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DAUN, 09.08.2022 - 09:34 Uhr
Touristik

Marbella, Malaga & Cadiz: Berühmte Städte Andalusiens am Meer

Sanft plätschert das Wasser in die Muschel der Venus. Die Göttin der Schönheit steht an ihrem Bade, und das frühe Morgenlicht fällt auf ihre ästhetische aus weißem Marmor geformte Gestalt. Der Salon der Venus leuchtet in lichtem Pastell mit einem Hauch von zartem Rot-Ocker. Zu Füßen der Göttin liegen vielfältig geformte Wasserbecken, eingefasst mit kostbaren Terrakotta-Fliesen und kontrastiert von türkisfarbenen Inlays. Moderne Art-Work strahlt von den Wänden als gigantisch gemalter Sonnenaufgang. Der Tempel der schönen Venus in der ANANTARA Villa Padierna inspiriert als Auftakt zu einem Besuch von Marbella.

Schönheit – dafür steht die Stadt am Mittelmeer. Marbella erstreckt sich mit ihren Stränden an der spanischen Costa del Sol. Von den Phöniziern gegründet stammt der Name der Stadt noch aus der Zeit der Mauren. Später wurde die Region von den Königen von Kastilien und Aragon erobert. Fünfhundert Jahre später kam noch einmal ein König an die Sonnenküste: The King of the Clubs, wie ihn die New York Times beschrieb, machte Marbella weltberühmt. Sein voller Name: Alfonso Maximiliano Victorio Eugenio Alejandro María Pablo de la Santísima Trinidad y todos los Santos Prinz zu Hohenlohe-Langenburg - kurz Alfonso von Hohenlohe. Reisend an der Costa del Sol entdeckte der Adlige in den 1950iger Jahren das idyllische Fischerdorf Marbella. Er erwarb Land, verkaufte die Grundstücke an Bekannte, an die Rothschilds, Thyssens und Ferdinand von Bismarck und gründete 1954 den prestigeträchtigen Marbella Club. Der zog den Jet-Set an, eine Menge Prominenz kam nach Marbella © AdobeStockMarbella, darunter bekannte Namen wie Aristoteles Onassis, Gina Lollobrigida, Brigitte Bardot und Omar Sharif, und viele ließen sich hier Villen bauen. Als Alfonso von Hohenlohe um die Hand der damals 15-jährigen österreichischen Prinzessin Ira zu Fürstenberg anhielt, kamen allein 400 prominente Gäste zu seinem Hochzeitsfest, das 16 Tage andauerte. Der Prinz eröffnete Marbella-Clubs in Miami und Mexiko, auf den Bahamas und den Philippinen, zog später ins nahe Ronda und wurde Weinerzeuger. Der Jet-Set blieb in Marbella, und die exklusiven Villen-Anlagen verbreiten bis heute noblen Glamour.

Auch in Benahavís im Golf Valley von Marbella erstreckt sich ein einzigartiger Luxuspalast mit kulturellen Artefakten aus mehreren Jahrhunderten. Mit vollem Namen nobel Anantara Villa Padierna Palace Benahavís Marbella Resort zeigt sich der Palast wie eine Inspiration aus der Geschichte: Im 3. Jahrhundert v. Chr. kam Marbella unter die Herrschaft des Römischen Reiches, wie antike Mosaike und Thermalbäder im nahen San Pedro de Alcántara oder Reste einer römischen Villa an der Mündung des Río Verde bezeugen. Der Palast der Villa Padierna versetzt die Besucher in diese Zeiten, mit dem Venus-Tempel und einem römischen Amphitheater, mit Marmorstatuen und über 1200 Kunstwerken, mit Fontänen, Wasserbecken und dem SPA im Ambiente eines antiken römischen Bades. Der Palast, die Villen und Emporen sind in pastellfarbenem Hellrot-Ocker ausgeführt. Bereits in der Antike gehörten die vielen Farben aus warmen Ockertönen zur Grundpalette für die Künste.

„Die Farben von Ocker von gelb bis rötlich sind auch in der Altstadt zu sehen“, lädt Cristina Borges auf eine Tour durch die Gassen Marbellas. Wie viele andere zugereist, kennt sie hier inzwischen jedes Detail. In Marbella leben an die 40.000 Ausländer, wovon Deutsche den drittgrößten Anteil bilden. Es gibt sogar eine deutsche Schule. Wir spazieren durch die schöne Altstadt, durch die Calle Africa und Calle Fortaleza, und Cristina zeigt uns die aufwendigen Bodenmosaiken in den Gassen und das malerische Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. Gegenüber leuchtet die Kapelle Ermita de Santiago mit einem Portal in gelbem Ockerton über roten Terrakottafliesen. Wasser plätschert in der Fuente de Plaza de Los Naranjos. Unter blühenden Orangenbäumen laden Cafés zum Verweilen. Über die Calle Carmen unter himmelblauen Blumentöpfen vorbei geht es zur Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación; und auch die Kirche ist mit Gelb-ocker verziert. Im grünen Parque de la Alameda stehen nicht nur Baum-Exoten aus dem Süden, sondern auch fotogene Sitzbänke mit Mosaikfliesen. Der anschließende Boulevard Avenida del Mar mit den Skulpturen von Salvador Dalí führt hinunter ans Meer: An der Playa del Venus senkt sich die Sonne im warmen Licht über der Costa del Sol in genau den Sonnenfarben wie sie im Badetempel der schönen Göttin in der Villa Padierna leuchten.

Von Marbella 50 Kilometer entfernt, liegt Málaga an der Costa del Sol. Die zweitgrößte Stadt Andalusiens ist mit einem der größten spanischen Flughäfen ein gefragtes Urlaubsziel - und Geburtsort eines weiteren spanischen Königs: Pablo Picasso, König der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Im Palacio de Buenavista werden über 200 seiner Werke aus Malerei, Skulptur und Keramik gezeigt. Der Palacio selbst verbindet Renaissance- und Mudéjar-Architektur mit christlichen und maurischen Elementen. Mudéjar war auf der Iberischen Halbinsel der prägende architektonische Stil des 12. Jahrhunderts.

Mit über 35 Museen ist Málaga ein kultureller Hotspot für ganz Spanien. Erst vor ein paar Jahren wurde hier eine Dependance des Pariser Centre Pompidou eröffnet: Unter dem farbstrotzenden El Cubo zeigt das Museum auf 6.300 Quadratmeter Werke der Avantgarde. Kultur ist überall präsent in Málaga, von schillernder Pop-Art bis zum ältesten christlichen Gotteshaus Málagas, der Iglesia de Santiago von 1490 in der Calle Granada: Hier wurde auch Pablo Picasso getauft. Gegenüber erhebt sich der Palacio Solecio, dessen Bau dem Architekten José Martín de Aldehuela aus Aragonien zugeschrieben wird. Zu seinen Meisterwerken gehört die berühmte Steinbrücke über die Tajo-Schlucht in Ronda – ein Muss für Andalusien-Besucher! Sein Palastbau in Málaga wurde von Félix Solecio bewohnt, Malaga © AdobeStockeinem Adligem aus Genua, der sich mit einem Königlichen Vertrag in der Tasche in Málaga niederließ, um vor Ort die Königliche Spielkartenfabrik zu errichten. Der Palacio Solecio war nicht nur sein Zuhause, sondern auch sein Papierlager. Seit kurzem residiert hier ein Small Luxury Hotel of the World auf drei Etagen. Das repräsentative Portal ist mit Stuck-Rosetten verziert. Vom Entrée führt eine von toskanischen Säulen flankierte marmorne Empore hinauf. Noch heute befindet sich das Sonnen-Wappen der Familie Solesio in Kalkstein gemeißelt im Palast.

Vom Palacio weiter spazierend erblickt man gleich die Alcazaba, Málagas prächtige Festung der maurischen Könige von Granada. An ihrem Sockel breitet sich die antike Stätte des Teatro Romano aus. Von hier führt der Paseo Don Juan Temboury in Serpentinen bis auf den Mirador de Gibralfaro mit herrlichsten Weitblicken auf die Stadt am Meer – und Andalusien zu Füßen.

Weiter geht die Reise von der Costa del Sol an die Costa de la Luz. Lohnenswert ist ein Stopp in Tarifa mit herrlich weiten Stränden. Gegenüber liegt Afrika, keine 15 Kilometer entfernt. Von hier zieht sich nun die Costa de la Luz bis hinauf an die Grenze zu Portugal. Die Strecke nach Cádiz führt an der Küste des Lichts durch eine der schönsten Naturlandschaften Europas.

Die Stadt am Atlantik erhebt sich auf einer Landzunge. Vom Festland aus spannt eine ganz besondere Brücke hinüber: Die Puente de la Constitución de 1812, benannt nach der Verfassung von 1812, ist wirklich sehenswert. Sie ist die drittgrößte in Europa und gilt mit einer Gesamtlänge von 3 Kilometern als längste Brücke Spaniens.

Cádiz zeigt sich als Mix aus Moderne und Historie. Sie sei von Herakles gegründet worden, und ein römischer Historiker berichtete über eine Grundsteinlegung „80 Jahre nach dem Trojanischen Krieg“ um 1100 v. Chr. Gesichert ist, sie gehört zu den ältesten Städten in Westeuropa. Unter Phöniziern und Karthagern erblühte sie zum Handelszentrum. Große Namen der Geschichte machten Cádiz weltberühmt! Karthagos größter Feldherr Hannibal besuchte die Stadt vor seinem legendären Elefanten-Zug über die Alpen. Caesar verlieh ihr das römische Bürgerrecht. Kolumbus segelte von hier aus in die Neue Welt! In Cádiz begann 1493 seine zweite Reise, 1502 die vierte Reise. Nach der Entdeckung Amerikas wurde die Stadt zum Hafen der spanischen Silberflotte.Cadiz © AdobeStock

Heute zählen die Kathedrale Iglesia de Santa Cruz und das im Neo-Mudéjar-Stil erbaute Gran Teatro Falla zu den Hauptattraktionen. Doch am schönsten ist ein Spaziergang an der Avenida Campo del Sur entlang des Atlantiks. Durch die Puerta de la Caleta führt die Mole des Paseo Fernando Quiñones hinaus aufs Meer bis zum Castillo de San Sebastián. Hoch schlägt die Brandung an. Nicht nur das Klima ist vom Meer geprägt: Das unglaublich helle Licht taucht die Promenade und Häuser von Cádiz in transparente Leichtigkeit.

Nur wenige Kilometer entfernt breiten sich herrlich feinsandige Strände am Atlantik aus. Ein Highlight für Naturliebhaber ist der acht Kilometer lange Dünenstrand Playa La Barrosa. An dem liegen ausgezeichnete Golfplätze wie der von Novo Sancti Petri und architektonische Besonderheiten wie ein andalusischer Palazzo im Neo-Mudéjar-Stil: Das Resort Gran Meliá Sancti Petri wurde um einen olivenbestandenen Patio mit Marmorarkaden erbaut. Neo-Mudéjar entstand als maurische Revival-Architektur, die mit dem Bau des spanischen Pavillons auf der Pariser Weltausstellung 1878 bekannt wurde und sich noch heute in berühmten Bauwerken präsentiert – mit Hufeisenbögen, arabesken Kacheln, Keramik und Ton in kräftigen Farben. Über dem riesigen Pool am Atlantik öffnen sich die weißen Arkaden unter den maurischen Bögen. Die Wellen rauschen. Ein magischer Ort an der Costa de la Luz.

Informationen:

Luxus in Marbella

Zu den luxuriösesten Resorts der Costa del Sol gehört das Anantara Villa Padierna Palace Benahavís Marbella Resort. Bei Golfern zählt es mit gleich drei 18-Loch-Golfplätzen und der Golf-Akademie unter Leitung von Michael Campbell, dem Sieger der US Open von 2005, als führender Platz in Marbella. Leading Hotel of the World mit eigenem Beachclub ‘Anantara By the Sea’ an der Playa del Sol Villacana. www.anantara.com/de/villa-padierna-marbella

Sehenswert: Das Rathaus an der Plaza de los Naranjos, die kleine Kapelle Ermita de Santiago, Kirche Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación, Parque de la Alameda.

Gourmet-Tipp: La Loggia: Bekannt in Marbella für exzellente Tapas-Menus mit Meeresfrüchten und Marbellas bestes Rezept für Gazpacho mit Riesengarnelen, serviert auf der Terrasse mit Panoramablick bis zum Felsen von Gibraltar. Reservierung: Tel. +34 952 88 91 50

Neu eröffnet: Spanien trifft Japan: Japanische Küche aus andalusischen Zutaten, direkt am Flamingo-Golfplatz. Die 99 Sushi Bar in Marbella ist nach Madrid, Dubai und Abu Dhabi die neueste Eröffnung. www.99sushibar.com/en/

Informationen:

Kultur in Málaga

Eine einzige Gehminute vom Teatro Romano entfernt, befindet sich der historische Palacio Solecio aus dem 18. Jahrhundert im Herzen der Stadt in einer Fußgängerzone. Die Zimmer nach vorn liegen direkt über der Calle Granada, mit Málagas ältester christlicher Kirche Iglesia de Santiago fast zum Greifen nah. www.palaciosolecio.com

Sehenswert: Ein Muss ist die maurische Festung La Alcazaba, die Catedral de la Encarnación genannt ‚La Manquita‘, Museo Picasso und Centre Pompidou. Von dort bummelt man über den Paseo del Muelle Uno bis zum La Farola-Leuchtturm.

Kulinarik: Andalusische Küche veredelt von Sternekoch José Carlos García. Das Balausta gilt als angesehener kulinarischer Treff in Málaga. Reservierung: Tel. +34 952 216 000, www.restaurantebalausta.com

Informationen:

Relaxen in Cádiz

An einem der schönsten Strände, am Playa La Barrosa liegt das Gran Meliá Sancti Petri direkt am Atlantik. Der Palazzo zeigt Stil in Neo-Mudéjar. Restaurants, Red-Level-Lounge und Zimmer mit Garten, Pool oder Meeresfront. www.melia.com/en/hotels/spain/cadiz/gran-melia-sancti-petri/

Sehenswert: Von der Altstadt mit der Iglesia de Santa Cruz spazierend durch die Puerta de la Caleta zum Castillo de San Sebastián. Top-Fotomotiv: die moderne Brücke Puente de la Constitución de 1812.

Alle Infos: Spanisches Fremdenverkehrsamt, www.spain.info

Von Carolyn Martin


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