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DAUN, 05.02.2020 - 15:33 Uhr
Wirtschaft

Fachkräftemangel: Wo der Engpass am größten ist

Von Alexander Burstedde / Susanne Seyda

Mitte 2019 waren 79 Prozent der offenen Stellen in Deutschland in Engpassberufen ausgeschrieben. Diese Quote zeigt, dass Unternehmen immer häufiger Mitarbeiter suchen, die einen Engpassberuf gelernt haben. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem Bewerbermarkt, auf dem sich die Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen können. Früher war das anders: 2010 betrug die sogenannte Engpassquote deutschlandweit noch 25 Prozent. Fünf Jahre später waren es bereits 48 Prozent. Im vergangenen Jahr hat sie ihren Höchststand erreicht.

Süden Deutschlands sucht händeringend

Besonders deutlich spüren diese Entwicklung Baden-Württemberg und Bayern. Die Region um Schwäbisch Hall / Tauberbischofsheim verzeichnet mit einer Engpassquote von 93 Prozent den höchsten Wert in der ganzen Bundesrepublik. Im Osten des Landes war die Lage über viele Jahre hinweg entspannter, doch auch hier wird der Fachkräftemangel zunehmend zu einem Problem. Die geringsten Engpässe weist unterdessen die Hauptstadt auf: Im Berliner Süden beträgt die Engpassquote lediglich 35 Prozent. Doch nicht nur regional gibt es große Unterschiede, sondern auch nach Berufen: Bei Spezialisten in Gesundheitsberufen, zu denen etwa Fachkrankenpfleger und Physiotherapeuten gehören, liegt die Engpassquote in 152 von 156 untersuchten Regionen bei über 90 Prozent. Sucht ein Unternehmen hingegen Bürokaufleute, wird es in der Regel schnell fündig: Die Engpassquote liegt in den meisten Regionen unter 30 Prozent.

Employer Branding wichtiger denn je

Um trotzdem Fachkräfte für das eigene Unternehmen gewinnen zu können, müssen Betriebe eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen. Wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann das Arbeitsklima verbessern und glaubwürdiger auf dem Arbeitsmarkt auftreten. Eine passgenaue Ansprache verschiedener Zielgruppen ist besonders wichtig. „Einer Pflegekraft ist es wichtig, an der Schichtplanung beteiligt zu sein. Für einen Softwareentwickler hingegen spielt das keine Rolle. Er möchte eher Arbeitszeit- und Ort variieren“, sagt Studienautor Alexander Burstedde. Auch der Blick auf den überregionalen Arbeitsmarkt kann sich lohnen, denn in vielen Berufen liegen nur regionale Engpässe vor.

 


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