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DAUN, 23.07.2018 - 15:56 Uhr
Touristik

Hallo Taxi! - Wie Urlauber die Abzocke am Flughafen vermeiden

(dpa/tmn) - Dies ist der Urlauber in seinem möglicherweise verwundbarsten Zustand: am Flughafen, müde nach einer langen Reise, hungrig, wartend und mit nur einem einzigen Wunsch. Er will endlich im Hotel ankommen. In dieser Situation ist der Urlauber ein leichtes Opfer für Taxi-Betrüger. Und das kann teuer werden.

Neben vielen ehrlichen und freundlichen Taxifahrern gibt es meist auch schwarze Schafe, die in der Regel besonders aufdringlich sind. Ihr Geschäftsmodell beruht auf der Unwissenheit des Reisenden. Am besten informiert man sich schon vor der Abreise. Wissen ist Macht: Das gilt in unbekannten Orten und auf unbekannten Flughäfen.

Helfen können die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes (AA). So wird zum Beispiel in ägyptischen Urlaubsgebieten von betrügerischen und erpresserischen Verhaltensweisen von Taxifahrern berichtet. In den Hinweisen für viele Länder der Welt finden sich Mahnungen und Warnungen vor Betrügern. Allerdings sind die Informationen des AA in der Regel sehr pauschal.

Pflicht sollte der Blick auf die Landkarte sein. Liegt der Flughafen weit außerhalb der Stadt, dann gilt auch in anderen Teilen der Welt das Selbstverständliche: Ein Taxi, das sehr lange Strecken fährt, kann nicht wirklich günstig sein. Und möglicherweise sollte man dann lieber mit der Bahn oder mit dem Bus fahren.

Viele Flughafen-Websites verraten dem ortsunkundigen Reisenden, dass es per Gesetz oder Verordnung festgelegte Festpreise für die Strecke zwischen Flughafen und Stadtzentrum gibt. Ein Taxi vom Athener Flughafen Eleftherios Venizelos ins Zentrum darf genau 38 Euro kosten (nachts 54 Euro), vom Pariser Flughafen Charles de Gaulle 50 bis 55 Euro ins Zentrum (nördlich oder südlich der Seine) und vom Airport Madrid ins Zentrum 30 Euro. Wer so etwas weiß, braucht keine langen Preisverhandlungen mit Taxifahrern führen.

Oft gibt es jedoch keine Festpreise. Hier ist die Lage etwas unübersichtlicher. Mit 15 Euro soll man in Lissabon für die Fahrt vom Flughafen ins nahegelegene Zentrum rechnen. Aber der Preis hängt von der Tageszeit ab und natürlich auch davon, wie viele Menschen mit wie viel Gepäck reisen.

Wichtig ist, immer auf die offiziellen Seiten des Flughafens zu schauen. Denn natürlich gibt es jede Menge privater Anbieter, die Fahrten zwischen Flughafen und City online verkaufen wollen und deren Preise gelegentlich deutlich über den Taxitarifen liegen.

Vor dem Einsteigen fragt man möglichst immer den Fahrer, was die Reise denn kostet. Wenn das im Vergleich zu dem normalen Preis - im Fall Lissabons also etwa 15 Euro - allzu hoch erscheint, sollte man freundlich, aber entschlossen ablehnen.

Steigt man zu, sollte man das Taxameter im Blick behalten. Kleine Änderungen an der Einstellung dieser Taxiuhr können große Wirkungen haben: Wenn der Nachttarif eingeschaltet wird, tickt die Uhr schneller. Und man kann für den Streitfall die Nummer des Taxis notieren. Sie steht meist am Fenster oder Taxameter.

Meistens ist der Tourist gut beraten, wenn er sich einem ganz normalen Taxi anvertraut - also einem Taxi, das auch aussieht wie ein Taxi, mit einem Taxi-Schild auf dem Dach, angestrichen in der ortsüblichen Taxifarbe und mit einem Taxameter. Vorsicht ist geboten, wenn sich Taxifahrer verschwörerisch in der Ankunftshalle anpreisen und einen speziellen Sonderpreis anbieten. Oft sind das Privatleute, die sich mit ihrem Privatauto etwas Geld dazuverdienen wollen - und oft stellt sich die Fahrt dann später als besonders teuer heraus.

Was kann der Reisende tun, der überhaupt keine Ahnung hat, was ihn am Zielflughafen erwartet? In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, sich an das Hotel zu wenden, bei dem man für die erste Nacht ein Zimmer gebucht hat. Beispiel Nairobi: Alle etwas größeren Hotels in der kenianischen Metropole haben bestimmte Taxifahrer, die Gäste vom Flughafen abholen und auch wieder dorthin bringen. Der Preis ist im Regelfall fair, denn kein Taxifahrer möchte wegen einer Beschwerde eines Gasts von künftigen Aufträgen des Hotels abgeschnitten werden. Außerdem lassen sich mit diesem Taxifahrer auch für die folgenden Tage günstige Fahrten vereinbaren.

Es gibt im Internet mittlerweile Webseiten, die bei der Kalkulation von Taxipreisen rund um den Globus helfen sollen. Diese Taxirechner (Fare Calculators) gibt es als lokale oder nationale Angebote, die sich auf eine Stadt oder ein Land beschränken. Und es gibt einige, die den ganzen Globus abdecken wollen. Darunter leidet gelegentlich die Verlässlichkeit: Mehr als ein manchmal grober Anhaltspunkt für Schätzungen können sie in vielen Fällen nicht sein, weil Taxipreise sich immer wieder ändern und oft auch abhängig von der Verkehrslage sind. Hilfreich ist oft schlicht die Eingabe in einer Suchmaschine: Dort findet man gute Erfahrungsberichte von Reisenden.  

Wer nicht viel Gepäck dabei hat, für den empfehlen sich oft Bus und Bahn. Das Taxi vom Flughafen Heathrow oder gar vom noch entlegeneren Stansted aus in die Londoner City hinein ist um ein Vielfaches teurer als öffentliche Verkehrsmittel - und je nach Uhrzeit auch nicht schneller. Und so ist es mit vielen anderen Flughäfen, die - von Mailand Malpensa über Stockholm Arlanda bis Osaka - entweder weit von der Stadt entfernt oder an extrem staugefährdeten Straßen liegen.

Mancher mag sich auch einfach in den nächsten Bus setzen, den beispielsweise die Einheimischen zur Arbeit am Airport nehmen: Solche Fahrten können, wenn man Glück hat, nicht nur billig sein, sondern auch ein Erlebnis, das Land und Leute verständlich macht.

In manchen Ländern gibt es kriminelle Taxifahrer, die ihre Kunden ausrauben. Auch um diesen Ernstfall zu vermeiden, kann man an vielen Flughäfen Taxis schon vorab an einem Schalter bezahlen und dann ein zugewiesenes Auto besteigen.

Andere goldene Regeln für das Taxifahren in der Fremde hat Kundri Böhmer-Bauer, Expertin für Reisesicherheit aus München. Beispiele: sich nie von einem Taxifahrer aussuchen lassen, sondern sich immer selbst ein Taxi aussuchen. Das Taxi immer erst am Ziel bezahlen. Nicht alles Bare im Geldbeutel haben und den Taxifahrer nicht ins Portemonnaie schauen lassen - um einen Aufschlag zu vermeiden.


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