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DAUN, 12.03.2019 - 16:07 Uhr
Wirtschaft

Lehrer-Umfrage: Schulen hinken bei Digitalisierung hinterher

(dpa) - In deutschen Klassenzimmern besteht nach Ansicht der Lehrer weiterführender Schulen Verbesserungsbedarf. Laut einer Umfrage des IT-Verbands Bitkom sind nahezu alle Befragten (95 Prozent) der Ansicht, dass die Schulen in Deutschland bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich hinterherhinken. Die technischen Voraussetzungen ihrer eigenen Schule bewerten die Lehrer auf einer Notenskala demnach mit gerade noch mit „befriedigend“ (3,3).

Dabei schneidet die Geschwindigkeit der Internetverbindung mit 2,9 noch am besten ab, gefolgt von der Aktualität der Endgeräte (3,2). Nur noch auf ein „ausreichend“ kommen dagegen die Schnelligkeit bei der Behebung technischer Probleme (3,7) oder die Anzahl der Endgeräte in Relation zur Schülerzahl (3,9). Für die repräsentative Umfrage wurden mehr als 500 Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I befragt.

Derzeit wird der zwischen Bund und Ländern ausgehandelte Digitalpakt auf den Weg gebracht. Fünf Milliarden Euro sollen dabei vom Bund für die digitale Ausstattung der Schulen fließen, obwohl dieser für Bildung nicht zuständig ist. Nahezu alle befragten Lehrer (93 Prozent) sind der Meinung, dass diese angekündigten Mittel nicht ausreichen.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) gab an, dass sie gerne häufiger digitale Technik einsetzen würden. Allerdings scheitern sie an fehlenden Geräten (58 Prozent), an fehlenden pädagogischen Konzepten (13 Prozent) oder an ihren eigenen Digital-Kenntnissen (12 Prozent). 36 Prozent fürchten zudem, dass die Technik im Unterricht versagen könnte. Generell spiele Fortbildung für die Lehrer eine wichtige Rolle. Eine konkrete Weiterbildung für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht wünschten sich 85 Prozent.

„Die meisten Schulen verfügen nur über eine digitale Grundausstattung“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Dienstag. „Geräte wie Beamer, Whiteboards oder Tablets gibt es lediglich als Einzelgeräte oder in speziellen Fachräumen. Dabei sollten sie in allen Unterrichtsräumen Standard sein.“ Laut der Umfrage werden Tablets von 3 Prozent der Befragten täglich eingesetzt, von 14 Prozent regelmäßig und von 19 Prozent nur in Ausnahmefällen.

Insgesamt bewerteten die Lehrer den Einsatz digitaler Technologien im Unterricht allerdings zwiespältig: Sie sehen sowohl klare Vorteile, als auch deutliche Nachteile. So glaubt ein Großteil der Befragten dass die Schülerinnen und Schüler motivierter sind (88 Prozent) und dass Inhalte und Zusammenhänge anschaulicher dargestellt und vermittelt werden (87 Prozent). Etwas mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass Schüler auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereitet werden.

Andererseits sind 86 Prozent der Ansicht, dass die digitalen Hilfsmittel negative Auswirkungen auf die Schreibfertigkeit der jungen Menschen hat. Zudem glauben mehr als drei Viertel (77 Prozent), dass die Schüler dazu verleitet werden, einfach Informationen aus dem Netz zu kopieren. Knapp die Hälfte (46 Prozent) fürchtet eine stärkere Überwachung des Unterrichts.

Die Studie zeige eindrücklich, „dass sich der Großteil unserer Schulen weiterhin in der Kreidezeit befindet“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Margit Stumpp. „Die befragten Lehrerinnen und Lehrer stellen ihren Schulen im besten Fall ein mittelmäßiges Digital-Zeugnis aus.“ Der Digitalpakt könne nur ein Anfang sein. Stumpp forderte „dringend mehr Kooperation zwischen Bund, Ländern und Kommunen.“


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