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DAUN, 09.03.2021 - 14:41 Uhr
Kultur

Lothar Matthäus im Exklusiv-Interview mit „FUSSBALL & FAMILIE“ zu seinem 60. Geburtstag

Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus feiert am 21. März seinen 60. Geburtstag. Im Exklusiv-Interview mit Deutschlands größtem Sport-Supplement „FUSSBALL & FAMILIE“, das heute im Rahmen einer Kooperation zwischen der rtv media group und der Sport1 GmbH erstmals erschienen ist, äußert er sich unter anderem über den Start seiner Fußballkarriere, seine wichtigsten Förderer, engsten Freunde und die Bedeutung von wahren Freundschaften sowie auch über seine gescheiterten Ehen, die er als Niederlagen betrachtet. Kurz vor seinem runden Geburtstag ist er insgesamt mit seinem Leben „sehr zufrieden“. Die wichtigsten Aussagen aus dem von Raimund Hinko mit Lothar Matthäus geführten Interview im Folgenden:

Lothar Matthäus …

… über den Start seiner Profi-Karriere in Mönchengladbach: „Ich fand eine Bleibe mit Übernachtung und Frühstück für 20 D-Mark pro Nacht, das Hotel Rosengarten neben dem Trainingsgelände am Bökelberg. Familiären Anschluss, wie man ihn heute kennt, dass man für den Spieler eine Begleitperson abstellt, gab es nicht. Ich hatte nur einen Ansprechpartner, den Inhaber des Puma-Sportgeschäfts, das die Borussia ausgestattet hat. Ich bin meinen Weg lieber selbst gegangen, suchte in Zeitungsannoncen eine Wohnung.“

über seine erste eigene Wohnung in Mönchengladbach: „Im Bahnhofsviertel, Erdgeschoss, 50 Quadratmeter für 300 D-Mark, Toilette außerhalb. Nachts bin ich öfter mal aufgeschreckt, wenn Betrunkene oder Randalierer vorbeizogen. Sie hauten gegen die Rollläden.“

… über Trainer und Förderer auf seinem Weg wie Jupp Heynckes, Udo Lattek und Franz Beckenbauer: „Jupp Heynckes hat 1979 sofort auf mich aufpassen müssen. Was ihm nicht immer gelungen ist [lacht]. Er hat mich nicht in den Arm genommen, hat mir meine Fehler jedoch verziehen, die Undiszipliniertheiten, die ein 18-Jähriger eben im Kopf hat. Ich wollte eben was erleben. Udo Lattek war ein Vatertyp von der menschlichen Seite, der auf mich zugegangen ist. Dann wurde ich erwachsen, brauchte eher einen Ratgeber wie Franz Beckenbauer. Es ist für mich das Größe, ihn heute als Freund bezeichnen zu dürfen. Das sind Momente, wo du dir sagst: Hey, den hast du angehimmelt vor 40 Jahren, und jetzt ist er ein Teil meiner Familie. Wenn ich ein Problem habe, unterstützt er mich.“

… über Franz Beckenbauer – und was er von ihm gelernt hat: „Er hat Lebenserfahrung. Positive wie negative. Er weiß, was da draußen alles rumläuft. Er weiß, dass er auch in mir einen ehrlichen Freund hat. Nicht nur einen Schulterklopfer. Nach dem Motto: Die falschen Freunde musst du entfernen. Das hat uns noch näher zusammengebracht. Da habe ich von Franz sehr viel gelernt.

… über Freundschaften: „Da ich auch in Wien und Salzburg gearbeitet habe, kann ich mich im deutschsprachigen Raum auf 15, 20 Freunde verlassen, denen ich in den letzten 40 Jahren begegnet bin. Ich hoffe, dass mir die alle bleiben, dass nicht so was passiert wie bei Franz Beckenbauer. Ich habe von ihm gelernt, dass du aufpassen musst, wen du als Freund bezeichnest.“

… über sein Kriterium für Freundschaften: „Auf wen du dich verlassen kannst, wenn du in Not gerätst. Freunde wie Armin Veh, den ich 1979 bei Mönchengladbach kennenlernte. Er ist am längsten mein Freund. Dann in München seit 1984 Michael Käfer (Chef des Feinkost-Imperiums – d. Red.). Ich will nicht alle aufzählen. Da ist jedoch keiner dabei, der sich gestern oder vorgestern eingeschleimt hat.“

… auf die Frage, was er im Rückblick bereut: „Das Ende einer Ehe ist eine Niederlage. Man geht hinein wie in ein Fußballspiel. Man will gewinnen. Man geht die Ehe ein, weil man dran glaubt. Das Wichtigste für mich ist, dass ich auch heute noch für mich in den Spiegel gucken kann und sagen: ‚Hör zu, es hat zwar nicht funktioniert. Du hast dein Ziel nicht erreicht. Aber du hast dich immer ehrlich und korrekt verhalten.‘ Das waren Lebenserfahrungen. Hat nicht sollen sein, aus unterschiedlichsten Gründen. Trotz gescheiterter Champions-League-Endspiele, trotz gescheiterter Ehen bin ich mit meinem Leben sehr zufrieden.“

Quelle „FUSSBALL & FAMILIE“


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Mai 2021 / No 84

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