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DAUN, 08.02.2018 - 16:41 Uhr
Kultur

Von wegen aus Amsterdam! - Was man über Tulpen wissen sollte

(dpa/tmn) - Über Tulpen wird so viel zum Frühlingsbeginn gesprochen - man könnte meinen, man weiß doch alles über sie. Aber mal ganz ehrlich: Stammen Tulpen eigentlich aus Holland? Und wann werden die Zwiebeln eingesetzt, damit sie zum Osterfest blühen? Ein paar Antworten: 

Woher stammen Tulpen?

Nicht aus Amsterdam - wie das Roy Black, die Fischerchöre, Heintje und natürlich Rudi Carrell besungen haben. Die Zwiebelblumen sind im 16. Jahrhundert aus dem Orient nach Europa gelangt.

Wann pflanze ich die Tulpen fürs Osterfest?

Hier kommt leider eine Enttäuschung: Im Garten müssen viele Pflanzen weit vor ihrer Saison schon in die Erde. Das heißt für im Frühling blühende Zwiebelpflanzen: im Herbst. Prof. Cassian Schmidt vom Staudensichtungsgarten Hermannshof in Weinheim rät, Tulpen zwischen Mitte November und dem Nikolaustag zu pflanzen. Keine Sorge, die Winterkälte macht den Zwiebeln nichts aus. Ganz im Gegenteil: Die ersten Fröste im Spätherbst töten Schädlinge im Boden ab, so dass sich die Tulpen gesund entwickeln können, erklärt Svenja Schwedtke, Staudengärtnerin aus Bornhöved Schleswig-Holstein.

Das habe ich verpasst. Kann ich noch Tulpen im Garten haben?

Ja, vorgetriebene Pflanzen gibt es im Handel. Sie lassen sich etwa in Töpfen auf Balkon, Terrasse und Fensterbrett sowie im Garten verteilen. Aber für Tulpen im Beet und im Rasen ist es zu spät.

Welche Tulpen sind empfehlenswert?

Langlebigkeit ist hier das Stichwort. Die meisten Zwiebeln entwickeln sich schon im zweiten Jahr nicht mehr so prachtvoll. Häufig lautet der Rat der Gärtnereien sogar: Die Tulpen direkt nach der Blüte komplett entfernen und im Herbst wieder neue pflanzen. Wer sich diese Mühe und natürlich das Geld sparen will, dem empfiehlt Prof. Schmidt: „Die Darwin-Hybrid-Tulpen, die zu den klassischen Garten- und Beettulpen zählen, können Jahrzehnte ausdauern.“ Deren farbliche Bandbreite ist zwar nicht besonders groß und beschränkt sich vor allem auf die Grundtöne Gelb und Rot. Aber in den meisten Jahren - etwa 2019 und 2020 - blühen sie rechtzeitig zum Osterfest, das für Tulpen recht früh auf bereits Mitte April fällt.

Auch die Gruppe der Lilienblütigen und Viridiflora-Tulpen, die ihre Blütenblätter mit grünen Mustern schmücken, gehört zu den langlebigeren. „Darüber hinaus sind das tatsächlich sehr schöne Tulpen für den Schnitt“, sagt Prof. Schmidt.

Kann ich auch das Leben der anderen Tulpen-Variationen verlängern?

Durchaus! Gärtnerin Schwedtke betont, dass Tulpen im Sommer unbedingt einen trockenen Standort brauchen. Setzt man sie zwischen Prachtstauden, die im Sommer häufig gegossen werden, drohen die Zwiebeln zu verfaulen. Alternativ rät Schwedtke, die Zwiebeln auszugraben, wenn das Laub braun ist, sie zu trocknen und bis zum Herbst einzulagern.

Wichtig für Tulpen ist auch genügend Licht. Werden Tulpen zwischen Stauden mit einem frühen Austrieb gepflanzt, stehen die Blätter im Schatten. Sie können dann nach ihrer Blüte nicht mehr ausreichend Reserven fürs Folgejahr in den Zwiebeln einlagern - dabei ist das der Garant für eine erneute prachtvolle Blüte. Ihr Traumpartner im Beet ist also eher ein Langschläfer.

Die Expertin hat noch einen Tipp: Eine Nährstoffzugabe während des Austriebs der Tulpen. „Am besten nimmt man ein Präparat, das Phosphor und Kalium betont ist - also zum Beispiel einen Tomatendünger.“

Wo im Garten wirken Tulpen am besten?

„Es macht wenig her, wenn man viele verschiedene Tulpen, die im Zehnerpack angeboten werden, über den Garten verteilt“, sagt Schwedtke. Sie rät, zu klotzen. Statt zu sechs verschiedenen Tulpensorten zu greifen, könnte man zum Beispiel 20 Stück einer leuchtend rosa Sorte und 40 Stück in Puderrosa kaufen.

Prof. Schmidt empfiehlt: Nicht das Tütchen hinter sich herziehen und wahllos eine Zwiebel nach der anderen zu pflanzen. „Man legt die Zwiebeln erstmal im Beet aus oder noch besser wäre es, wenn man sich einen Pflanzplan macht, damit man wirklich eine Vorstellung davon hat, was man farblich gestaltet.“

Macht es Sinn, die Pflanzung farblich abzustimmen?

Schmidt rät, die Umgebung zu berücksichtigen. „Man kann beispielsweise das Farbkonzept der Fassade des Wohnhauses übernehmen oder zum weißblühenden Fliederstrauch etwa weißgrüne Viridiflora-Tulpen pflanzen.“ Gut passten auch Farben zueinander, die im Farbkreis nahe beieinanderliegen. Solche feinen Abstufungen finden sich zum Beispiel bei den Triumph-Tulpen, die kleinere Blüten haben und sich im Vergleich zu den Darwin-Hybrid-Tulpen nicht vollständig öffnen. Sie müssen allerdings immer mal wieder ersetzt werden.

Was hat es mit spätblühenden Tulpen auf sich?

Die einfachblühenden späten Tulpen sind reizvoll. Sie kommen häufig erst Anfang Mai zur Blüte. Sie können sich allerdings in der Konkurrenz der austreibenden Staudennachbarn nicht behaupten, so dass sie nach zwei bis drei Jahren verschwinden. Aber darin sieht Gärtnerin Schwedtke auch eine Chance: „Auf diese Art und Weise kann man von Jahr zu Jahr etwas anderes ausprobieren.“


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