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DAUN, 19.11.2018 - 16:37 Uhr
Kultur

So wird die Taufe zum gelungenen Fest

(dpa/tmn) - Wo melde ich mein Kind zur Taufe an? Was erwartet uns im Taufgespräch? Und wie lange dauert überhaupt der Gottesdienst? Zehn Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welcher Zeitpunkt ist der richtige?

Die Taufe ist in jedem Lebensalter möglich. Die meisten Eltern lassen ihre Kinder jedoch im ersten Lebensjahr taufen - sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche. „Die Taufe ist ein Geschenk, das viele Eltern ihren Kindern so früh wie möglich machen wollen“, sagt Tanja Flentje, Referentin für Evangelisierung im katholischen Bistum Hildesheim.

Müssen beide Eltern Kirchenmitglieder sein?

Sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche müssen nicht beide Elternteile Kirchenmitglieder sein. „Wichtig ist aber, dass jemand da ist, der dem Kind den Glauben auch vermitteln kann“, betont Pfarrer Sebastian Keller, Theologischer Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im evangelischen Kirchenbezirk Leipzig.

Wo melde ich mein Kind zur Taufe an?

Eltern können ihre Kinder in jeder beliebigen Gemeinde taufen lassen. „Empfehlenswert ist aber, die Heimatgemeinde zu wählen“, sagt Flentje. Zu dieser habe das Kind den größten Bezug. Um die Taufe anzumelden, nehmen Eltern Kontakt mit der Kirchengemeinde auf. „Die evangelische Kirche benötigt die Geburtsurkunde des Kindes und eine Taufanmeldung“, erklärt Keller. Die Anmeldung bekommen die Eltern im Pfarramt. Die katholische Kirche benötigt zusätzlich das Familienstammbuch.

Wer kann Pate werden?

Sowohl in der evangelischen Kirche als auch in der katholischen Kirche sind zwei Taufpaten üblich. Dabei gilt: Ein Pate sollte Mitglied der jeweiligen Kirche sein. Dann kann der zweite Taufpate auch zu einer anderen christlichen Kirche gehören. Paten brauchen eine Mitgliedschaftsbestätigung ihrer Kirche. Wer nicht getauft ist und keiner christlichen Kirche angehört, kann nicht Taufpate werden.

Was passiert im Taufgespräch?

„Nach der Anmeldung im Pfarramt findet ein Taufgespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin statt“, erklärt Thies Gundlach, Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche Deutschland. „Eltern können den Taufspruch für ihr Kind mitteilen, Liedwünsche äußern und alle Fragen stellen, die ihnen wichtig sind.“ In der katholischen Kirche gibt es als Alternative zum Taufgespräch immer häufiger Gruppentreffen mit mehreren Eltern, erklärt Flentje.

Wie finde ich den passenden Taufspruch?

„Der Taufspruch ist ein Spruch aus der Bibel, der das Kind durchs Leben begleiten soll“, erklärt Keller. Eltern können sich von ihrem Pfarrer oder ihrer Pfarrerin beraten lassen. Auch im Internet gebe es entsprechende Seiten. „Ein Taufspruch ist für eine katholische Taufe nicht erforderlich“, erklärt Flentje. „Bei uns spielt der Namenspatron eine größere Rolle und die Frage, mit welchem Heiligen die Eltern den Namen des Kindes verbinden.“

Was muss ich für den Gottesdienst vorbereiten?

„Taufeltern können eine eigene Taufkerze mitbringen“, sagt Gundlach. Keller ergänzt: „Eine schöne Tradition ist es, wenn sich die Taufpaten um die Kerze kümmern.“ Ein weiterer Tipp: „Eltern sollten sich im Vorfeld überlegen, wie das Kind am Taufstein gehalten wird. Manche Kinder fühlen sich wohler, wenn sie ihre Eltern anschauen und manche, wenn sie Richtung Taufbecken sehen, was geschieht.“

Wie wichtig ist das Taufkleid?

In der katholischen Kirche hat das Taufkleid eine große Bedeutung. „Es wird dem Täufling erst nach der eigentlichen Taufhandlung angelegt“, erklärt Flentje. „Als Zeichen, dass das Kind mit Jesus ein neues Gewand angezogen bekommt.“ In der evangelischen Kirche ist ein Taufkleid nicht zwingend, sagt Thies Gundlach. „Viele Kinder werden einfach in festlicher Kleidung getauft“, sagt Keller.

Wie läuft ein Taufgottesdienst ab?

Sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche dauert der Gottesdienst etwa eine Stunde. „Es hängt davon ab, wie individuell der Gottesdienst gestaltet wird“, sagt Keller. In beiden Kirchen ist es oft möglich, einen eigenen Taufgottesdienst abzuhalten oder die Taufe in den Gemeindegottesdienst einzubetten. 

Wie gestalte ich den Tag nach der Feier?

In beiden Kirchen ist es Tradition, die Taufe nach dem Gottesdienst mit der Familie zu feiern. „Dabei ist es üblich, dass die Gäste dem Täufling Geschenke machen“, sagt Tanja Flentje. Eine Geschenkidee ist Keller besonders in Erinnerung geblieben: „Ein Taufpate hat eine Spielzeug-Arche Noah geschenkt und sie zu jedem Tauftag mit Spielzeugtieren erweitert. So bleibt die Taufe auch für das Kind immer von Bedeutung.“


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