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DAUN, 08.06.2018 - 15:47 Uhr
Kultur

Rosarote Wolken für den Garten: Die schöne Blüte der Wiesenraute

(dpa/tmn) - Eine Staudenschönheit muss keine großen, prachtvollen Einzelblüten haben. Auch Blütenstände mit unzähligen winzigen Blüten können herrlich auffallen. Ein Beispiel gefällig? Die Wiesenraute. „Wiesenrauten zählen zu den Stauden, die verzaubern“, schwärmt Anja Maubach, Gartenarchitektin und Staudenexpertin aus Wuppertal. Zwar sei die Pflanze keine klassische Rabattstaude, aber ihre Blütenstände sind so locker und luftig aufgebaut, dass Maubach sie als duftende Wolken bezeichnet. Noch dazu: Sie erblüht oftmals rosa.

Es gibt über 120 verschiedene Arten dieses Hahnenfußgewächses. Sie wachsen in den gemäßigten Regionen und kommen natürlich vor allem in Nordamerika, Asien und Europa vor. Ihre große Bandbreite spiegelt vor allem die Höhe wieder: Sie werden zwischen wenigen Zentimetern und durchaus über zwei Metern groß.

Die Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifolium) zählt zu den in Europa heimischen Arten. Die fedrigen Blüten stehen in lila- bis rosafarbenen Rispen. „Sie schweben bezaubernd über halbschattigen Beeten und fangen den Tau ein“, schwärmt Maubach. Neben der lila-rosa Wildform gibt es eine weiße Form dieser Art, die Sorte 'Album'.

Aber auch das Laub ist schön - nicht nur bei dieser Art. Es ist feingliedrig und wirke auf Maubach grafisch. Es eignet sich gut für Blumensträuße. Wichtig für ihre Kultur im Garten ist Bodenfeuchtigkeit, erläutert Daniela Toman, Gartendesignerin und Vorsitzende des Förderkreises Stadtpark und Botanischer Garten Gütersloh. Ideal seien auch leicht saure bis kalkarme Böden.

In beiden Blütenfarbe mache sich die Akeleiblättrige Wiesenraute gut zur eben der Akelei (Aquilegia), aber auch in Kombination mit der weißblühenden Mädesüß (Filipendula), der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica) und dem Wiesen-Phlox (Phlox maculata). Ein spannender Dialog der Farben entsteht, wenn zwischen die gut einen Meter hoch wachsende Art der Wiesenraute einige Zwiebeln des Purpur-Kugellauch (Allium aflatunense) mit violetten Blütenständen, die an Paukenschläger erinnern, stehen. 

Haben sich bis Juli die Blütenwolken der Akeleiblütigen Wiesenraute in Samenstände gewandelt, beginnt die Blüte der China-Wiesenraute (Thalictrum delavayi). Sie endet erst im August. „In Standort und Verwendung entspricht sie der vorher beschriebenen Art“, sagt Toman. Die eleganten, reich verzweigten Blütenrispen werden jedoch mit 150 Zentimetern deutlich höher. „Die Knospen sehen aus wie Liebesperlen und aus den geöffneten lilafarbenen Blüten hängen zahlreiche hellgelbe Staubgefäße“, beschreibt Maubach.

Das Laub ist noch feiner und leichter als das der Akeleiblättrige Wiesenraute, so dass man mit der China-Wiesenraute gerade im Halbschatten schöne Kontraste zu den flächigen Blättern von Funkien (Hosta) und Frauenmantel (Alchemilla mollis) setzen kann.

Die China-Wiesenraute wurde gezielt weitergezüchtet, eine der schönsten Sorten ist 'Splendide'. Sie hat eine vergleichsweise frühe und längere Blütezeit und bildet pyramidenförmige Rispen aus. Auch hiervon gibt es eine weiße Variante, die 'Splendide White'. Maubach würde sie in ein komplett mit weißblühenden Pflanzen besetztes Beet geben.

Eine Sorte der China-Wiesenraute mit gefüllten Blüten heißt 'Hewitts Double'. Diese Einzelblüte ist attraktiv, da sie dichter und fülliger in Erscheinung tritt als die Blütenstände der anderen Varianten. Aber diese Sorte gilt zugleich als weniger standfest und meist auch nicht sehr langlebig.

Die Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum ssp. glaucum) zählt zu den anspruchslosen Arten. Wie ihr Name schon verrät: Ihre Blütenwolken sind zartgelb. Die Staude kommt an Uferrändern, Feuchtwiesen und frischen Gehölzrändern vor. Als Partner zu dieser gut 150 Zentimeter hohen Staude empfiehlt die Gartendesignerin Toman Solitärstauden wie Rodgersien und Ligularien, die in Standortbedingungen und Blütenfarbe harmonieren.

Allerdings weist Staudengärtnerin Maubach auch auf den invasiven Charakter dieser Pflanze hin. „In alten Gartenbüchern wird diese Staude für Parks empfohlen“, erklärt die Expertin. Es ist daher ratsam, in kleinen Hausgärten auf diese Schönheit zu verzichten.

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Hybriden in den Handel gekommen. Zu diesen zählt die Sorte 'Elin', die auch den Namen Riesen-Wiesenraute trägt. „Dieser fantastische Gigant ist sehr präsent“, erklärt Maubach. Ihr Name kommt auch nicht von ungefähr: Sie wird gut zwei Meter hoch, und die Stiele sind standfest. Sie entstammt der Kreuzung aus der Gelben Wiesenraute und der aus Japan stammenden Prächtigen Wiesenraute (Thalictrum rochebrunianum). Ideale Partner sind der Wasserdost (Eupatorium) mit rotem Laub und Silberkerzen (Cimicifuga-Arten).

Die Sorte 'Black Stockings' ist ebenfalls auffällig: Übersetzt heißt das Exemplar „schwarze Strumpfhosen“, was auf ihre schwarzen Blütestiele hinweist.


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