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DAUN, 01.03.2016 - 12:34 Uhr
Wirtschaft

Stromkosten im Griff: Regelmäßig Zähler und Abrechnungen prüfen

(dpa/tmn) - Rund 90 Prozent der deutschen Haushalte erhalten ihre Stromrechnung nur einmal im Jahr. Darauf macht die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aufmerksam. Zugleich verweist sie auf Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes, wonach die Versorger verpflichtet seien, ihren Kunden aktiv mehr als einmal im Jahr eine genaue Kostenaufstellung anzubieten. Bislang macht dies nach Angaben der Verbraucherschützer jedoch nur rund ein Drittel der Anbieter.

Stromkunden könnten halbjährig, vierteljährig oder sogar monatlich eine Abrechnung anfordern, erklärt Verbraucherschützerin Elke Dünnhoff. Der Vorteil: Eine genauere Kontrolle des Verbrauches und somit der Kosten wird dadurch häufig möglich. Der Nachteil: Die Anbieter dürfen für diesen Service eine Gebühr erheben - diese liegt nach Untersuchungen der Verbraucherzentrale bei 5 bis 25 Euro pro Rechnung. „Die Preisspanne ist groß. Da stellt sich die Frage, warum einige Anbieter den Zusatzservice so teuer anbieten“, sagt Dünnhoff.

Aus Stromabrechnungen lassen sich die Angaben zum Beispiel zu Verbrauch und Preis außerdem nicht immer einfach herauslesen. Viele Verbraucher haben damit Probleme, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale ergeben hat.

Demnach konnte rund ein Drittel der Befragten den Preis pro Kilowattstunde schwer oder gar nicht in der Abrechnung finden. Etwa 16 Prozent hatten Probleme, die Entwicklung ihres Stromverbrauchs zu erkennen. Und auch Angaben zu den Kündigungsfristen konnte knapp die Hälfte nicht oder nur schwer aus der Abrechnung herauslesen.

Aus Sicht der Verbraucherschützer sind transparente Abrechnungen eine Grundlage, um die Stromkosten zu kontrollieren, zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln. Wer die Kostenübersicht nicht versteht, sollte sich an einen unabhängigen Experten wenden, zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen.

Wer seine Stromkosten unter Kontrolle halten will, sollte zusätzlich regelmäßig den Zählerstand ablesen, rät Dünnhoff. Auf diese Weise fallen Veränderungen im Verbrauch schneller auf - zum Beispiel nach dem Kauf eines neuen Haushaltsgerätes. So könnten Verbraucher frühzeitig gegensteuern und hohe Nachzahlungen bei der Jahresrechnung vermeiden. Wer keinen freien Zugang zu seinem Stromzähler hat, sollte sich an seinen Vermieter, die Verwaltung oder den Hausmeister wenden.

Fordert der Stromanbieter eine Nachzahlung, sollten Verbraucher sofort reagieren und sich an den Anwender wenden. Das sei wichtig, denn bei ausstehenden Beträgen von mehr als 100 Euro sei der Anbieter berechtigt, gegebenenfalls den Strom abzustellen, erklärt die Verbraucherschützerin. Nach ihren Angaben ist dies bei mehr als

300 000 Haushalten pro Jahr der Fall. Bei Ärger mit dem Stromanbieter kann außerdem die Schlichtungsstelle Energie weiterhelfen.  

 

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im November 2015 insgesamt 1.539 repräsentativ ausgewählte Menschen befragt. Zusätzlich wertete die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in einer Stichprobe 30 Stromrechnungen mit Blick auf verbraucherrelevante Angaben aus.


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