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DAUN, 25.03.2020 - 08:50 Uhr
Wirtschaft

DsiN-Tipps: Falschmeldungen erkennen und richtig handeln

Die Verbreitung von COVID-19 hat innerhalb weniger Wochen zu einem Anstieg von bewussten Falschmeldungen im Netz geführt. Es geht um SMS, Messenger und Mails, aber auch um manipulierte Bilder und Sprachbotschaften. Der Inhalt zielt meist auf angeblich exklusive Informationen zum Coronavirus, die beunruhigen oder verunsichern.     

Supermarktschließungen und Medikamentenkrise: Wie sich Falschmeldungen verbreiten     

Aktuelle Falschmeldungen zum Coronavirus adressieren in der Regel das gesteigerte Informationsbedürfnis der Menschen und schüren Ängste und Emotionen zu Themen, die im Lebensalltag der Menschen eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören Tipps zur Gesundheit sowie den Bedarfen des täglichen Lebens wie Einkaufen, Schule und Reisen. Oftmals reagieren Verbraucher verunsichert und leiten Nachrichten weiter. Durch die Weiterleitungen können sich Falschmeldungen binnen weniger Stunden im ganzen Land verbreiten.

„Ganz wichtig, Menschenverstand einschalten“, so Dr. Michael Littger vom Verein Deutschland sicher im Netz, „Gerade bei vermeintlich exklusiven Meldungen, die nur über soziale Netzwerke, Nischenportale oder SMS verbreitet werden, ist Vorsicht geboten. Wenn die Herkunft der Meldung außerdem diffus bleibt, spricht vieles für einen Hoax, also eine Falschnachricht. Verbraucher sollten derartige Meldungen nicht weiter verbreiten. Echte Meldungen werden hingegen meist von seriösen Nachrichtenportalen aufgegriffen, mit einem klaren Hinweis auf ihre Herkunft.“

Für eine Überprüfung von aktuellen Meldungen empfiehlt DsiN daher eine Recherche insbesondere bei öffentlichen Stellen und Einrichtungen sowie auch über etablierte Nachrichtenportale. So erfasst das Robert Koch Institut kontinuierlich die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus. Auch die World Health Organization und die Gesundheitsämter liefern aktuelle Informationen.          

Die nachfolgenden DsiN-Tipps zum Umgang mit Falschmeldungen helfen in der aktuellen Situation:

Falschmeldungen erkennen – Diese Kriterien deuten auf Unwahrheiten hin:    

  1. Informationen sind vage und unvollständig: Oft fehlen bei Falschmeldungen wichtige Details wie Namen und Orte und es wird auf Formulierungen wie „ein Arzt“, „ein Onkel aus China“ oder „In einem Dorf in Italien“ ausgewichen.  
  2. Keine Angaben zu Quellen: Bei den so genannten „Fake News“ bleibt die Herkunft einer Nachricht oft im Unklaren. Stattdessen wird ganz allgemein auf einen Mitarbeiter oder unveröffentlichte Berichte verwiesen.  
  3. Falsche Angaben zu Quellen: Auch Verweise auf Behörden, Institute oder Nachrichtenportale können auf falsche Meldungen hindeuten, wenn die betreffende Organisation selbst solche Informationen gar nicht bereit hält.  
  4. Zweifelhafte Echtheit von Zitaten: Zitate vermitteln zwar den Eindruck von Authentizität. Auch hier aber gilt: Äußert sich die Person selbst nicht auch auf anderen Kanälen in diesem Sinne, sind Zweifel angebracht.  
  5. Keine Datumsangabe bei Meldungen: Seriöse Meldungen achten auf die Angabe von Zeiten bei der Berichterstattung. Sind diese gar nicht oder nur beiläufig enthalten, könnte dies für eine erfundene Meldung sprechen.  
  6. Unausgewogene Meldungen: Falsche Meldungen wollen meist eine emotionale Wirkung erzielen und sind daher durch Einseitigkeit geprägt. Hier ist Vorsicht geboten, da eine unredliche Beeinflussung nahe liegt.

Was tun, wenn ich eine Falschmeldung entdeckt oder einen Verdacht habe?

  1. Bekannte Nachrichtenanbieter nutzen: Prüfen Sie Nachrichten im Zweifel durch die Informationen auf Newskanälen und etablierten Nachrichtenportalen, die allgemein als vertrauenswürdig bekannt sind.
  2. Vorsicht vor dem Weiterleiten: Leiten Sie Meldungen bei Zweifeln am Wahrheitsgehalt nicht an Freunde und Bekannte weiter oder machen Sie wenigstens auf Ihre Zweifel aufmerksam, um davor zu warnen.
  3. Inhalte bei Plattformen melden: Große Internetplattformen wie Facebook, Google und andere Dienste bieten die Möglichkeit, falsche Inhalte zu melden. Machen Sie davon Gebrauch; Anleitung gibt unter anderem stopfake.org.
  4. Betroffenen von Falschmeldungen helfen: Machen Sie betroffene Personen oder Einrichtungen darauf aufmerksam, wenn sie in einer Falschmeldung zitiert werden, damit diese darauf reagieren können.
  5. Schutz vor Virenprogramm: Falschmeldungen werden teilweise auch als Vehikel von Schadsoftware verwendet; daher sollte bei diesen Nachrichten stets auf das Öffnen von Anhängen verzichtet werden.

Weitere Informationen zum Umgang mit Falschmeldungen, besonders in den Sozialen Medien, finden Sie auf der Seite sicher-im-netz.de/falschnachrichten-desinformation


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