Glücksgefühle zum Tagesausklang: Sonnenuntergang am romantischen Glückstädter Hafen. Glücksgefühle zum Tagesausklang: Sonnenuntergang am romantischen Glückstädter Hafen. - © Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn | Larissa Loges -
DAUN, 10.09.2020 - 16:14 Uhr
Touristik

Entlang der Elbe: Schleswig-Holsteins versteckte Perlen

(dpa/tmn) - Wirklich immer, wenn man über den Deich fährt, weiß man nicht, was einen erwartet. Oft ist es schön. Und manchmal ist es ein Paradies - aus grünen Wiesen mit wollweißen Schafstupfern, und aus feinem, weitläufigem Sandstrand. Große Kutter, kleine Boote. So wie am Elbstrand Bielenberg in Kollmar.

Vom Parkplatz direkt am kleinen Hafen sind es nur ein paar Schritte bis zum Strand. Kaum etwas ist los an diesem sonnigen Tag. Vor den Containern des Strandimbiss Strandfloh sind einige der hölzernen Möbel belegt. Matjesbrötchen und ein kühles Blondes gehen immer. Platz ist dennoch reichlich. Mehr Schafe als Menschen scheinen rund um den Deich unterwegs zu sein.

Am Sandstrand liegt nur etwas Treibgut zwischen den Erholungssuchenden und der Elbe. Handtuch ausbreiten, genießen, Containerschiffe gucken, den Tag vertrödeln.

Klar, Schleswig-Holstein hat viele schöne Ecken. Doch an so manchem kleinen Schatz fährt man auf dem Weg zur Küste einfach vorbei. Wer beispielsweise zwischen Hamburg und Friedrichskoog sucht, wird mit verborgenen Schönheiten belohnt - wie in Kollmar.

Matjes und Geschichte in Glücksstadt

Wer schnell eine Unterkunft für die Nacht sucht, wird nur ein paar Kilometer weiter in der zweitgrößten Stadt des Kreises Steinburg, in Glückstadt, meist noch spontan fündig.

Berühmt für das Silber der Meere, Matjes, und die Elbfähre zum niedersächsischen Wischhafen, hat Glückstadt auch eine spannende Geschichte zu bieten: Der dänische König Christian IV. ließ 1617 den Grundstein legen. Ein Bollwerk gegen Altona sollte Glückstadt werden. Eine Stadt an der Elbe, mächtiger als Hamburg.

So ist Glückstadt kein gewachsener Ort. Der Grundriss stammt vom Reißbrett. „Der König hat neue Einwohner mit dem Versprechen der Religionsfreiheit geworben, kostenlose Baugrundstücke zur Verfügung gestellt, Steuerfreiheiten gewährt“, erzählt Ilona Diedrichsen, Inhaberin des „Brückenhauses“, einer früheren Bier- und Milchwirtschaft am Glückstädter Hafen.

„Es kamen Dänen, Niederländer und viele weitere. Die Architektur bei uns ist darum etwas ganz besonderes, einzigartig“, sagt die gebürtige Husumerin. Daher auch Straßennamen wie Dänenkamp oder Judenstraße.

Hafenromantik im Strandkorb

Geblieben sind vom Königstraum ein malerischer Hafen mit charmanter Häuserzeile, natürlich sehr viel kleiner als in Hamburg, kleine Gassen, ein historischer Stadtkern und - natürlich - die Elbe.

Vom Hafen aus fuhren einst die Schiffe der Walfänger nach Grönland, hier liegt heute mit der „Rigmor von Glückstadt“ Deutschlands ältestes seetüchtiges Segelschiff. Wer an diesem hübschen Ort bei Sonnenuntergang im Strandkorb den Tag ausklingen lässt, der kann sich tatsächlich glücklich schätzen in Glücksstadt.

Baden am Kanal in „Klein-Westerland“

Nur knapp 40 Autominuten sind es nach Westerland. Nein, nicht Westerland auf Sylt natürlich. Aber Urlaubsgefühle kommen definitiv auch in Hochdonn auf, in Klein-Westerland. Es geht vorbei an Feldern mit Kühen und Störchen, man folgt den Schildern „Badestelle“ und „Campingplatz“. An letzterem links vorbei kommt ein Parkplatz, kurz vor einigen weiß lackierten Hafenpollern rechts. Durch diese und ein paar Bäume hindurch erreicht man die kleine Bucht am Nord-Ostsee-Kanal. Der feine Sand und das flache Wasser sind nicht nur für kleine Wasserratten schön.

Klein-Westerland ist die einzige offizielle Badestelle, die es am Kanal gibt. Wie am Elbstrand kann man auch hier beim Baden große und kleine Schiffe beobachten. Segelmasten, die gemächlich die Kartoffelrosenhecken entlang tänzeln, um wenig später den Buchteingang des Kanals zu passieren. Möwenkreischen, das Rauschen der Bäume, alles inklusive am Strand am Kanal.

Schafen drehen im Naturpark Aukrug

Wer es nach so viel Sonne etwas schattiger mag, macht sich auf den Weg zu einer weiteren verborgenen Schönheit im Kreis Steinberg. Zwischen Kellinghusen und Störkathen liegt in der bereits 1938 unter Schutz gestellten Störkathener Heide am Naturpark Aukrug ein Waldlehr- und Erlebnispfad. Nur eine längliche, größere Holztafel weist auf ihn hin. Wer mit dem Auto kommt, fährt am besten langsam, um den Parkplatz im Wald nicht zu verpassen.

Gleich am Beginn des Pfads üssen Wanderer einmal die befahrene Straße kreuzen, dann aber findet sich schnell die Ruhe des Naturschutzgebietes. Grüne Schilder mit weißer Schrift erklären, was man sieht: Rotbuche, Kiefer, Erle.

Liebevoll gestaltete Stationen machen den rund 2000 Meter langen Erlebnisweg zum Abenteuer. Das Baumxylophon macht Musik, ein Barfußpfad piekt und kitzelt. Balancierstämme, ein Holzrahmengestell mit unterschiedlichen alten Baumscheiben oder der Kronenblick - eine aus Rundhölzern erstellte Liege unter einem Baum - bieten Kurzweil.

Beim Wurfspiel hängt ein Schild mit Kleingedrucktem: „Immer wieder kommt es vor, dass Schafe in Rückenlage geraten und sich nicht allein wieder aufrichten können. Falls Sie nicht selber helfen können, rufen Sie bitte folgende Rufnummern an...“

Mit dem Gefühl, hoffentlich fit genug fürs Schafedrehen zu sein, geht es weiter durch den verwunschenen Wald voller Moose und Farne. Hinter der nächsten Kehre warten tatsächlich Schafe. Gemütlich grast eine Heidschnuckenherde unter Bäumen. Glücklicherweise komplett stehend.

Ein Superlativ zum Abschluss

Ähnlich versteckt wie der Waldlehrpfad liegt im Bezirk Pinneberg  ein weiterer besonderer Weg verborgen: der Wassererlebnisbereich in Hetlingen. Der Anschrift „Am Heuhafen“ folgend, am Klärwerk vorbei, biegt dahinter ein gemähter Grasweg ein. Zwei Teiche, Bachlauf, Wasserrad, Fluttore und reichlich Schautafeln: Umweltpädagogik - ohne Zeigefinger, aber mit Froschquaken und Überraschungen.

So offenbart eine Erhöhung am Ende des Weges einen traumhaften Rundumblick über den Elbdeich zum niedersächsischen Ufer gegenüber. Und es gibt noch einen verborgenen Schatz speziell für Technikfans: Die hiesigen, rot-weißen Strommasten sind die höchsten Europas.

Informationen:

Touristinformation Glückstadt, Große Nübelstraße 31, 25348 Glückstadt (Tel.: 04124/93 75 85, www.glueckstadt-tourismus.de).

Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH, Wall 55, 24103 Kiel (Tel.: 0431/600 58 71, www.sh-tourismus.de).

Von Larissa Loges, dpa


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