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DAUN, 20.02.2019 - 08:52 Uhr
Kultur

Zeitreise in die 70er und 80er Jahre: Die neue Frauenmode 2019

(dpa/tmn) - Ist die Mode tatsächlich beliebig geworden, wie Kritiker meinen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die neuen Trends wirklich für jeden Geschmack das Richtige bieten? Bei einem Blick auf die Kollektionen für Frühjahr und Sommer wird klar: Die zweite These trifft zu.

„Beliebig ist die neue Mode sicher nicht. Aber es gibt immer weniger Regeln“, sagt die Stylistin Maria Hans aus Hamburg. „Dadurch kann jeder seinen ganz eigenen Style entwickeln. Individualität wird also groß geschrieben.“ Zugleich aber gibt es durchaus noch Trends.

Batik ist einer. Das Muster aus verschiedenen Farben gehörte vor allem in die Flower-Power-Ära der 70er Jahre. Danach schaffte Batik es ab und an zwar wieder in die Mode, auch dank der einfachen Gestaltung, die schon Kinder zu Hause selbst machen können. Und zuletzt zogen Festivalgänger wieder häufiger Batik-Sachen an.

Allerdings soll das bunte Muster nun endgültig wieder ein Modetrend sein - und zwar ohne das Hippie-Image. Sogar Topdesigner wie Dior, Prada oder Stella McCartney schickten Models darin über den Laufsteg. „Die Batik-Teile von heute sind ebenso cool wie urban, sie verbinden Lässigkeit mit edlem Chic“, sagt Maria Hans.

Die modische Zeitreise, die angesagte Designer in dieser Saison unternehmen, führt nicht nur in die 70er. „Auch die 80er Jahre dienten als Interpretation“, so Hans. „Das macht sich beispielsweise an den Oversized-Blazern bemerkbar, die jetzt wieder gefragt sind. Aber auch kräftig bunte Farben und Overalls gab es in dieser Dekade schon mal.“

Außerdem wieder da: Animal-Print. „Vor allem der Leo-Look sorgt wieder für Aufsehen“, erläutert Modeberaterin Ritchie Karkowski aus Timmendorfer Strand. „Eigentlich kann man dieses Muster mittlerweile schon als Klassiker bezeichnen.“ Doch im Frühling und Sommer 2019 gebe es das Leomuster nicht nur in der für Leoparden typischen Farbkombination Schwarz und Goldbraun. Angesagt sei das Muster in der Kombination von Schwarz und Weiß sowie in Pastelltönen.

Apropos Pastelltöne: Diese bleiben insgesamt für die Frauenmode im Trend. Karkowski erwähnt etwa besonders Flieder oder Vanillegelb. Aber auch kräftige Farben finden sich häufig. „Dazu zählen Himbeerrot, Pink oder Orange.“ Diese Farben werden entweder „ganz unbekümmert miteinander gemixt oder Ton in Ton getragen“, ergänzt Karkowski. Gerade auch ins Berufsleben ziehe Farben-Freude ein: „Das ist vor allem gut bei Hosenanzügen zu sehen, die in der kommenden Saison vielfach in klaren, kräftigen Farben angeboten werden.“

Aber die starken Töne lassen sich auch abmildern, indem man sie kombiniert. Shopping-Beraterin Andrea Lakeberg aus Berlin empfiehlt jenen Frauen, die es dezenter möchten, „sich für ein Teil in einer Signalfarbe“ zu entscheiden. „Beispielsweise ein knallrotes Shirt zum Anzug in Hellgrau.“ Auch bei den angesagten Pastelltönen sollte man die Dosis abwägen, findet die Modeberaterin: „Sie müssen nicht nur zum Typ, sondern vor allem auch zum Teint passen. Sonst sieht man schnell blass und müde aus.“

Ähnlich kontrastreich kombinieren lassen sich aktuell die Muster der Kleidungsstücke. „Blüten zu Streifen in einem Kleidungsstück sind ein Beispiel für diesen Trend“, erklärt Maria Hans. Alternativ kommen verschiedene Muster in einzelnen Kleidungsstücken zusammen - etwa ein Rock mit Blumendessin zur Streifenbluse. Es geht aber auch durch und durch klassisch: „Das Karomuster ist ja ohnehin aus der Mode nicht mehr wegzudenken“, sagt Lakeberg. „Im Frühjahr sind es vor allem Blazer, die dieses Muster zeigen.“

Eines der Trendteile der Saison wird die Culotte sein. Diese Hosenform ist keine Neuheit - die Hochwasserhose mit weitem Bein ist seit einigen Jahren mal mehr, mal weniger im Trend. Nun erneut. „Es gibt sie in Denim oder auch Leder, in Längen von midi bis maxi“, zählt Lakeberg auf. „Culottes sind perfekt, um kleine Problemzonen wie etwa kräftige Oberschenkel, zu kaschieren. Darüber hinaus strecken sie optisch. Sie können wirklich von fast jeder Frau getragen werden.“

Daneben ist unter anderem die klassische, schmal geschnittene Hose angesagt. „Wichtig dabei ist, dass sie über eine hohe Taille verfügt“, sagt Karkowski. Ein anderes Trendteil stammt aus den 80ern - beziehungsweise es war in der Sportmode ja nie weg: die Radlerhose. In den Großstädten tragen die hippen Modefans die engen, knapp bis übers Knie reichenden Sporthosen schon, allerdings alltagstauglich kombiniert mit einem Blazer. Nun sollen sie in die Mode für die Massen eingehen. Maria Hans sagt jedoch: „Diese sollten allerdings Frauen mit schlanken Beinen vorbehalten sein.“

Ein anderer Hosentrend ist „durchaus auch etwas für kräftigere Frauen“, sagt Hans. Es handelt sich um Overalls. „Voraussetzung: Sie sind lässig weit geschnitten.“ Gleiches gilt für die aktuellen Cargo-Hosen im Handel. „Sie sind ebenfalls ein Trend, der bereits in den 80er Jahren angesagt war und zeichnen sich durch weiten Schnitt und viele Taschen aus“, erklärt die Stylistin.


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