- © Foto: Caribbean Export Development Agency -
DAUN, 22.07.2019 - 11:14 Uhr
Kultur

Karibische Produkte und Kultur auf dem 4. CARIFORUM-EU Handelsforum in Frankfurt

Die karibische Exportentwicklungsagentur Caribbean Export veranstaltet gemeinsam mit der Europäischen Union und der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) vom 26. bis 28. September 2019 in Frankfurt das vierte CARIFORUM-EU-Wirtschaftsforum. Ziel des Forums ist es, die Handelsbeziehungen zwischen 15 karibischen Ländern (CARIFORUM) und Europa zu intensivieren und das Bewusstsein der Privatwirtschaft auf dem europäischen Markt für Geschäftsmöglichkeiten zu schärfen. Caribbean Export sieht in der Agrarlebensmittel- und Rohstoffindustrie sowie in der Kultur- und Kreativwirtschaft die Sektoren mit dem höchsten Wachstumspotenzial für karibische Produkte in Europa.

Nach zwei Jahren ungebrochenen Wachstums sind die Warenexporte aus Lateinamerika und der Karibik (LAC) in den ersten Monaten des Jahres 2019 aufgrund einer Abnahme des Exportvolumens sowie der Rohstoffpreise rückläufig.(1) Die karibischen Länder – Dominikanische Republik, Haiti, Jamaika, Barbados und Suriname – sowie Mexiko, Ecuador und Costa Rica sind die einzigen, die von Januar bis März 2019 positive Entwicklungen verzeichnen. Die Länder aus diesen Regionen unternehmen gemeinsame Anstrengungen, um ihre Handelsbeziehungen in Übersee zu fördern und die Nachfragerückgang entgegenzuwirken.

Rum und Gewürze, die boomenden Produkte der Karibik

Die Karibik ist weltberühmt als Heimat von Rum. Die globalen Rumexporte sind in den letzten drei Jahren um 26,86 % auf einen Wert von 1,45 Millionen Euro gestiegen, wobei die Länder Lateinamerikas und der Karibik die größten Produzenten sind. Auf Seite der Importeure führt der europäische Markt die internationale Liste an: 2018 gingen über 68 % der weltweiten Rumeinfuhren nach Europa. Deutschland und Spanien haben in Europa den höchsten Rumkonsum. Der Rum aus der Karibik wird nicht zuletzt wegen seiner gestiegenen Qualität in Europa immer beliebter. Von den Rumexporten der Karibik im Jahr 2018 gingen 53 % nach Europa. 4,45 % gingen nach Deutschland. Das sind 53% mehr als im Vorjahr.

„In den letzten zehn Jahren hat sich die Rumproduktion diversifiziert. Mittlerweile wird eine breite Palette von Geschmacksrichtungen wie Apfel, Ananas, Mango und Passionsfrucht angeboten“, kommentiert Damie Sinanan, Manager für Wettbewerbsfähigkeit und Exportförderung bei Caribbean Export. „Angesichts dieses sich wandelnden Trends und der gestiegenen Nachfrage hoffen wir, dass auf dem europäischen Markt ein vielfältigeres Angebot an karibischem Rum verfügbar sein wird.“

Darüber hinaus ist ein spürbarer Anstieg der Einfuhren von ausländischen Gewürzen und Würzmitteln aus Entwicklungsländern nach Europa zu verzeichnen (97 % des gesamten Einfuhrvolumens). Das liegt an den gesunden Lifestyle-Trends, dem Interesse an neuen Geschmacksrichtungen und einem steigenden Bewusstsein für nachhaltige Produkte. Laut Eurostat wird der globale Gewürzmarkt von 2017 bis 2021 voraussichtlich um 5,1 % wachsen.

Natürliche Zutaten, karibischer Schatz

Das Interesse der europäischen Konsumenten zu natürlichen pflanzlichen Inhaltsstoffen in Verbindung mit den Bemühungen der Karibik Nachhaltigkeit zu fördern, befeuert die Nachfrage nach natürlichen Produkten in verschiedenen Branchen wie dem Kosmetikmarkt.

Die Karibik verfügt über eine Fülle von natürlich angebauten Produkten, die für Naturkosmetik und Nutrazeutika, also Ernährungsprodukte mit gesundheitlich relevanten Effekten, verwendet werden können. Kokosnüsse beispielsweise können in einer breiten Produktpalette einschließlich Kosmetika verwendet werden. Die FMI berichtet, dass das Marktvolumen für Naturkosmetik bis 2027 voraussichtlich um 4,9 % CAGR wachsen wird. Im Jahr 2018 wurde der europäische Kosmetikmarkt mit 78,6 Mrd. EUR bewertet, was Europa zum größten Kosmetikmarkt der Welt macht. Naturkosmetik macht hierbei rund 5 % des Gesamtmarktes aus. Unter den europäischen Ländern stellt Deutschland mit 13,6 Mrd. EUR den größten Markt für Kosmetikprodukte dar, gefolgt von Frankreich (11,3 Mrd. EUR), dem Vereinigten Königreich (11,1 Mrd. EUR), Italien (10,1 Mrd. EUR) und Spanien (6,8 Mrd. EUR).

Ein weiteres relevantes Segment sind glutenfreie Lebensmittel und Getränke. Ungefähr 25 % der weltweiten Nachfrage nach glutenfreien Produkten entfallen auf Europa.

„Die europäischen Verbraucher sind zunehmend sensibilisiert für ihre eigene Gesundheit und Ernährung, was sich positiv auf die Nachfrage nach natürlichen Produkten aus der Karibik auswirkt, einschließlich derjenigen, bei denen eine gesundheitsfördernde Wirkung angenommen wird“, erklärt Sinanan. Weizenmehl enthält unterschiedliche Mengen des Proteins Gluten, das in den letzten zehn Jahren aufgrund der zunehmenden Prävalenz glutenbedingter gesundheitsbedingter Komplikationen und eines allgemeinen Wechsels der Verbraucher zu gesundheitsbewussteren Alternativen in allen Bereichen erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen hat. Darüber hinaus wird erwartet, dass der glutenfreie Markt bis 2025 auf 29 Mrd. USD anwachsen wird.

Wachstumspotenzial der Kulturwirtschaft

Die steigende Nachfrage nach karibischer Musik spiegelt sich in der großen Popularität des Musikgenres bei europäischen Festivals wider. Zu nennen sind an dieser Stelle beispielsweise das Summerjam Reggae Festival in Deutschland, Ibiza Soca Festival in Spanien oder Reggae Sun Ska Festival in Frankreich. „Eines der Ziele des CARIFORUM ist es, karibisches Kino, Animationsfilme und Musik zu fördern. Insbesondere Animationsfilme, da diese eine der am weitesten verbreiteten Filmgenres in Europa bilden“, sagt Damie Sinanan von Caribbean Export.

Weitere Informationen zum 4. CARIFORUM-EU Handelsforum finden Sie unter: http://www.carib-export.com/businessforum/ Weitere Informationen zu Caribbean Export finden Sie unter www.carib-export.com.

Über Caribbean Export

Caribbean Export ist eine regionale Förderorganisation zur Entwicklung von Export und Handel des Forums der karibischen Staaten (CARIFORUM). Sie führt derzeit das regionale Privatwirtschaftsprogramm (RPSDP) aus, welches von der Europäischen Union im Rahmen des 11. Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) gefördert wird. Caribbean Export hat die Aufgabe, die Wettbewerbsfähigkeit der karibischen Länder zu erhöhen, indem effektive Programme und strategische Allianzen zur Exportentwicklung und Handels- sowie Investitionsförderung bereitgestellt werden.

(1) Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB). „Schätzungen der kommerziellen Trends: Lateinamerika und Karibik"


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://vivanty.de/kultur/karibische-produkte-und-kultur-auf-dem-4-cariforum-eu-handelsforum-frankfurt

Aktuelle Ausgabe
September 2019 / No 64

Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.