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DAUN, 04.12.2018 - 16:26 Uhr
Touristik

Von Schmerzmitteln bis Pflaster: Das gehört in die Reiseapotheke

(dpa/tmn) - Eine Erkältung, ein verdorbener Magen oder juckende Mückenstiche - gesundheitliche Beschwerden können einem den Urlaub ganz schön vermiesen. Damit das nicht passiert, sollte man die Medikamente parat haben, die man auch zu Hause benutzt.

An der Hausapotheke orientieren

In die Reiseapotheke gehört daher grundsätzlich all das, was auch sonst in der Hausapotheke vorhanden ist. Dazu zählen Schmerz- und Fiebermittel und Medikamente gegen Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Halsschmerzen, Husten oder Schnupfen. „Wenn Kinder mitfahren, auch die kindergeeigneten Varianten mitnehmen“, sagt Rainer Löb, Bundesarzt der Malteser. Außerdem sollten Desinfektionsmittel sowie Verbandmaterial, Wundsalben und Pflaster zur Versorgung von kleinen Verletzungen nicht fehlen, empfiehlt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Hilfreich kann manchmal ein Fieberthermometer sein. 

Unverzichtbar sind Sonnenschutz und Mittel gegen Insektenstiche. Denn nicht nur in tropischen Ländern, sondern auch in Skandinavien können Mücken zur Plage werden. Prof. Tomas Jelinek, Facharzt für Tropenmedizin und medizinischer Direktor am Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, empfiehlt eine niedrig dosierte Cortisoncreme: Sie hilft kurzfristig gegen Schwellungen und Entzündungen.

Ins Gepäck gehören daneben natürlich die Mittel, die man regelmäßig einnimmt. Das können Arzneimittel gegen Bluthochdruck, Herpes und Allergien, aber auch Schilddrüsenhormone und die Antibaby-Pille sein. „Soweit vorhanden, sollten auch immer der Allergiepass und der aktuelle Medikamentenplan mit“, sagt Löb. Für die Menge gilt: Von allem, was man regelmäßig braucht, besser mehr als zu wenig mitnehmen. Schon ein verspäteter Rückflug reicht aus, und die Reise verlängert sich unvorhergesehen. „Als Sicherheitsreserve etwa ein Drittel mehr von allem einpacken“, sagt Sellerberg.

Reiseapotheke hängt von der Art der Reise ab

Wer einen Wanderurlaub plant, sollte zusätzlich Blasenpflaster mitnehmen. Für einen Tauchurlaub empfiehlt Sellerberg Ohrentropfen. Sie sollen Entzündungen im Gehörgang durch verunreinigtes Wasser vorbeugen. Aktivurlauber auf Mountainbike- oder Klettertouren packen zusätzlich zur Grundausstattung weiteres Verbandmaterial wie sterile Wundkompressen, Einmalhandschuhe und eine Schere ein. Die Schere gehört aus Sicherheitsgründen nicht ins Handgepäck.

Achtung vor gefälschten Medikamenten aus dem Ausland

Bei Reisen in die Ferne kommt noch mehr auf die Packliste. „Für Fernreisen ist ein Antibiotikum, das gegen verschiedene Arten an Beschwerden hilft, oft sinnvoll“, sagt Jelinek. Für manche Zielorte außerhalb der EU sind außerdem spezielle Impfungen nötig, oder man sollte präventive Medikamente mitnehmen, wie bei Malaria. Welche medizinische Ausstattung für das jeweilige Zielland wichtig ist, wissen der Hausarzt oder ein Reisemediziner.

Alles, was man aus Deutschland mitnehmen kann, sollte auch eingepackt werden. In vielen Regionen der Welt ist die medizinische Versorgung schlechter, als man es gewohnt ist. Außerdem ist Achtung geboten: Laut der Weltgesundheitsorganisation sind rund zehn Prozent der weltweit im Umlauf befindlichen Medikamente gefälscht - und das oft so gut, dass man die Fälschung äußerlich nicht vom Original unterscheiden kann. Hinzu kommt ein weiteres Problem. „Im Ausland sind die Namen von Arzneimitteln und Wirkstoffen manchmal anders als in Deutschland“, sagt Sellerberg. Von vermeintlich günstigen Arzneien auf Wochenmärkten oder bei fliegenden Händlern sollte man daher besser die Finger lassen.

Bescheinigung für verschreibungspflichtige Medikamente besorgen

Welche Medikamente wichtig sind und wann diese bei einer Zeitverschiebung am Zielort eingenommen werden müssen, weiß der Hausarzt. Besonders Patienten mit chronischen Erkrankungen und verschreibungspflichtigen Medikamenten sollten sich dort beraten lassen. Wer zusätzlich bei der Zusammenstellung Beratung möchte, kann sich an eine Apotheke wenden. Dort klären sich auch weitere Fragen, etwa welche Darreichungsform für die Reisepläne am besten geeignet ist und wie Medikamente transportiert werden müssen.

Vorab sollte man sich dann noch über die Vorschriften für die Mitnahme von Medikamenten informieren. Das geht am besten bei der Botschaft des Ziellandes und der Fluggesellschaft. Einige Airlines verlangen für manche Arzneien ärztliche Bescheinigungen oder schriftliche Rezepte. Das gilt besonders für das Mitführen von Injektionsspritzen, starken Schmerz- und Betäubungsmitteln. „Am besten die Originalverpackung der Medikamente mitnehmen“, sagt Löb. So können bei der Sicherheitskontrolle Nachfragen geklärt und Missverständnisse vermieden werden. Transportiert wird die Reiseapotheke im Handgepäck. „Falls der Koffer auf dem Flug verloren geht, hat man trotzdem alles Wichtige dabei“, sagt Löb. Medikamente, die man jeden Tag braucht, gehören immer ins Handgepäck. Alles, was nicht unbedingt notwendig ist, kann im Koffer verstaut werden.


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