einer Frühsendung. Deswegen.

Hast Du Rituale oder Angewohnheiten, die es Dir leichter machen, so früh richtig in Schwung zu kommen?

Ja, Kaffee ist wichtig, und Zeit. Duschen. Erste Meldungen lesen auf dem iPad.

Auf einer aufsteigenden Skala von 1 bis 10: Lerche oder Eule?

Lerche: 10. Eule: 5 (Nächte mag ich schon auch).

Aufgeregt oder freudig entspannt?

Freudig, angespannt und neugierig.

Worauf freust Du Dich am meisten?

Das sind mehrere Dinge: Ich sehe den Spaß in den Augen der neuen Kollegen in der Frühredaktion. „Mein“ altes Funkhaus, das sich in den vergangenen 20 Jahren unfassbar verändert hat. Trotzdem sind die alten Gänge noch da! Also, ich freue mich auf das alles, verbunden mit der Erkenntnis, dass trotzdem alles neu ist.

Und worauf können sich die Hörer am meisten freuen?

Auf meinen Spaß an dieser Arbeit! Es war überwältigend zu sehen, wie viele Menschen sich ganz offenbar freuen, dass ich jetzt wieder komme. Damit habe ich nicht gerechnet. Das rührt aber vermutlich daher, dass wir in den Achtzigern und Anfang der neunziger Jahre eine sehr gute Zeit zusammen hatten, die Hörer, das Kollegen-Team und ich. Die Hörer können erwarten, dass wir sie gewohnt kompetent und redlich informieren, aber auch, dass sie vergnügt in den Tag begleitet werden. Und ich will versuchen, ab und zu einen anderen Blick auf die Dinge zu werfen.

Der Hessische Rundfunk und Hessen sind Dein neues, gleichwohl vertrautes Zuhause. Was ist das Besondere daran, hier Radio zu machen?

Alles! Ich durfte hier mit 17 Jahren mein erstes Feature über die Blindenstudienanstalt in Marburg machen. Mit 19 Jahren Nachrich-tensprecher sein. Mit Werner Reinke und Martin Hecht die unglaublichste Ra-diozeit bei hr3 erleben! Und jetzt darf ich wiederkommen und mit den Menschen, die ich ewig kenne, Zeit verbringen. Das ist besonders.

In welchem Frankfurter Stadtteil hast Du ein neues Zuhause gefunden?

Im Westend. Meine Frau und ich haben lange Zeit in einem zumindest optisch ähnlichen Kiez in Berlin gelebt.

Apfelwein oder Austellung? Mainufer oder neue Altstadt: Wo und womit wirst Du Dich in Frankfurt am besten entspannen?

Äppelwoi zum Entspannen, Mainufer und neue Altstadt zum Aufsaugen, und Ausstellungen, um neue Welten zu entdecken.

Du hast zwei Katzen. Die bekommen auch ein völlig neues Zuhause. Hast Du dafür ein Eingewöhnungsprogramm entwickelt?

Das geht nur mit großer Geduld. Zum Glück stimmt es nicht, dass Katzen eher der Umgebung vertrauen, als ihren Bezugspersonen. Unsere beiden empfinden uns als Teil ihrer Herde. Wobei wir für die niederen Aufgaben da sind. Etwa ein halbes Jahr, dann dürften auch die beiden „angekommen“ sein.

Was ist der wichtigste Gegenstand, den Du nach Frankfurt mitbringst?

Ein Minikunstwerk, das mir eine Praktikantin im Schlosspark-Theater in Berlin anlässlich einer Premiere, bei der ich mitspielen durfte, schenkte. Es ist wohl üblich, dass man sich zu Premieren im Theater etwas schenkt. Und sie fertigte dieses Bild mit der Unterschrift: „Alles wird gut werden“. Das hat mich damals sehr beeindruckt, denn ich war höllisch aufgeregt an diesem Tag.

Berliner Weiße oder Äppler?

Geht auch Sauvignon Blanc? Ab und zu auch einen Äppler.

Vermisst Du Berlin?

Ein paar Freunde dort, ja.

Quelle: Hessischer Rundfunk


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