- © Foto: ZDF/Katrin Knoke -
DAUN, 30.03.2020 - 11:41 Uhr
Kultur

Mit Berliner Seele – Interview mit Stefanie Stappenbeck

Gäbe es einen Filmpreis für die sympathischste deutsche Fernsehschauspielerin, dann hätte ihn Stefanie Stappenbeck sicherlich schon gewonnen. Denn die mehrfach preisgekrönte Schauspielerin ist nicht nur ungewöhnlich talentiert, sondern auch ausgesprochen nett. Seit sie 2016 in die Fußstapfen von Maja Maranow getreten ist und seitdem zusammen mit Florian Martens „Ein starkes Team“ bildet, hat sie als Berliner Polizistin Linett Wachow nicht nur zahlreiche Kriminalfälle gelöst, sondern auch viele Zuschauerherzen gewonnen. Auch im Interview zum 25-jährigen Jubiläum der erfolgreichen Samstagabend-Krimireihe zeigt die gebürtige Potsdamerin keinerlei Starallüren. Mit ansteckender Fröhlichkeit plaudert sie über ihre Filmfigur, ihre Liebe zum Beruf, ihre Kindheit in Berlin und über ihre kleine Tochter, die in ihrem Leben die Hauptrolle spielt.

Frau Stappenbeck, warum lohnt es sich für die Zuschauer auch nach 25 Jahren und 80 Folgen, den Fernseher für „Ein starkes Team“ einzuschalten? Weil wir erstklassige Unterhaltung bieten: wahnsinnig spannende Geschichten, starke Charaktere und ein tolles Team. Ich glaube, der Krimi ist auch deshalb so besonders, weil er in Berlin spielt. Unsere Geschichten sind in der Berliner Seele verwurzelt, das scheint den Leuten zu gefallen. Außerdem entwickelt sich das „Starke Team“ immer weiter. Die Geschichten entwickeln sich weiter und die Figuren auch. So wie sich unsere Gesellschaft ja auch immer weiterentwickelt. Das spiegelt die Serie wider. Weil wir Menschen uns verändern, verändern sich auch die Geschichten, die wir erzählen. Das macht das Ganze so authentisch – und für die Zuschauer lohnenswert, einzuschalten und dranzubleiben.

Wie war es für Sie vor drei Jahren, als „die Neue“ zum starken Team zu stoßen und die Nachfolge von Maja Maranow anzutreten? Ich wurde von den Kollegen sehr lieb aufgenommen. Das war großartig. Auch über meine Rolle habe ich mich sehr gefreut und hatte überhaupt kein schlechtes Gefühl dabei. Im Gegenteil: Ich bin da mit frischer Kraft reingesprungen und war stolz, sozusagen den Staffelstab von Maja Maranow zu übernehmen. Sie war ja eine hochbegabte wunderschöne Schauspielerin, und ich dachte, dass sie nach 20 Jahren aufhören wollte, um etwas anderes zu machen, eine neue Aufgabe anzunehmen. Dass sie damals schon so krank war, wusste keiner von uns. Als dann ein halbes Jahr später die Nachricht von ihrem Tod kam, war das ein großer Schock für uns alle. Das mussten wir erstmal verarbeiten.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Einsatz als Ermittlerin Linett Wachow? (lacht) Oh ja. Ich hatte mich da voll reingehängt. Und die erste Folge merkt man auch, dass ich da zu viel wollte. Dass ich eine Spur drüber war. Das Drehbuch war ja auch krass. Vor allem die Einführung meiner Rolle: Ich hatte da richtig wilde Ausbrüche. Die Folge hieß „Knast-Else“, und ich erinnere mich noch gut an eine sehr spezielle Szene: Ich sollte spielen, dass ich total Angst habe vor den Männern im Gefängnis. Ich dachte zwar, ich bin doch Polizistin, warum soll ich denn jetzt Angst haben? Aber das Skript wollte es nun mal so. Also hab ich mich da richtig reingehauen und laut rumgebrüllt. In der zweiten Folge hatte ich mich dann aber in meiner Figur schon ganz gut eingefunden.

Und wie sehen Sie Ihre Filmfigur heute? Linett ist immer noch eine sehr Schnelle. Sie denkt schnell und ist immer schnell vorne weg. Gleichzeitig ist sie auch sehr feinfühlig und haut verbal nicht sofort drauf – im Gegensatz zu Otto. Sie hält sich erstmal zurück und versucht, politisch korrekt zu sein. Doch auch sie ist emotional und folgt oft ihrem Bauchgefühl, das sie aber manchmal trügt. Und genau das liebe ich an dieser Figur: Linett ist nicht die perfekte Polizistin, sondern sie irrt sich auch öfters und macht Fehler.

Inwieweit hat sich Ihre Rolle im Laufe der Zeit weiterentwickelt? Ich finde, Linett hat noch mehr Konturen bekommen. Sie ist tougher und selbstbewusster geworden, nimmt sich aber nach wie vor selbst nicht zu wichtig. Und genau das finde ich auch so gut an diesem Krimiformat, dass die Kommissare nicht zu viel Privatleben haben, denn das könnte von den eigentlichen Fällen ablenken. Außerdem würden wir dann überwichtig. So stehen die Episodenfiguren und ihre Geschichten im Vordergrund und nicht wir Ermittler. Übrigens ist Linett inzwischen zu einer passionierten Teetrinkerin geworden – wie ich selber auch (lächelt). Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass sie ihre medizinischen Kenntnisse vertieft. Denn ich selber bin medizinisch auch total interessiert und würde es super spannend finden, wenn Linett zum Beispiel mit der Pathologin ein bisschen fachsimpeln könnte.

Wie sehr können sie sich überhaupt mit Ihrer Figur identifizieren? Also eigentlich ist Linett überhaupt nicht so wie ich. Das hat mir gerade wieder ein Außenstehender bestätigt, dass Linett nicht so dicht an mir dran ist wie Otto an Florian Martens. Ihm scheint die Rolle ja fast auf den Leib geschrieben zu sein. Bei mir eher nicht, aber das finde ich auch schön für eine Rolle, die ich so oft spiele. So bin ich zum Beispiel ein sehr offener und vertrauensvoller Mensch. Ich glaube immer zuerst an das Gute in meinem Gegenüber. Linett hingegen sieht in jedem erstmal einen Verdächtigen. Als Polizistin muss sie mehr zweifeln, ernster und strenger sein als ich. Und sie muss als Ermittlerin sehr methodisch denken.

Tauschen Sie sich für Ihre Rolle eigentlich mit „echten“ Polizisten aus? Immer wieder. Wir haben sogar Polizisten am Set, die uns bei den Dreharbeiten beraten. Vor allem wenn wir mit Waffen hantieren. Zum Beispiel im Showdown – jemand will gerade eine andere Person erschießen – und ich komme als Kommissarin dazu und versuche, die Situation zu deeskalieren. In solchen Szenen ist es besonders wichtig, dass ein Polizist oder eine Polizistin als Fachkraft vor Ort ist, um das möglichst realitätsnah und glaubwürdig rüberzubringen. Schon vor meinen ersten Einsatz als Linett Wachow war ich zur Rollenvorbereitung mit Polizisten unterwegs.

„Ein starkes Team“ ist ein Berlin-Krimi. Sie selber sind in Berlin aufgewachsen und leben immer noch dort. Wie ist es für Sie, in Ihrer Heimatstadt zu drehen? Der größte Vorteil für mich als Linett ist, dass ich mich ganz selbstverständlich in der Stadt bewege, weil ich ja auch als Stefanie gut mit Berlin vertraut bin. Ich muss mir diese Stadt nicht erst erobern, und das hilft der Glaubwürdigkeit meiner Figur. Mit Berlin verbinde ich zum Beispiel die Berliner Luft – diese typischen Gerüche, auch die Geräusche, Gesichter, Gebäude, Plätze und Straßenzüge. Das alles löst ein Heimatgefühl in mir aus. Ich arbeite zwar gerne in anderen Städten, ich reise auch wahnsinnig gerne und lebe auch gerne mal vier Wochen woanders. Aber in Berlin bin ich tief verwurzelt. Hier bin ich zu Hause. Ich kann mir gar nicht vorstellen, woanders zu leben und diese Stadt jemals zu verlassen.

Und was macht Berlin zu einer idealen Kulisse für „Ein starkes Team“? Berlin ist nicht nur riesengroß, weltstädtisch und teilweise sehr rau, sondern auch unglaublich vielfältig, bunt und voller Gegensätze. Man findet hier alles: von den schicksten Villen und wunderschönen Denkmal geschützten Gebäuden über futuristische Glaspaläste, alte Plattenbausiedlungen, riesige Hochhausburgen bis zu irgendwelchen ruppigen Vierteln. In Berlin steckt ganz viel Geschichte. Und es gibt hier auch viele grüne Ecken, viel Wasser und idyllische Parks mit sehr alten Bäumen. In dieser Stadt wird es jedenfalls nie langweilig. Man hat hier einfach alles, um viele spannende Geschichte zu erzählen und die passenden Drehorte zu finden.

Florian Martens ist ebenfalls „waschechter“ Berliner. Wie verstehen Sie sich außerhalb der Dreharbeiten, gehen Sie nach Dienstschluss auch mal gemeinsam etwas trinken? Wir verstehen uns prima. Gestern zum Beispiel erst wieder, da haben Flori und ich Sushi für alle gemacht. Wir machen das nämlich so, dass jeder im Team mal ne Runde schmeißt. Da isst man was zusammen, trinkt gemeinsam ein Bierchen. Das macht Freude und schweißt zusammen.

Ihre Filmfiguren, Linett und Otto, haben ebenfalls eine starke Verbindung. Total. Die beiden kommen ja aus Ost-Berlin – das verbindet. Auch das war mir als Schauspielerin sehr wichtig bei der Figur, dass man nicht so einen Ost-West-Gegensatz kreiert. Deshalb wolle ich gerne meine eigene Ost-Vergangenheit in die Rolle miteinfließen lassen. Ich fand toll, dass sich da zwei Ossis treffen, die eine gleiche Ebene haben, durch die sie auf etwas Gemeinsames zurückgreifen können.

Zu Ihrer eigenen Ost-Vergangenheit: Sie sind in Potsdam geboren und in Ost-Berlin aufgewachsen. Stimmt es, dass Ihre Schule direkt an der Berliner Mauer lag? Ja tatsächlich. Und das ist wirklich verrückt. Meine Schule war sogar Teil der Berliner Mauer, links und rechts stieß das Gebäude dort an. Und wenn wir Unterricht hatten, schauten wir direkt auf den Todesstreifen – wobei der untere Teil der Fenster durch Milchglas getrübt war. Aber für uns war das damals normal. Jedes Kind nimmt ja die Umgebung, in der es aufwächst, als völlig selbstverständlich und gegeben hin. Deshalb kam ich damals gar nicht auf die Idee, das irgendwie in Frage zu stellen. Was für eine unglaubliche Geschichte dahinter steckt - das geteilte Deutschland -, das ist mir erst aufgefallen, als ich älter war.

Und wie haben Sie schließlich den Fall der Mauer erlebt? Da kam dann bei mir das totale Erwachen. Ich lag schon im Bett, als es plötzlich spätabends auf der Straße einen großen Aufruhr gab. Wir wohnten damals in der Friedrichstraße in der Nähe des Tränenpalasts – wo meine Eltern übrigens heute noch wohnen - und meine Oma Rosemarie aus Potsdam war gerade bei uns zu Besuch. Meine Eltern sagten mir, sie gehen noch mal kurz raus, aber meine Oma würde bei mir bleiben. Am nächsten Morgen bin ich dann wie immer mit dem Bus zur Schule gefahren, an den Grenzübergang Moritzplatz.

Fand da tatsächlich noch regulärer Unterricht statt? So ziemlich. Das war ein Samstag, und wir hatten damals auch samstags Schule. Bis 10 Uhr war eigentlich alles so wie immer. Aber dann, in der großen Pause, sind plötzlich ganz viele Kinder mit ihren Ausweisen – mit 14 hatten wir in der DDR schon alle einen eigenen Personalausweis - zum Grenzübergang gegangen und plötzlich verschwunden. Und ich erinnere mich noch gut, wie ich mir große Sorgen gemacht habe, ob die auch alle wiederzurückkommen. Weil ich Angst hatte, dass die Mauer über Nacht vielleicht wieder zugemacht wird und die Kinder ihre Eltern vielleicht nie wiedersehen würden.

Hatten Sie vor dem Mauerfall nie den Wunsch, die DDR zu verlassen? Dann hätte ich ja auch meine Familie verlassen müssen. Trotzdem hatte ich mich in einer Jugendopposition gegen die bestehende DDR-Regierung engagiert. Wir wollten Frieden, die Wahrung von Menschenrechten und freie Wahlen. Es gab ja im Osten die große Bürgerbewegung „Demokratie jetzt“, die einen „Runden Tisch“ forderte. Und ich war damals in der Jugendorganisation „Rosa Luxemburg“, die sich für den so genannten dritten Weg eingesetzt hat. Bei der Maueröffnung war mir aber schnell klar, dass das auf einen Zusammenschluss hinauslaufen wird, dass die DDR nun Teil der BRD würde.

Ihre Schauspielkarriere begann schon in der DDR. Wie sind Sie damals für den Film entdeckt worden? Ich war damals elf, als im Deutschunterricht plötzlich zwei Leute vom DDR-Fernsehen in unsere Klasse auftauchten. Die waren auf der Suche nach neuen jungen Talenten und wählten dafür Schüler für Probeaufnahmen aus. Und ich war zu meiner Überraschung auch dabei. Die Rolle für den Film, der damals gedreht wurde, habe ich dann zwar nicht bekommen, aber dafür bin ich in einer Datei für Kinderdarsteller gelandet.

Hatten Sie zuvor schon Schauspielerfahrung sammeln können? Überhaupt nicht. Auch in meiner Familie gab es keine Schauspieler. Allerdings hatte ich in der ersten Klasse mal als Bild meines Traumberufs eine Schauspielerin gemalt. Vielleicht war das also doch Berufung (lacht). Denn eigentlich wollte ich nie unbedingt Schauspielerin werden, sondern es ist mir einfach so passiert. Ich hab zwar schon immer irre gerne gespielt, aber mehr so wie ein Kind im Buddelkasten und nie mit diesem ausgesprochenen Ehrgeiz.

Inzwischen sind Sie eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen Deutschlands. Sie haben nicht nur viele Fernsehpreise gewonnen, sondern auch renommierte Theaterpreise wie den mit 10.000 Euro dotierten Boy-Gobert-Preis. Was haben Sie mit dem Preisgeld gemacht? Das war für mich damals richtig viel Geld, von dem ich eine ganze Weile gelebt habe. Denn gerade als junge Schauspielerin hat man immer wieder eine Beschäftigungslücke, und am Theater verdient man – vor allem als Berufsanfänger – nicht besonders viel. Trotzdem hatte ich mich natürlich auch über den Preis und nicht nur über das Geld gefreut. (lächelt)

Spielen Sie auch heute noch Theater? Würde ich gerne. Seit der Geburt meiner Tochter habe ich nicht mehr auf einer Bühne gestanden, weil ich sonst jeden Abend weggewesen wäre. Außerdem ist das Theaterspielen nur sehr schwer mit meinen Dreharbeiten zu koordinieren. Aber mir fehlt das Theater schon sehr. Also scharre ich mit den Hufen und hoffe auf eine baldige schöne Gelegenheit, mal wieder auf der Bühne zu stehen.

Was fasziniert Sie am Theaterspielen? Auf der Bühne spielt man mit dem ganzen Körper. Beim Film ist man vor allem mit dem Gesicht präsent. Beim Theater hingegen ist der vollständige Mensch gefragt. Das ist eine noch größere schauspielerische Herausforderung. Da rutscht meine Stimme dann gleich viel tiefer in den Körper hinein und alles vibriert bis zum kleinen Zeh. Das wäre beim Film eher ungünstig. Das kann den Rahmen sprengen und zu groß wirken, wenn man dort zu sehr in die Vollen geht. Das Schöne am Theater ist auch, dass man eine Rolle wirklich von Anfang bis zum Ende fertig spielt und immer wieder neue Facetten entwickeln kann. Beim Film wird ja oft komplett durcheinander gedreht. Auch das Spiel mit den Kollegen ist beim Theater noch direkter und befruchtet sich gegenseitig.

Sie blicken auf eine beeindruckende Theater- und Filmkarriere zurück, ohne jemals eine Schaupielschule besucht zu haben. (lacht) Wahnsinn, oder? Ich frage mich manchmal selber auch: Wie ist das denn alles passiert in meinem Leben? Wie habe ich das alles geschafft? Ich finde zwar Theaterschulen sinnvoll und toll – wie zum Beispiel die „Ernst Busch“ in Berlin - aber für mich wäre es der falsche Weg gewesen. Es war im Nachhinein sogar gut so, dass meine Bewerbung dort abgelehnt worden ist. Denn das Schauspielstudium hätte mich kaputt gemacht, weil mir damals das nötige Selbstwertgefühl dafür gefehlt hätte. Ich hätte mir selber viel zu viel Druck dabei gemacht. Und so hat sich das alles wie von selbst ergeben.

Die Schauspielerei als Selbstläufer? So war es bei mir tatsächlich: Nach meinem ersten Dreh kam wieder eine Anfrage, dann noch eine und so weiter. Auch fürs Deutsche Theater in Berlin hatte ich mich nicht selbst beworben, sondern wurde von einer Filmfirma vorgeschlagen. Dann habe ich da vorgespielt, und bin prompt genommen worden. In diese ganze Schauspielerei bin ich also irgendwie so reingerutscht – und aus purer Freude am Spiel dabeigeblieben. Mittlerweile kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen: Je länger ich das mache, desto mehr liebe ich meinen Beruf.

Seit sechs Jahren sind Sie Mutter einer kleinen Tochter. Inwieweit hat sich Ihr Leben seitdem verändert? (Zeigt stolz auf den Holzanhänger ihrer Halskette:) Das hat meine Tochter selbst gemacht und mir für heute mitgegeben. – Zu Ihrer Frage: Seit ich selber Mutter geworden bin, hat sich mir eine völlig neue Welt aufgetan. Plötzlich habe ich gemerkt: Wow! So viel auf der Welt dreht sich um Kinder und Familie. Seitdem habe ich ein viel tieferes Verständnis für alle Menschen, die auch Eltern sind. Das Muttersein hat mich auch vorsichtiger gemacht – zum Beispiel beim Autofahren. Als Mutter passe ich viel besser auf mich auf als früher. Und ich bin eine bewusstere Person geworden: Ich denke ganz genau darüber nach, was ich meiner Tochter weitergeben will – und was nicht. Ich habe auch gelernt, erstmal bei mir selber aufzuräumen, damit ich meinen ganzen Murks nicht an sie weitergebe. Und so widersprüchlich das jetzt auch klingt: Als Mutter bin ich verletzlicher geworden, aber auch stärker.

Welche Werte geben Sie Ihrer Tochter mit auf den Lebensweg? Sehr wichtig ist mir Respekt – für sich selber und für andere. Auch das Gemeinwohl sollte man nicht vergessen. Wir sind schließlich nicht alleine auf der Welt. Auch Freiheit finde ich sehr wichtig: sich selber nicht zu beschneiden, möglichst viel im Leben auszuprobieren, aber auch anderen die nötige Freiheit zu lassen. Denn, wie schon Kant gesagt hat: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Das wird heute leider oft vergessen.

Haben Sie einen guten Vorsatz für 2020? Es gibt da so einen inneren Ruf in mir, zu schreiben und vielleicht auch Regisseurin zu werden. Und diesem Ruf möchte ich irgendwann einmal folgen. Also mal sehen, was das neue Jahr alles so bringt.

Interview von Claudia Pless

Info: Angegebene Daten können aufgrund der Corona-Krise nicht mehr aktuell sein. Wir bitten darauf Rücksicht zu nehmen.


Diesen Artikel:
  • print Drucken
  • Bookmark Bookmarken

QR-Code mit dem Handy Scannen und diese(n) Seite / Artikel online Lesen:

 

Google QR Code Generator

QR Code for https://vivanty.de/kultur/mit-berliner-seele-interview-mit-stefanie-stappenbeck
Oops... Sie benutzen eine zu alte Browserversion. Um die Seite Korrekt darzustellen benutzen sie bitte mindestens den Internet Explorer 8.
navigateup

Für die Ansicht der mobilen INFOSAT Webseite drehen Sie bitte ihr Handy.