DAUN, 05.06.2015 - 10:49 Uhr
Touristik

Stichprobe in 50 Hotels und 13 Ketten: 60 Euro für eine Hunde-Übernachtung Viele Herbergen verwehrten Haustieren den Zutritt oder drohten mit Einschränkungen

Jeder dritte Hotelier lehnte ab, als die Verbraucherzentrale mit einem Hund und einem Hamster für eine Nacht einchecken wollte. Andere verlangten teilweise hohe Preise.

Insgesamt 50 Hotels (je zehn aus jeder Sterne-Kategorie) wurden geprüft, hinzu kamen 13 bundesweite Hotelketten. Das Ergebnis: Jeder dritte Hotelier gab sich widerborstig, als die Verbraucherzentrale mit Boxer „Bello“ und Hamster „Horst“ für eine Nacht einchecken wollte. Generell lehnten auch sämtliche  44 Hotels einer Kette die vierbeinigen Gäste ab. Andere Ketten regelten das von Haus zu Haus unterschiedlich.

Überraschend: Selbst ausgewiesene „Hunde-Hotels“ gewährten bisweilen nur kleinen Exemplaren bis zwölf Kilogramm oder einer Höhe von 40 cm Einlass.

Eine Gratisübernachtung für die Tiere gab`s nur in zwei der 50 Herbergen - einem Drei-Sterne-Hotel in Detmold sowie einem Fünf-Sterne-Palast in Düsseldorf. Allerdings endete die rheinische Gastfreundlichkeit bei 20 Kilogramm Lebendgewicht.

Ärgerlich: Ein Hotelier lockte im Internet mit „15 Euro je Nacht“, verlangte auf E-Mail-Anfrage jedoch glatt das Doppelte. Noch mehr brauchte es in einigen anderen Häusern. So waren in der Spitze satte 60 Euro „Haustiergebühr“ für Boxer Bello fällig, bei freier Logis für den Hamster - oder auch 70 Euro für beide („35 Euro pro Tier und Tag“). Ruhen im Fünf-Sterne-Körbchen begann aber auch schon für 15 Euro. In Domizilen mit bis zu drei Sternen kostete ein Plätzchen unisono zwischen fünf und zehn Euro die Nacht - Wassernapf inklusive, aber ohne Frühstücks-Snack.

Einige tierfreundliche Hotels in der Stichprobe beließen es bei einer „Gebühr“. Und die rechnet sich vor allem für Gäste mit längerer Logierdauer oder mehreren Vierbeinern. Denn hier heißt es im Gegensatz zur täglich und pro Exemplar abkassierenden Konkurrenz: Einmal zahlen genügt.

Obacht: Wer den Check-In schafft, sollte seinen Liebling tunlichst nicht durch die Räume toben lassen. Die Branche forderte vehement „wohlerzogene“ Gäste ein. Obendrein wurde der Besuch mit Tier von Lounge, Restaurant oder Wellness-Bereich häufiger verwehrt.

Manche versuchten bereits am E-Mail-Empfang, den Einzug des Hamsters abzuwenden: Sie beharrten auf einem Daueraufenthalt im Käfig oder drohten mit erhöhten Reinigungskosten. Die fürsorglichste Absage kam aus einem Vier-Sterne-Hotel im Ruhrpott: Für Hamster sei eine Reise nach Lünen schlicht „zu aufregend“.

Übrigens: Selbst Hotels, die Tieren kategorisch den Zutritt verweigerten, öffneten in der Stichprobe ihre Pforten stets für Blinden- und andere Servicehunde - auch wenn das häufig erst auf Nachfrage zu erfahren war.

Und fragen musste die Verbraucherzentrale oft. Denn auf vielen Hotelseiten waren Informationen zur Einquartie-rung von Bello, Horst & Co. schwer zu finden  oder fehlten komplett. (Quelle:Verbraucherzentrale NRW)


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