Camí de Ronda, Costa Brava Camí de Ronda, Costa Brava - © Foto: Oriol Clavera -
DAUN, 01.12.2020 - 10:08 Uhr
Touristik

Raus in die Natur Kataloniens

Frei nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“ ist die Novemberausgabe des Katalonien-Newsletters dem Wandern gewidmet. Katalonien verfügt über 18 Naturparks und eine hervorragende Infrastruktur für Wanderer mit Wanderwegen und Routen von insgesamt 9.000 Kilometern. Der Vielseitigkeit der Naturerlebnisse zu jeder Jahreszeit, zwischen den Gipfeln der Pyrenäen mit über 3.000 Höhenmetern bis hin zu den Küstenlandschaften der Costa Brava und Costa Daurada und dem Feuchtgebiet des Ebro-Deltas, sind keine Grenzen gesetzt.

Hoch hinaus: Wandertour im Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici

In den Hochpyrenäen liegt Kataloniens erster und einziger Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici, der 1955 eingerichtet wurde. Charakteristisch für  den Nationalpark sind mehr als 200 tiefblaue Bergseen und Flüsschen, die sich durch die Schluchten schlängeln sowie der beeindruckende Zwillingsgipfel Els Encantats. Die Landschaft des sich zwischen 1.200 und 3.000 Höhenmeter erstreckenden Parks ist sehr abwechslungsreich: Von den Buchenwäldern und Weiden in den unteren Lagen über die Tannen- und Schwarzkieferwälder bis hin zu den Bergwiesen und Almen und den felsigen Gipfeln in alpinen Lagen. Zahlreiche Tierarten leben im Nationalpark, wie zum Beispiel Gämse, Auerhahn, Murmeltier und Bartgeier. In dem an den Park angrenzenden Tal, Vall de Boí, befindet sich eines der bedeutendsten Ensembles romanischer Kirchen in Europa, das im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. 

Für kürzere Erkundungstouren eignet sich der Camí del Enamorats, eine Tour zum Roca de la Cremada, zum See Estany Llong oder rund um den See Estany de Sant Maurici. Es gibt auch drei barrierefreie Routen. Eine ideale Entdeckungstour durch den ganzen Park bietet der 55 Kilometer lange Rundwanderweg Carros de Foc in fünf bis sieben Tagen, der neun Berghütten verbindet.  Start- und Zielpunkt ist eine der Berghütten. Am besten lässt sich der Nationalpark in den Monaten ab Juni bis Oktober erkunden.

Anspruchsvoll und für erfahrene Wanderer geeignet ist eine Trekkingtour durch die Pyrenäen in sieben Etappen über den 140 Kilometer langen Weitwanderweg Gran Bucle mit einem Gesamthöhenunterschied von 12.800 Metern. Der Ausgangs- und Endpunkt der Tour ist Vielha im Val d‘Aran. Die Route bietet die Möglichkeit den Nord- und Südhang der Pyrenäen kennenzulernen und ist aufgrund der kontrastreichen Landschaft und der zahlreichen Bergseen einzigartig. Verschiedene Veranstalter haben die Tour im Programm und bieten einen Gepäcktransport für Wanderer an. Es ist auch möglich einzelne Etappen des Rundwanderwegs für kürzere Touren auszuwählen. So führt die fünfte Etappe beispielsweise auf 19,5 Kilometern durch den Nationalpark. Die Tour startet in Sant Maurici auf 1.885 Metern und endet in Boí. Mit Jeeps werden die Wanderer zum Sant Maurici-See gebracht und die Strecke führt entlang am See Estany Llong bis zum Llebreta-See und weiter bis zum Dorf Boí.

Weitere Informationen:

Slow Travel: Auf dem Hirtenweg Cinquè Llac unterwegs

Auf uralten Hirtenwegen zu Fuß, per Pferd oder mit dem Esel unterwegs, das bietet der Rundwanderweg Cinquè Llac (auf Deutsch: „Fünfter See“) nur 200 Kilometer von Barcelona entfernt. Die Route ist etwas mehr als 100 Kilometer lang  und umfasst fünf ausgeschilderte Etappen, die durch die Pallars, die Alta Ribagorça und am Fuße des Nationalparks Aigüestortes i Estany de Sant Maurici entlang führen. 

Der Reiz des Weges liegt in der Kombination der noch unbekannteren eindrucksvollen Landschaften wie der Corts-Ebene („el pla de Corts) oder dem Fosca-Tal („la vall Fosca“) mit den Zeugnissen der alten Pyrenäenkultur, ihren romanischen Ruinen, alten Kapellen und Schäferhütten sowie dem noch ursprünglichen Charme der Pyrenäen-Dörfer. Dabei erblicken Wanderer von den Aussichtspunkten und Bergen immer wieder den namensgebenden „Fünften See“, den Montcortès-See, der den Höhepunkt der fünften und letzten Etappe des Rundwanderweges darstellt.  Die Routenetappen mit ihren märchenhaften Namen wie „Schlafende Riesin“, „Hexensabbat vom Seraspina“ oder „Verwunschenes Haus“ künden von einer Landschaft, die Legenden erzählt. 

Die alten Hirtenwege sind über weite Teile der Strecke gesäumt von Trockensteinmauern, für deren Erhaltung die Region immer wieder Freiwillige sucht, die im Urlaub gegen vergünstigte Kost und Logis helfen, die Steinmauern zu erhalten. Hierbei geht es nicht nur darum das kulturelle Erbe sondern auch die Lebensräume für Insekten und Pflanzen zu bewahren. Für die Entschleunigung und speziell für Familien mit Kindern ist eine Tageswandertour in Begleitung eines katalanischen Esels ein besonderes Erlebnis. Tagestouren mit dem vom Aussterben bedrohten katalanischen Esel sind ab 90 Euro über den Veranstalter Pirineu Emoció buchbar. 

Übernachten können Wanderer beispielsweise im Boutiquehotel Casa Leonardo in Senterada am Eingang des Fosca-Tals, ein nachhaltiges Landhaus mit einem großen Angebot an Wandertouren sowie Naturspaziergängen zum Thema Wildkräuter oder Pilze.  

Der Start- und Endpunkt der Wanderung El Cinquè Llac ist das Dorf La Pobla de Segur. Für die Anreise ab Lleida empfiehlt sich die Fahrt mit dem Nostalgiezug „Tren dels Llacs“. Die „Vier-Seen-Bahn“ mit ihrem 60er-Jahre-Charme ist schon an sich eine Attraktion und die Aussicht während der Fahrt auf die abwechslungsreichen Landschaften von den Obstplantagen in der Ebene über die Gesteinsformationen der Pyrenäenausläufer bis hin zu den namensgebenden vier Stauseen spektakulär. Die Fahrt mit dem historischen Zug von Lleida nach La Pobla de Segur kostet 33 Euro für Erwachsene. 

Eine Wandertour mit Zug-Anreise ab Lleida, mit Unterkunft, Verpflegung und Gepäcktransport für sechs Tage ist buchbar über den Veranstalter Pirineu Emoció ab 612 Euro. 

Weitere Informationen: 

Klammheimlich: Küstenwanderung auf alten Schmugglerpfaden

Von den Pyrenäen geht es ans Mittelmeer an die Costa Brava. Die alten Schmugglerpfade, Camins de Ronda, erstrecken sich entlang der gesamten Costa Brava auf einer Gesamtlänge von etwa 235 Kilometern und decken sich teilweise mit dem europäischen Fernwanderweg GR 92. Die Schmuggler nutzten die Camins de Ronda noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Kommunikationswege und die spanische Nationalgarde patrouillierte über die Pfade um den illegalen Handel zu unterbinden. Außerdem wurden die Pfade zur Rettung Schiffbrüchiger genutzt. Von den Küstenwegen, die kleine Ortschaften mit Buchten und Stränden verbinden, bietet sich stets eine gute Aussicht auf das Meer. Die Wege führen entlang felsiger Steilklippen durch Pinienwäldchen zu versteckten Stränden und Buchten.  Auf dem Camí de Ronda von Palamós, der in der Bucht Cala de La Fosca beginnt und über S’Agaró zur Bucht von El Castell führt, lassen sich zahlreiche Traumstrände entdecken. So führt der Weg unter anderem zu dem größten naturbelassenen Strand der Costa Brava, der Platja Castell. Am Wegesrand fällt der Blick auf zahlreiche alte Fischerschuppen, die zu Wohnhäusern umfunktioniert wurden. Sehr abwechslungsreich ist auch der Küstenwanderweg von Platja d’Aro bis Platja Valentina in Sant Antoni de Calonge, der zu den alten Wehrtürmen entlang der Küste, zu kleinen Buchten und durch enge alte Tunnel führt und auf diese Weise viel von der Geschichte der Camins de Ronda erzählt. 

Speziell auf die Bedürfnisse von Wanderliebhabern von mehrtägigen Touren zugeschnitten empfehlen sich die folgenden beiden neu geschaffenen Trekkingrouten des Camí de Ronda®:  Die Tour von Sant Feliú de Guíxols bis zum malerischen Fischerdorf Begur mit einer Länge von 43 Kilometern oder der Rundweg, der Berge und Meer verbindet, mit Ausgangs- und Endpunkt in Girona und einer Länge von 140 Kilometern. Sie sind für Wanderer aller Fitnesslevel gut geeignet, da jeder selbst über die Länge der jeweiligen Tagesetappen bestimmen kann. 

Ganzjährig ist es möglich entlang der Schmugglerpfade mehrtägige Wanderungen zu unternehmen oder sich bei einem Spaziergang einfach treiben zu lassen und den Ausblick auf das Meer zu genießen. Über die Website Camí de Ronda können Urlauber vor Reiseantritt Hotels, Gepäcktransfer und wenn gewünscht einen Guide für ihre Wanderung buchen. 

Weitere Informationen:

Auf dem Drahtesel: Genussradeln auf still gelegten Eisenbahntrassen 

Nicht nur Wanderer sondern auch Radfahrer kommen in Katalonien auf ihre Kosten. Gemächlich geht es mit dem Rad zum Beispiel über die insgesamt sechs Vies Verdes (auf Deutsch: „Grüne Wege“) in der Provinz Girona, die auf still gelegten Eisenbahntrassen für Radwanderer angelegt wurden. Die Strecken sind eingebettet in schöne Naturlandschaften und verfügen mehrheitlich über geringes Gefälle und sind damit auch ideal für Familien und ungeübte Radfahrer. 

 Im Osten der Pyrenäenausläufer geht es auf 15 Kilometern über die Ruta del Ferro i del Carbó (auf Deutsch: „Eisen- und Kohleweg“) mit Start in Ripoll in die Kohlebergwerk-Stadt Orgassa. Die Tour bietet spannende Einblicke in die Industriekultur der Region und gleich zu Beginn lohnt sich ein Halt bei der bekannten romanischen Klosterkirche Ripoll und der Klosterkirche Sant Joan de les Abadesses in der gleichnamigen Ortschaft. Etwas anspruchsvoller ist die Ruta del Carrilet I von Olot nach Girona mit einer Länge von 54 Kilometern: Sie startet in der Vulkanlandschaft der Garrotxa und verläuft über die alte schmale Bahntrasse zum Tal des Flusses Ter bis nach Girona. Höhepunkte der Strecke sind die Burgruine Hostoles aus dem 10. Jahrhundert sowie die Ortskerne von Anglès, Sant Eliu de Pallerols und das Stadtzentrum von Girona. Inmitten der Natur übernachten Radwanderer beispielsweise stilvoll im restaurierten Landhaus La Piconera in Osor, das über Platz für bis zu 9 Personen verfügt. Die direkt anschließende Ruta del Carrilet II führt über 40 Kilometer von Girona in den Küstenort Sant Feliu de Guíxols. Bei klarem Wetter bieten sich von der Strecke weite Ausblicke über die östlichen Pyrenäen bis zum Montseny.  Besonders geeignet für Familien ist die sechs Kilometer lange Via Verda del Tren Petit, die an der Costa Brava entlang von Palamós nach Palafrugell führt. 

Weitere „Grüne Wege“ finden sich im Hinterland der Costa Daurada im Val de Zafàn zwischen dem Naturpark Ebrodelta und dem Naturpark Els Ports.

Weitere Informationen: 

Wussten Sie schon…? Winterzauber im ursprünglichen Tal Val d‘Aran 

Das Hochgebirgstal Val d’Aran in den Pyrenäen ist der Ort für Wintersport in Katalonien. Das Val d’Aran ist das einzige Tal in Katalonien, das zum Atlantik ausgerichtet und durch seine Lage an der Grenze zu Frankreich eher okzitanisch geprägt ist. Neben Katalanisch und Spanisch wird eine eigene Sprache gesprochen: Aranesisch. Bis 1948, bevor der Tunnel von Vielha, der Hauptstadt der Region Val d‘Aran gebaut wurde, war das Tal während der Wintermonate abgeschnitten. Daher haben viele Dörfer des Tals ihre Ursprünglichkeit bewahrt.  Mittlerweile befindet sich hier die größte Ski-Station Spaniens, die gleichzeitig das Weihnachtsurlaubsziel der königlichen Familie ist: Baqueira Beret mit über 146 Pistenkilometern und 35 Skiliften. Für Urlauber, die den Winterzauber abseits des Pistenrummels erleben wollen, sind Hundeschlittenfahrten, Fahrten mit dem Pferdeschlitten oder Schneeschuhwanderungen gute Alternativen. Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine dreistündige Tour mit Schneeschuhen bei Mondschein, zum Beispiel ab 45 Euro über den Veranstalter Aran Experience buchbar.  

Weitere Informationen: 


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