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DAUN, 03.04.2020 - 12:44 Uhr
Kultur

Zugabe! – Interview mit Ben Zucker

Seine Karriere ging senkrecht nach oben: In Rekordgeschwindigkeit schoss Newcomer Ben Zucker an die Spitze der deutschen Schlagercharts und füllt seitdem die größten Spielstätten der Republik. Mehr als 100.000 Fans pilgerten 2019 zu den Konzerten der ausverkauften Arena-Tour, um den Mann mit der markanten Reibeisenstimme und dem erdigen Charme live zu erleben. Auch 2020 wird ein Ben Zucker-Jahr: Im Sommer startet der Deutschrocker seine nächste große Live-Tour, um erst die Stadien und im Herbst wieder die Hallen zu füllen. Mit im Gepäck, neben seinen größten Hits und der aktuellen Single „Mein Berlin“: fünf „brandneue“ Songs aus seinem Album-Upgrade „Wer sagt das?! Zugabe!“, das am 3. April erscheint. Im Interview verrät der Wahl-Berliner, warum er sich ein Leben ohne Musik nicht vorstellen kann, wieviel eigene Erfahrungen in seinen Liedern stecken, wieso ihm Freiheit so wichtig ist und weshalb ihm starke Frauen und alleinerziehende Mütter ganz besonders am Herzen liegen.

Herr Zucker, Sie stehen gerade in den Startlöchern zu ihrer großen „Live 2020“-Tour. Damit knüpfen Sie fast nahtlos an Ihre erste eigene Arena-Tour an, bei der Sie im Herbst 2019 die größten Hallen Deutschlands gefüllt haben. Wie hat sich das für Sie angefühlt, live vor 7.000 bis 11.000 Fans zu spielen? Gigantisch. Mehr geht nicht. Ich hatte davor ja schon die Ehre, mit Helene Fischer auf großer Stadion-Tournee vor einem Mega-Publikum aufzutreten, aber jetzt kommen die Menschen, um tatsächlich meine Musik zu hören, meine eigenen Songs. Das fühlt sich immer noch riesig an und ist mir manchmal immer noch unbegreiflich. Auch dass Menschen losgehen und für ein Konzert mit mir Geld bezahlen – das ist schon sehr beeindruckend und freut mich ganz doll. Schön ist auch zu sehen, wie meine „Zucker-Bande“ wächst. Dafür bin ich sehr dankbar, das werde ich immer zu schätzen wissen.

Wissen Sie noch, welche Gedanken Ihnen beim Auftaktkonzert Ihrer Arena-Tour durch den Kopf geschossen sind? Oh ja. Ich weiß noch genau, wie ich da in Riesa Backstage in dem Aufzug stand, der mich gleich auf die Bühne bringen würde. Als ich die tausenden Menschen hörte, die meinen Namen riefen und ich mir dachte: Die sind jetzt nur wegen dir gekommen. Das ist unfassbar. Passiert das jetzt wirklich? Und als ich dann hochgefahren bin, oben stand, meinen Arm hochriss und mich die ganzen Menschen angefeuert haben. Das war unbeschreiblich. Das kann man nicht erklären oder in Worte fassen. Deutsch ist zwar eine schöne Sprache, aber für dieses Gefühl finde ich kein passendes Wort. Großartig reicht dafür nicht, auch bombastisch hilft da nicht weiter. Es war jedenfalls mehr als geil und so viel mehr als wow!

Claudia Pless mit Ben Zucker. © Uwe HaaseDenken Sie heute noch manchmal an Ihre allerersten Auftritte vor kleinem Publikum? Klar. Ich erinnere mich noch gut an Abende, wo ich vor fünfzig Leuten gespielt habe – da hatte ich aber schon Kumpels angerufen, die ihre Freunde mitbringen sollten, damit der Saal halbwegs gefüllt aussieht (lacht). Und das alles fast für umsonst. Das war damals auch eine aufregende Zeit – aber natürlich ganz anders im Vergleich zu heute.

Auch Ihre heutigen Konzerte kommen ohne viel Pyrotechnik und visuelle Knalleffekte aus. Warum verzichten Sie auf die ganz große Show? Ein paar kleine Effekte haben wir auch. Bei meiner Arenatour bin ich unter Konfettiregen mit diesem kleinen Aufzug auf die Bühne gekommen (schmunzelt). Aber ansonsten steht bei meinen Konzerten ganz klar die Musik im Vordergrund. Und das scheint den Menschen ja zu gefallen. Ich denke zu viel Brimborium würde auch nicht zu mir passen.

Apropos Musik. Anfang April erscheint Ihr Album „Wer sagt das?! Zugabe!“. Worin besteht die Zugabe? Wir wollten für die Fans noch einen drauflegen: Neben den 13 Original-Tracks meines Albums „Wer sagt das?!“ besteht die Zugabe aus fünf zusätzlichen brandneuen Studio-Songs. Außerdem enthalten die insgesamt drei CDs als besonderen Bonus einen Live-Mitschnitt meines Tour-Finales 2019 in Berlin.

Bisher hatten alle Ihre Alben Ausrufezeichen im Titel. Was ist die Idee dahinter? Das steht für mich dafür, Haltung zu zeigen. Dass man sich nicht verstellt, dass man bei sich bleibt und seinen Lebenstraum nicht aus den Augen verliert. Dass man seine Ziele verfolgen soll – und darf. Dass man macht, was einem wirklich liegt. Egal ob man Schiffskoch, Astronaut oder was auch immer wird. Dass es keine Rolle spielt, ob man hetero ist, schwul oder lesbisch. Scheißegal! Hauptsache, man bleibt sich selbst treu. Bleib Du selbst! Das ist meine Message. Dass man seinem Herz folgt und sich selbst noch in den Spiegel schauen kann, das ist das Einzige, was zählt am Ende des Tages.

Das klingt sehr optimistisch. Glauben Sie wirklich, dass man im Leben alles erreichen kann und dass am Ende immer alles gut wird? Daran sollten wir glauben. Ich denke, dass in Deutschland leider oft eine eher pessimistische Grundhaltung überwiegt. Dass viele meinen: Das geht nicht, das klappt nicht, das schaffen wir nicht. Das wird sowieso nichts. Das brauchen wir erst gar nicht versuchen. Und ich halte dann dagegen und frage: Wer sagt das? Wer sagt uns, dass das nicht geht? Ich finde, wir sollten es wenigstens probieren und die Dinge nicht kleinhalten, sondern ihnen die Chance geben, zu wachsen und sich zu entwickeln. Nur so entsteht Großes. Also nicht hadern und zögern, sondern einfach machen!

Ist das auch Ihr Erfolgsrezept? Ich habe schon immer mein Ding gemacht. Und natürlich habe ich auch Fehler gemacht. Das bleibt nicht aus, wenn man nach vorne geht. Aber ich habe versucht, mir selber treu zu bleiben. Und meine Leidenschaft zu leben. Die Musik ist mein Herzschrittmacher. In meinen Songs bin ich ganz bei mir. Und ich glaube, dass spüren die Menschen. Sie fühlen, dass die Emotionen echt sind.

Sind Ihr Songs tatsächlich am Küchentisch entstanden, wie Sie auf Ihren Konzerten schmunzelnd erzählen? Ja, das sind sie. Am Küchentisch zu sitzen, kann sehr kreativ sein (lacht). Das heißt aber nicht, dass ich mich an den Tisch setze und denke, jetzt schreibe ich mal einen Song über dieses oder jenes. Sondern ich verarbeite dort Gedanken, die mich persönlich beschäftigen und Ereignisse, die einen sehr engen Bezug zu meinem Leben haben.

Bei der musikalischen Umsetzung haben Ihnen renommierte Komponisten geholfen. Wieviel eigene Erfahrungen stecken in diesen Texten? Meine Songs beruhen fast ausschließlich auf eigenen Erfahrungen. Das sind Geschichten, die ich selber so erlebt habe, aber auch Erlebnisse von Familienmitgliedern und guten Freunden, deren Geschichte ich sozusagen adaptiere. Oft verarbeite ich in den Texten auch Ereignisse, die ich in meinem Umfeld beobachte, im Tagesgeschehen wahrnehme und für mich deute. Mit all diesen Eindrücken versuche ich dann einen Text zu schreiben, der mit meiner eigenen Erfahrung zusammenkommt. Das ist mir wichtig, dass das Ergebnis authentisch ist. Der Song muss mir aus der Seele sprechen. Nur dann kann ich ihm meine Stimme geben.

Mit Ihrer markanten Stimme wurden Sie berühmt. Als weiteres Markenzeichen von Ben Zucker gelten die verschieden farbigen Socken. Ist das eine Macke, ein PR-Gag oder was sonst? Dieses Sockenthema wurde von den Medien ein bisschen aufgebauscht. Dahinter steckt eigentlich eine alte Geschichte: Als ich noch klein war, sah ich, wie meine Mum nach dem Wäschewaschen ewig unsere Socken sortierte. Das wollte ich ihr ersparen. Also bat ich sie, die Socken einfach alle in eine Box zu schmeißen. Dort zog ich die Socken dann raus – wie aus einer Lostrommel. Die Socken, die ich erwischte, wurden angezogen. Egal, ob sie dieselbe Farbe hatten oder nicht. Und irgendwann entwickelte sich so ein Kult daraus, aber das war schon bevor ich bekannt wurde.

Inzwischen haben Sie einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. - Was war der bisher emotionalste Höhepunkt Ihrer Karriere? Es gab zwar schon mehrere sehr emotionale Momente. Aber besonders ergreifend war für mich das Duett mit Bonnie Tyler. Beim Schlagerboom 2017 durfte ich ja mit ihr zusammen ein Hit-Medley singen. Mit diesem Weltstar gemeinsam auf der Bühne zu stehen, das war einfach überwältigend. Großartig war aber auch die Stadion-Tour 2018 mit Helene Fischer – vor allem mit ihr im Duett „Freiheit“ singen zu dürfen, das war sehr bewegend.

Die Hymne von Marius Müller-Westernhagen singen Sie auch auf jedem Ihrer Konzerte. Wieso gerade dieses Lied? Weil ich Freiheit wahnsinnig wichtig finde. Ein freier Mensch zu sein, seine Meinung frei äußern zu dürfen, das ist nicht selbstverständlich. Die Idee, dass jeder Einzelne im Leben alles erreichen und schaffen kann, die ist so schön, dass wir sie viel besser nutzen sollten. Deshalb finde ich es schade, wenn Menschen diese Freiheit – wie wir sie hier und heute in Deutschland haben – nicht nutzen. Schließlich leben wir in einem Land mit einem vorbildlichen Grundgesetz, das uns sehr viele Freiheiten einräumt. Ich finde, das sollten wir zu schätzen wissen. Auch weil es immer noch Länder gibt, in denen es an dieser Freiheit mangelt.

Man hört bei Ihnen hinter den Zeilen immer eine große Dankbarkeit heraus... Ich bin tatsächlich ein sehr dankbarer Mensch. So bin ich auch erzogen worden. Man sollte im Leben eigentlich nichts als selbstverständlich betrachten. Meine Fans, meine Familie, meine Freunde, meine eigene Band – das alles ist überhaupt nicht selbstverständlich. Und für das alles bin ich unheimlich dankbar. Nicht nur für meinen musikalischen Erfolg, sondern auch für die kleinen Dinge des Lebens. Man muss auch Kleinigkeiten schätzen. Wenn man immer auf das große Glück wartet, wird nichts passieren. Man muss schon an der kleinsten Stelle wissen: Das ist cool und Danke sehr.

Ein großes Dankeschön an Ihre Mutter ist das Lied „Wären alle so wie du“. Wie kam es dazu? Ich bin nun mal Musiker, und die Musik ist das, was ich am besten kann. Also habe ich meiner Mum mit einem Lied gesagt, was mir auf der Seele lag – ihr mal gebührend Danke gesagt. Sie ist nicht nur eine super Mutter, sondern auch eine ganz tolle Frau. Sie hat uns drei Kinder alleine großgezogen, und das mit einer Vollzeitstelle als Krankenschwester. Trotz dieser Mega-Belastung war sie immer dran an uns. Sie hat uns unterstützt und gefördert, hat auch an mich immer geglaubt und war stets mit ganzem Herzen dabei. Da war es nun mal an der Zeit, eine kleine Ode an meine Mama zu schreiben.

Sie scheinen überhaupt ein Frauenversteher zu sein. Auch das Lied „Du haust mich um“ haben Sie einer alleinerziehenden Mutter gewidmet... Diese Message ist mir sehr wichtig. Denn ich finde, das, was alleinerziehende Mütter tagtäglich leisten, kann man nicht genug würdigen. Diese Frauen kämpfen und bewegen so viel. Doch das wird oft als viel zu selbstverständlich hingenommen. Auch bei Müttern, die eigentlich einen Partner an ihrer Seite haben. Die müssen oft Beruf, Kinder und Haushalt fast alleine wuppen. Das verdient meinen allergrößten Respekt. Das muss man(n) erstmal schaffen: Ein Kind auf die Welt bringen, es großziehen und durchs Leben begleiten. Die eigenen Interessen werden da oft hintenangestellt.

Das könnte aber auch anders gehen – wenn sich die Männer mehr engagieren würden. Das stimmt. Auch die Papas sind sehr wichtig und sollten bei der Erziehung und im Alltag kräftig mithelfen. Dazu gehört auch, die nötige Verantwortung zu übernehmen. Und manchmal denke ich auch, man sollte vielleicht eine Art Elternführerschein einführen. Trotzdem: So ein Vater, der kann sich so engagieren wie er will und noch so cool alles wuppen. Aber dieses Grundgefühl einer Mama, das können wir Männer nicht verstehen. Mütter machen sich ganz andere Sorgen und haben eine andere Herangehensweise an die Kinder. Da fehlt uns Männern einfach was. Natürlich gibt es auch ganz tolle alleinerziehende Väter. Klasse Männer, die sich super um ihre Kinder kümmern, gleichzeitig das Geld verdienen und den Haushalt schmeißen. Auch sie spreche ich in meinen Songs an. Aber, ganz ehrlich, solche Männer sind leider sehr, sehr selten.

Sie sind selber Vater einer kleinen Tochter. Was geben Sie ihr mit auf den Lebensweg? Vor allem, dass sie immer an sich selbst glaubt. Dass sie darauf vertraut, dass sie auch Fehler machen darf und trotzdem immer geliebt wird. Dass sie fast alles schaffen kann, was ihr wichtig ist. Dass sie sich auch von Misserfolgen und Rückschlägen nicht unterkriegen lässt. Und dass sie immer zu schätzen wissen sollte, wo sie herkommt.

Die Familie spielt in Ihrem Leben eine große Rolle. Auch zu Ihren Geschwistern haben Sie eine enge Beziehung. Wie kam es, dass Ihre Schwester 2019 zum ersten Mal gemeinsam mit Ihnen auf der Bühne stand? Meine Schwester Sarah hatte schon immer leidenschaftlich gerne gesungen, und als ich letztes Jahr für das Lied „Ça va, ça va“ von Claudio Capéo eine Duett-Partnerin für das Konzert in Berlin suchte, fiel mir spontan Sarah ein. Dass sie auch noch fließend Französisch spricht, passte wie die Faust aufs Auge. Den Auftritt hat sie dann so toll hingelegt, dass auch mein Plattenboss auf sie aufmerksam wurde. Und dann ging’s los. Inzwischen hat sie schon ihren ersten eigenen Song geschrieben: „Perfekt“. Bei meiner Arena-Tour war sie dann auch mit diesem Lied live dabei. Das kam bei den Zuschauern super an.

Ein Teil Ihrer früheren Familiengeschichte ist die Flucht 1989 aus der DDR in den Westen. Wie sind Ihre Erinnerungen an diese Zeit? Ich war damals ja noch klein, erst sechs. Und diese Flucht - mit einem geliehenen Trabant über die Tschechoslowakei nach Westdeutschland – war für mich eine Art Adventure-Trip. Unsere Eltern hatten uns Kindern die Flucht als eine Art Abenteuer-Urlaub verpackt, was ganz toll und clever von ihnen war. Doch wenn sie gewusst hätten, wie hart das schließlich wird, hätten sie es wohl nicht gemacht. Aber es ist alles gutgegangen und heute ein wichtiger Teil meiner Geschichte – auch wenn mich diese Erlebnisse nicht nachhaltig geprägt haben.

Offensichtlich sehr geprägt hat Sie Ihre Heimatstadt, für die Sie mit „Mein Berlin“ eine musikalische Liebeserklärung geschrieben haben. Dabei sind Sie doch eigentlich an der Ostseeküste geboren. Geboren bin ich tatsächlich in der ostdeutschen Hafenstadt Ueckermünde, aber aufgewachsen bin ich schon ab meinem ersten Lebensjahr in Berlin. Dort habe ich – von kleinen Unterbrechungen abgesehen – eigentlich immer gelebt. Und ich weiß: Berlin hat viele Seiten, auch weniger schöne. Berlin kann man auch hassen. Aber ich liebe Berlin, mein Berlin.

Stimmt es, dass Sie mit Ihrer Familie in Berlin vorübergehend in einem besetzten Haus gelebt haben? Nicht so ganz. Wir sind ja nach der Wende wieder nach Berlin zurückgekehrt, weil meine Eltern Heimweh bekamen und feststellen mussten, im Westen ist es doch nicht so schön und so bunt wie sie immer gedacht hatten. Also sind wir erstmal zu einer Freundin meiner Mutter, die eine Wohnung in einem Haus in der Oranienburgerstraße hatte. Weil die anderen Wohnungen in dem Haus nach dem Mauerfall leer standen, überließ uns der Hausmeister vorübergehend eine der verwaisten Wohnungen. Das war aber keine Hausbesetzung und hatte überhaupt nichts mit einem etwaigen politischen Engagement zu tun.

Für Kinder engagieren Sie sich hingegen gerne. So unterstützen Sie schon seit Jahren den Verein „Kahuza“ in Halle. Warum liegt Ihnen das so am Herzen? Weil sich dieser Verein mit einem guten Konzept, tollen Projekten und sehr engagierten Mitarbeitern gegen Kinderarmut und Gewalt gegen Kinder einsetzt. „Kahuza“ ist ein Träger der freien Jugendhilfe und begleitet seit 2005 Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien – Menschen, denen es nicht so gut geht, die Hilfe für ihr Leben brauchen. Die Geschichten dieser Kinder haben mich sehr bewegt. Was „Kahuza“ für sie leistet, ist ganz wundervoll.

Wie hilft dieser Verein konkret? Die „Kahuza“-Kinder erhalten zum Beispiel warme Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und kostenlose Freizeitangebote. Um das zu finanzieren, braucht der Verein Unterstützung von Sponsoren und Spendern. Da helfe ich gerne mit. Als ich dem Verein vor Weihnachten ein Scheck übergeben konnte, hat mir ein kleiner Junge seinen größten Weihnachtswunsch verraten: eine warme Winterjacke. Das hat mich total berührt – und gleichzeitig fassungslos gemacht. Wir leben hier in Deutschland in einem Wohlstandsstaat, und ein kleiner Junge wünscht sich Weihnachten nichts sehnlicher als eine warme Winterjacke. Demnächst will ich den nächsten Scheck an „Kahuza“ übergeben.

Eine immer wiederkehrende Botschaft in Ihren Texten ist: Lebe jetzt, warte nicht auf später. Sind wir Deutschen zu zukunftsfixiert? In Deutschland tendieren schon sehr viele Menschen dazu, zu sparen und zu horten. Zu planen und vorauszudenken. Die Zukunft weitgehend abzusichern. Das ist auch gut und richtig so und bis zu einem gewissen Punkt sinnvoll. Doch man sollte sich auch gleichzeitig bewusst sein, dass alles ganz schnell vorbei sein kann. Und dass es oft anders kommt als man denkt und plant. Ich meine: Man kann und sollte zwar nicht so leben, als ob jeder Tag der letzte wäre. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass man noch am Leben ist. Und dass es manchmal auch okay ist, den Tag einfach kommen zu lassen - und das Jetzt zu genießen, ohne permanent an die Zukunft zu denken.

Sie selber haben sich in naher Zukunft einiges vorgenommen. Ihre Tour im Sommer und Herbst zählt mehr als 20 Konzerte. Dazu kommen noch zahlreiche Live-Auftritte sowie Ihr bisher größtes Konzert am 4.9. in der Wuhlheide in Berlin. Wie schaffen Sie das alles? Indem ich weiterhin meine Hausaufgaben erledige, auf der Bühne abliefere und auch dann einen guten Job mache, wenn keiner zuschaut. Weil die Musik meine große Leidenschaft ist. Weil ich gerade meinen Traum lebe. Das ist das, was ich mir immer gewünscht habe. Weil ich großartige Fans habe. Weil ich auf der Bühne ganz bei mir bin. Und weil das auch mein Lebensmotto ist: Mach deine Arbeit gut, auch wenn keiner hinschaut. Als bekennender Union-Anhänger freue ich mich übrigens ganz besonders auf das Konzert in der Wuhlheide, nur zwei Kilometer von der Homebase meines Heimatvereins entfernt. Das wird sicher ein Fest. Bei dem Gedanken daran, kribbelt es jetzt schon in meinem Bauch.

Ein Interview von Claudia Pless

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