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DAUN, 23.10.2019 - 16:21 Uhr
Touristik

Statt Übersee: Exotische Ausflugstipps vor der Haustür

(dpa/tmn) - Auge in Auge mit Löwen in Afrika, Trekking durch den Amazonas-Dschungel oder doch lieber mit dem Hundeschlitten durch kanadische Wildnis jagen? In der Ferne locken aufregende Abenteuer. Solche Reisen sind in der Regel nicht günstig. Doch auch in Deutschland warten exotische Ausflugsziele. Sieben Beispiele von Schleswig-Holstein bis Bayern.

Mit dem Hundeschlitten durch den Thüringer Wald

Beinahe lautlos gleitet der Schlitten durch den Wald, die Bäume glitzern weiß in der Sonne, gefühlt wird man eins mit der Natur: Für eine Tour mit dem Hundeschlitten durch unberührte Schneelandschaften muss niemand nach Alaska reisen. Das ultimative Winterabenteuer sorgt auch im Thüringer Wald für einen ordentlichen Adrenalinschub.

Breitbeinig auf den Kufen stehen, in den Kurven das Gewicht verlagern, die Krallenbremse in den Schnee drücken und zwischendurch auch noch Kommandos rufen - Anfänger haben mit den Huskys alle Hände voll zu tun. Wem die Ausbildung zum Musher zu anstrengend ist, der kann es sich auch einfach auf dem Gastsitz des Schlittens für eine Spritztour gemütlich machen. Die Hunde arbeiten bis zu einer Temperatur von 15 Grad und ziehen, wenn kein Schnee liegt, auch Bollerwagen oder Roller durch den Wald.

Informationen: www.huskyerlebnisse.de, www.thueringen-entdecken.de

Eine Nacht unter Wölfen

Nicht nur in den Karpaten, auch in Deutschland gibt es wieder Wölfe. In der sächsischen Oberlausitz bieten Veranstalter Touren auf den Spuren der Tiere an, doch die scheuen Jäger werden nur selten gesichtet. Besser stehen die Chancen in Süddeutschland: Die Uhr zeigt bald Mitternacht, das Lagerfeuer glimmt schwach in der Dunkelheit und das Wolfsgeheul geht durch Mark und Bein - die Tiere sind nah, sehr nah. Eine Nacht im Zelt direkt neben dem größten Wolfsrudel Europas hat definitiv jede Menge Gänsehautpotenzial.

Dabei ist die Erlebnisübernachtung im baden-württembergischen Wildpark Bad Mergentheim eigentlich ganz heimelig: Es gibt Bratwurst und Stockbrot am Lagerfeuer, geschlafen wird auf Betten aus Stroh und Fell. Tagsüber kann man die Tierpfleger bei ihrer Fütterungsrunde durch den Park begleiten und bis zu 30 der seltenen und scheuen Verwandten des Hundes aus nächster Nähe beobachten.

Informationen: www.wildtierpark.de

Elfenspaziergang auf Juist

Kobolde und Feen gehören zur irischen Mythologie wie das frisch gezapfte Guinness in den Pubs. Doch auch im Töwerland, dem «Zauberland», wie die Juister ihre Heimat auf Plattdeutsch nennen, fühlen sich die magischen Naturgeister wohl.

Davon ist Astrid Witschorke überzeugt, die bei ihren Samstagspaziergängen gemeinsam mit Gnomen, Elfen und Zwergen zu verschiedenen «Juister Kraftplätzen» führt. Die Weite des Strandes, die frische Nordseeluft, das Innehalten an knorrigen Bäumen jedenfalls verbindet die märchenhafte Natur der Insel mit meditativen Momenten - auch wenn sich die Elementarwesen am Ende dann natürlich nur in der Fantasie blicken lassen.

Informationen: www.aus-liebe-zur-natur.de

Vom Biergarten in den Urwald

Giftige Pflanzen, gefährliche Spinnen und Schlangen: Mit dem Dschungel in Borneo, Brasilien und Co. ist nicht zu spaßen. Zum Glück gibt es auch auf dem heimischen Kontinent noch einige wilde Ecken, in deren Zwielicht sich ein gewaltiger, aber weitgehend harmloser Artenreichtum entwickelt hat. So gelten Teile des Nationalparks Bayerischer Wald nicht nur als Deutschlands ältester Urwald. Die Schutzgebiete rund um den Großen Falkenstein gehören sogar zu den bedeutendsten Urwaldresten in Mitteleuropa.

Erlebniswege führen hier an Wasserfällen und haushohen Felswänden vorbei, an Wurzeltellern und 500 Jahre alten Baumriesen mit Stammumfängen von bis zu sieben Metern. Am leichtesten erreichbar ist das Urwaldgebiet Mittelsteighütte - es liegt neben einem Biergarten.

Informationen: www.ferienregion-nationalpark.de

Auf Safari in NRW

In Wildlife-Parks wie dem ostwestfälischen Safaripark Stukenbrock oder dem niedersächsischen Serengeti Park können Afrika-Fans Löwen, Giraffen und Zebras ganz ohne Gitter und Käfige bestaunen - einfach durch das eigene Autofenster. Spannender kann es aber sein, tatsächlich in der freien Natur auf Safari zu gehen.

Im Münsterland zum Beispiel gibt es weit mehr zu entdecken als die üblichen Rehe und Hasen: Wer im Zwillbrocker Venn nur noch rosa sieht, hat die wilde Flamingo-Kolonie gefunden, die seit über 35 Jahren zur Brut hierher kommt.

Nicht weit entfernt leben auf Weide, Moor und Heide die letzten Wildpferde Europas. Bei Führungen kann man den rund 300 Tieren im Merfelder Bruch nahekommen. Oder man schaut sich einfach den traditionellen Wildpferdefang an - ein Spektakel, das alljährlich am letzten Samstag im Mai Tausende von Besuchern anlockt.

Informationen: www.bszwillbrock.de, www.duelmen-marketing.de

Heimische Strandparadiese

Wo ist der Strand schöner, in Kalifornien oder Brasilien? Wer ins holsteinische Schönberg fährt, hat die Qual der Wahl. Hier tragen die Strandabschnitte nicht nur exotische Namen, sie bestehen auch aus feinem, weißen Sand, an dem die Ostsee in malerischen Blautönen leckt. Ernsthafte Konkurrenz gibt es in Mecklenburg-Vorpommern: Der Darßer Weststrand, wild und abgeschieden, wurde vom TV-Sender Arte schon zu einem der 20 schönsten Strände der Welt erklärt - in einem Atemzug mit der Copacabana oder Miami Beach.

Wenn das noch nicht genug Exotik ist, legt die Therme Tropical Islands in Brandenburg noch eine Schippe drauf. Ein weißer Südseestrand, kristallklares Wasser und Palmen: Das muss Inselurlaub in den Tropen sein, denkt der Besucher. Der Mangrovensumpf ist voller Schildkröten und Drachenfische, im größten Indoor-Regenwald der Welt wachsen 50 000 Pflanzen, und Wassersportler toben sich beim Surfen auf der stehenden Welle aus.

Informationen: www.fischland-darss-zingst.de, www.schoenbergerstrand.com, www.tropical-islands.de

Zwischen Vulkanen und Geysiren

Island ist das Land der Vulkane und Geysire. Derartige Naturschauspiele kann man aber auch ohne Flugreise erleben: Vor 10000 Jahren haben rund 350 Vulkane die explosive Landschaft der Eifel geprägt. So schießt im Mittelrheintal noch heute etwa alle zwei Stunden eine beeindruckende Wasserfontäne bis zu 60 Meter hoch in den Himmel, angetrieben durch vulkanisches Kohlenstoffdioxid.

Der Geysir Andernach ist in der Region aber nicht das einzige Relikt aus längst vergangenen Zeiten. In der rheinland-pfälzischen Vulkaneifel kann man sogar in Vulkanen baden. Die sogenannten Maarseen sind einst durch Gasexplosionen beim Zusammentreffen von Wasser und heißem Magma entstanden.

Informationen: www.geysir-andernach.de, www.eifel.info

Von Mona Contzen, dpa


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