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DAUN, 07.06.2021 - 11:27 Uhr
Touristik

Welttag der Ozeane: Die Kanaren sind Vorreiter beim Schutz der Meere

Heimat für mehr als 500 außergewöhnliche Arten: Die Gewässer des Atlantiks rund um die Kanarischen Inseln gelten als eine der vielfältigsten und abwechslungsreichsten Meeresregionen überhaupt. Damit grenzt sich die Unterwasserwelt vor den Küsten des Archipels stark vom Rest Europas ab. Das liegt nicht nur an der legendären Weitsicht, die Taucher in der Gegend unter Wasser genießen, sondern vor allem an den zahlreichen, beeindruckenden Lebewesen, die sich in den Gewässern tummeln. Pünktlich zum Welttag der Ozeane am 8. Juni ist es an der Zeit, dieses aquatische Paradies zu würdigen.

Vor den kanarischen Ufern treffen nordatlantische und südliche Meeresströmungen auf die Küstengewässer des Archipels. Dabei vermischen sich die einzelnen Strömungen aufgrund der unterschiedlichen Temperaturen nicht miteinander. Diese Abgrenzung lässt sich als klare Linien auf der Wasseroberfläche erkennen, sorgt für einen einzigartigen, marinen Reichtum rund um die Kanaren und macht die Region zu einem der absoluten Hotspots für Taucher in Europa. Vor den Inseln La Palma, El Hierro und La Graciosa befinden sich insgesamt drei Meeresschutzgebiete, die im Hinblick auf ihren ökologischen Wert und ihre Bedeutung für die Nachhaltigkeit der Ozeane besonders behütet werden. Dabei beheimatet der Atlantik in dieser Region viele Arten, die für den funktionierenden Kreislauf des lokalen Ökosystems überlebenswichtig sind und die seit Jahrhunderten durch handwerkliche Kleinfischerei geschützt werden. Dazu zählen beispielsweise Schildkröten, Thunfische oder Haie. Die Wasserqualität ist darüber hinaus so gut, dass der Meerestreifen zwischen Teneriffa und La Gomera erst kürzlich offiziell von der World Cetacean Alliance (WCA) zum Walschutzgebiet gekürt wurde. Als eine von insgesamt nur drei solcher Schutzzonen weltweit gibt es hier immer ausreichend Nahrung und genügend Nährstoffe für große Walpopulationen.

Außergewöhnliche Artenvielfalt

Die internationale Organisation zum Schutz der Ozeane, Oceana, hat die Artenvielfalt der Meere der Kanarischen Inseln analysiert und im Zuge dessen mehr als 500 verschiedene Arten katalogisiert. Unter anderem Haie und Rochen fühlen sich in der Region besonders wohl, sogar der als ausgestorben betrachtete Norwegische Stechrochen wurde von Wissenschaftlern vor Fuerteventura gesichtet. Darüber hinaus schwimmen in den Gewässern viele äußerst seltene und teils spektakuläre Arten wie die weiße Krake, die Pyramidenmuschel oder der Granatbarsch. Letzterer kann bis zu 70 Jahren alt werden und gilt als bedroht, da er sein fortpflanzungsfähiges Alter erst nach rund 30 Jahren erreicht.

Für Taucher aus aller Welt sind die Kanarischen Inseln aufgrund ihrer reichhaltigen Gewässer ein Traumziel. Gemma Lago ist gebürtige Katalanin und arbeitet als Tauchlehrerin bei Pura Vida Lanzarote Diving. Sie zeigt sich begeistert von ihrem Arbeitsplatz: „Auf den Kanaren lässt sich der ganze Reichtum der europäischen Unterwasserwelt bestaunen, da hier das Wasser so klar ist wie nirgendwo sonst“, sagt sie, und ergänzt: „Außerdem befinden sich auf dem vulkanischen Meeresboden viele Höhlen und Schiffswracks, die man nach Herzenslust entdecken kann. Dabei sorgen die klare Sicht, die badefreundlichen Sandstrände und die wenigen Wellen dafür, dass das Tauchen hier wirklich einfach ist.“

Handwerkliche Kleinfischerei – der Umwelt zuliebe

Ein Grund, warum die Gewässer vor den Kanarischen Inseln bis heute so wunderbar vielfältig und intakt sind, ist die handwerkliche Kleinfischerei, die auf den Inseln eine lange Tradition hat und das Ökosystem im Gleichgewicht hält. „Der Ozean ist meine Familie“, erklärt Francisco Martin Acevedo, Fischer und Chef eines kleinen Anglergeschäfts auf Teneriffa. „Die Kleinfischerei liegt in den Genen der Kanarischen Inseln, weil sie die marine Umwelt schont und damit auch die Weltmeere schützt.“ Auf Gran Canaria haben Forscher Haken aus Knochen und kugelförmige Steine mit Rillen gefunden, die womöglich als Gewichte oder Senkblei zum Fischen verwendet wurden und den Einheimischen schon vor unzähligen Jahren als Anglerwerkzeug dienten. Bis heute hat sich die altehrwürdige Art der Fischerei auf dem Archipel kaum verändert. Die Fischer setzen nicht auf technologische Innovationen, sondern praktizieren den Fischfang wie ihre Vorfahren. Dabei bleiben sie stets nah an der Küste, um die Meeresbewohner so wenig wie möglich zu stören. "Wir sind uns sehr bewusst, dass man sich um die Ozeane kümmern muss, denn wir wissen, dass das Wasser immer dasselbe ist und mit den Strömungen nur seinen Platz wechselt. Das Meer kehrt immer zurück, und deswegen respektieren wir es", betont Francisco Martín Acevedo.

Weitere Informationen zu den Kanarischen Inseln unter: www.hallokanarischeinseln.com


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Juli 2021 / No 86

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