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DAUN, 21.03.2018 - 15:34 Uhr
Wirtschaft

Glänzendes Geschäft? - Wie Anleger in Gold investieren sollten

(dpa/tmn) - Gold sieht meist nicht nur glänzend aus, es wird auch schon seit langem als Zahlungsmittel akzeptiert. Kein Wunder also, dass viele Anleger auf das Edelmetall setzen. Ein wichtiger Vorteil: Selbst bei einer schweren Wirtschaftskrise würde Gold vermutlich nie ganz wertlos - anders als möglicherweise Bargeld.

Dennoch gilt: Alles an Geld in Gold anzulegen, ist riskant. Rendite machen Anleger nur über den Preis, und dessen Entwicklung gleicht einem ständigen Auf und Ab. „Insofern ist Gold eine spekulative Geldanlage“, betont Max Schmutzer von der Stiftung Warentest.

Gold wird in der Regel in US-Dollar gehandelt. „Vom Jahr 2000 an bis 2011 ist der Goldkurs von circa 300 auf über 1900 US-Dollar je Unze gestiegen“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ab 2011 hat der Goldkurs dann in kurzer Zeit ein knappes Drittel seines Wertes verloren. 2017 schwankte er im Bereich von 1200 bis 1350 US-Dollar je Unze.

Wie die Entwicklung in diesem Jahr ausfallen wird, kann niemand seriös vorhersagen. „Das hängt von unterschiedlichen und schwer vorhersehbaren Faktoren ab“, erklärt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. Eine Rolle spielt etwa die Nachfrage nach physischem Gold, zum Beispiel für Schmuck oder Produkte, bei denen Gold verwendet wird. Hinzu kommt, ob und wenn ja wie viel Gold gefunden wird und wie hoch die Schürfmenge ist.

Ebenfalls bedeutsam sind Nachfrage und Angebot von Gold durch die Notenbanken weltweit. „Auch die niedrigen Zinsen nennen Experten immer wieder als Preistreiber für Gold, da der Nachteil, dass Gold keine Zinsen abwirft, damit an Bedeutung verliert“, erläutert Schmutzer. Aber wie hoch die Zinsen in fünf oder zehn Jahren sein werden, kann niemand prognostizieren.

Wer Gold kaufen möchte, sollte dies als Beimischung sehen und maximal fünf bis zehn Prozent seines Geldes investieren. Käufer sollten bedenken, dass Gold keine regelmäßigen Erträge bringt. „Eine Rendite erzielen sie nur aus einem steigenden Goldpreis“, betont Beller.

Doch dabei sind selbst bei sehr langen Anlagezeiträumen keine Wunder zu erwarten, wie eine Studie von Wissenschaftlern der London Business School und Experten der Schweizer Bank Credit Suisse zeigt. Gold brachte demnach seit dem Jahr 1900 gerade einmal 0,7 Prozent jährlich.

Diejenigen, die die Anlage langfristig planen, haben immerhin die Möglichkeit, schlechte Phasen auszusitzen. „Wer hingegen kurzfristig auf eine Rendite hofft, muss im Zweifel mit Verlust verkaufen, falls der Goldkurs in die falsche Richtung geht und Geld benötigt wird“, sagt Scherfling.

Zusätzlich zu den Schwankungen des Goldpreises kommt das Währungsrisiko hinzu. „Letztlich spekulieren Anleger, die Gold kaufen, auf einen steigenden Goldkurs und einen stärker werdenden Dollar“, erläutert Scherfling. Aber es kann auch anders laufen: „Wenn der Euro gegenüber dem Dollar zulegt, verliert das Gold-Investment deutscher Anleger an Wert“, so Schmutzer. Somit sollte auch das Währungsrisiko für Anleger ein Argument sein, nicht zu einseitig auf das Edelmetall zu setzen.

In Gold kann auf unterschiedliche Weise investiert werden. „Viele Goldliebhaber bevorzugen physisches Gold, das sie auch anfassen können - also Münzen oder Barren“, sagt Beller. Sie rät, keine zu kleinen Stückelungen zu kaufen. Denn für kleine Barren und kleine Münzen sind nach Angaben der Bankenexpertin die Herstellungskosten und damit die Preise verhältnismäßig höher. „Zu empfehlen sind eher handelsübliche Goldmünzen wie beispielsweise amerikanische Eagle, kanadischer Maple Leaf oder englische Britannia.“ Wer Münzen oder Barren kauft, sollte auch an die sichere Aufbewahrung denken - und an die Kosten zum Beispiel für ein versicherten Banksafe.

Auch eine Aufbewahrung der Goldbarren oder -münzen in einem Safe zu Hause ist möglich. „Dann sollte man aber prüfen, ob und in welcher Höhe das Gold im Rahmen der Hausratversicherung abgesichert ist“, rät Scherfling.

Goldbarren mit einem Feingoldgehalt von 99,99 Prozent oder gängige Anlagemünzen lassen sich laut Schmutzer schnell und problemlos zu Geld machen. Anlaufstellen sind der Münzhandel und auch einige Kreditinstitute. „Hat ein Anleger Münzen oder Barren erworben und verkauft er die Edelmetall-Stücke nach mindestens einem Jahr wieder mit Gewinn, dann muss er diesen Gewinn nicht versteuern.“

Neben Barren und Münzen gibt es auch Finanzprodukte mit dem Schwerpunkt Gold. Das können Investmentfonds, Aktien, Zertifikate oder ETF-Fonds sein. Eine weitere Möglichkeit sind Goldsparpläne. „Jeder Anleger sollte sich im Vorfeld genau über die Vor- und Nachteile der einzelnen Formen informieren, um nicht ungewollt Risiken einzugehen oder überteuerte Produkte zu kaufen“, rät Scherfling. Erst dann ist die Zeit reif für eine Entscheidung.


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Mai 2018 / No 48

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