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DAUN, 07.06.2019 - 09:55 Uhr
Kultur

Stressfrei umziehen

Was ist den meisten Leuten so lieb und teuer wie ihr Auto? Richtig, ihre Schätzchen aus den „heiligen vier Wänden“, frei aus dem Englischen: „My home is my castle“. Nicht jeder erhält ungehindert Zugang in das eigene Reich. Doch was, wenn ein Umzug bevorsteht? Wenn die Kisten noch nicht gepackt sind, kramen Freunde und Bekannte in den Kleidern, erschrecken riesige Staubmäuse, die hinter vorgerückten Schränken hervorlugen, oder kleben Hände an altem Pommes-Fett, das sich hartnäckig an der alten rustikalen Küche festgesetzt hat.

Vor solchen Situationen stellen sich für viele Umziehenden die Fragen, wie sie am besten vorgehen. Die Antworten sind einfach: entweder man macht seinen Umzug selbst, dann steht eine Menge Arbeit ins Haus. Oder man lässt machen – dann muss man im Prinzip nur noch wissen, wie und wo man den richtigen Möbelspediteur findet.

Vertrauen ist der Schlüssel

Fällt die Wahl auf das „machen lassen“, also den Umzug mit dem Möbelspediteur, bleibt für den Umziehenden immer noch die Frage, welche Leistungen der Spediteur erbringen soll und was man beim Umzug selbst erledigen kann oder möchte. Möglich ist grundsätzlich alles. Die Palette der Möbelspediteure reicht vom Voll-Service-Umzug, bei dem der Umziehende dem Spediteur seines Vertrauens die Schlüssel der alten und neuen Wohnung übergibt und nach einigen Tagen Urlaub die komplett eingerichtete neue Wohnung übernimmt bis zu einer Teilleistung, bei der der Spediteur nur für den Kunden packt, Möbel montiert oder den Transport der Möbel erledigt. Dazwischen sind alle Konstellationen möglich. Was immer der Kunde sich rund um den Umzug vorstellt – der Möbelspediteur wird ihm dabei helfen können. Ein Vorgespräch zur Umzugsplanung sollte deswegen unbedingt stattfinden. Das auch dann, wenn Verbraucher sich nur dafür entscheiden sollten, nur das Verpackungsmaterial beziehen zu wollen – also Kartons für Bücher, Wäsche, hängende Kleider, Seidenpapier oder Luftpolsterfolie.

Hilfe vom Profi ist oft gar nicht viel teurer

Um sich einen Überblick über das regionale Preisniveau zu verschaffen und gleichzeitig das Unternehmen kennen zu lernen, dem man später das persönliche Hab und Gut anvertrauen wird, empfiehlt es sich, zwei bis drei Angebote von seriösen Möbelspediteuren einzuholen. Dabei zeigt sich auch schnell, dass die professionelle Hilfe beim Umzug günstiger ist, als man gemeinhin annimmt. Spätestens wenn man rechnet, was es kostet, den Umzug selbst zu machen, wird das offensichtlich. Denn auch der Umzug im „do it yourself Verfahren“ kostet Geld, und sorgt manchmal sogar trotz guter Freunde für Stress: Schäden am lieb gewonnenen Hausrat, am Treppenhaus und manchmal leider auch an der Bandscheibe bleiben erfahrungsgemäß so manches Mal ebenfalls nicht aus. Da macht es allemal Sinn, bei den gedachten Alternativen genau hinzuschauen, ob der Umzugskarton aus dem Baumarkt oder vom Discounter tatsächlich so günstig ist und „hält was er verspricht“.

Es verbleibt, die wichtigste Entscheidung zu treffen, die Auswahl des richtigen Möbelspediteurs. Doch wie findet man den richtigen Möbelspediteur? Woran erkennt man ein seriöses Unternehmen?

Qualifizierte Fachbetriebe sind einfach zu erkennen am Zertifikat des Bundesverbandes Möbelspedition, dem sogenannten „AMÖ-Zertifikat“. Damit belegen die Unternehmen, dass sie geschultes Fachpersonal einsetzen, qualitativ hochwertige Leistungen bieten, moderne Verpackungsmittel und -methoden nutzen und anwenden, auch mit sperrigen und schweren Sachen klarkommen, selbst wenn es aus dem vierten Stock und durch ein enges Treppenhaus geht und das Umzugsgut sorgsam behandeln. Der Kunde kann sich sicher sein, dass diese Unternehmen ordnungsgemäß versichert sind und die rechtlichen Bestimmungen einhalten.

Die wenigsten Umziehenden sind Profis und können richtig einschätzen, wie viel und welches Verpackungsmaterial für den Umzug benötigt wird und welches Transportvolumen insgesamt zusammenkommt. Seriöse Spediteure werden deswegen immer anbieten, den Hausrat zu besichtigen. Zudem kann sich der Spediteur so ein Bild von den Bedingungen vor Ort machen und je nach Situation technische Hilfsmittel, mehr oder weniger Personal oder auch besondere Fahrzeuge einplanen und gegebenenfalls Halteverbotszonen einrichten lassen.

Vorsicht bei „Schnäppchenangeboten“

Absolute Vorsicht ist für Verbraucher geboten, wenn über Anzeigenblätter oder Flugzettel billigste Pauschalangebote offeriert werden. Häufig genug haben solche Anbieter keine Gewerbeanmeldung, setzen ungelerntes oder nicht angemeldetes Personal ein und sind auch nicht versichert. Schäden und Ärger sind in diesen Fällen meist schon programmiert. Auch bei Internetanbietern gilt, dass kühles kalkulieren oft hilfreicher ist, als das Bemühen irgendwie noch ein paar Cent einzusparen. Die „Schnäppchenjagd“ beim Umzug wird so schnell zur ungeplanten Kostenfalle. Und am Ende geht es um nicht weniger, als um den gesamten persönlichen Besitz!

Wer Geld beim Umzug sparen will, sollte deswegen, sobald der Umzug feststeht, lieber mit einem seriösen Unternehmen Kontakt aufnehmen und langfristig einen Umzugstermin vereinbaren. Je früher die Auftragserteilung an den Spediteur erfolgt, desto niedriger wird in der Regel der Preis sein, denn der Spediteur kann seine Kapazitäten in der Folge besser planen und wirtschaftlich auslasten.

Sollte es bei aller Sorgfalt doch einmal zu Schäden gekommen sein, werden diese in aller Regel schnell und kompetent behoben. Verbleiben dennoch Unstimmigkeiten zwischen Kunde und Spediteur oder können Probleme nicht gelöst werden, besteht bei einem Umzug mit einem Möbelspediteur mit AMÖ-Zertifikat für den Umziehenden die Möglichkeit, sich kostenlos an die Einigungsstelle beim Bundesverband Möbelspedition (AMÖ) e.V. zu wenden. Über einen neutralen Anwalt wird dann ein anerkanntes Schlichtungsverfahren geführt. Die Möbelspediteure mit dem AMÖ-Zertifikat haben sich verpflichtet, dem Spruch der Einigungsstelle Folge zu leisten. So bleibt beiden Parteien der häufig mühselige und teure Rechtsweg erspart.

Verbraucher finden einen vertrauenswürdigen Umzugsprofi im Internet auf der kostenlosen und nicht kommerziellen Umzugsplattform www.umzug.org. Dort sind ausschließlich AMÖ-Fachbetriebe aufgeführt, die durch eine neutrale Organisation auf die Einhaltung unterschiedlicher Qualitätskriterien geprüft worden sind und dafür mit dem AMÖ-Zertifikat ausgezeichnet worden sind – erkennbar am AMÖ-Qualitätslogo, dem rollenden Känguru.

Über den Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V.

Seit bald 140 Jahren vertritt der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V., der aus der 1881 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Möbeltransport hervorging, die Interessen der Deutschen Möbelspediteure. Der Bundesverband Zu den rund 900 Mitgliedsunternehmen in 18 Landesverbänden zählen Umzugsspediteure, Neumöbellogistiker, Kunstspediteure sowie Spediteure von EDV und Medizintechnik. Um eine hohe Qualität der Dienstleistung Umzug durchzusetzen, vergibt die AMÖ an Mitgliedsunternehmen, die sich auf die Einhaltung bestimmter Standards verpflichten das Zertifikat „anerkannter AMÖ-Fachbetrieb“. Im Rahmen einer Gruppen-Qualitätsprüfung wird jedes Jahr eine Auswahl der teilnehmenden Betriebe auf die Erfüllung der Qualitätskriterien von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle überprüft. Die Unternehmen, die das AMÖ-Zertifikat erhalten haben, sind auf www.umzug.org zu finden.


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Juli 2019 / No 62

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