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DAUN, 29.12.2021 - 09:46 Uhr
Wirtschaft

Verbraucher:innen schauen optimistischer in die Zukunft

(ots) Knapp zwei Jahre Corona-Pandemie haben tiefe Spuren im Konsumverhalten der Menschen hinterlassen: Die Hälfte der Bundesbürger:innen blickt zwar optimistisch nach vorne, achtet aber verstärkt auf den Preis und nachhaltigen Konsum. Für den Bedarfskauf wählen die Verbraucher:innen hierzulande immer häufiger das Smartphone, während die Innenstadt als Erlebnisort und für die Kombination aus Shopping und Freizeitgestaltung relevant bleibt.

Zu diesen Ergebnissen kommt der halbjährlich erscheinende Global Consumer Insights Pulse Survey. Für die Erhebung hat PwC 9.370 Konsument:innen in 26 Ländern zu ihrem Konsumverhalten befragt, darunter 500 Menschen in Deutschland.

Die Deutschen sind optimistisch, aber sparsam

50 Prozent der deutschen Konsument:innen blicken optimistisch in die Zukunft. Dabei zeigen sich jedoch große Unterschiede je nach Impfstatus: "Impfen macht optimistisch. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der bereits gegen Corona Geimpften bezeichnen sich als zuversichtlich. Bei den Ungeimpften kann das nur ein gutes Drittel (35 Prozent) von sich behaupten," kommentiert Dr. Christian Wulff, Leiter des Bereichs Handel und Konsumgüter bei PwC Deutschland. Zum Umfragezeitpunkt waren 66 Prozent der Befragten vollständig geimpft.

"Die Pandemie hat die Art und Weise, wie und wo wir einkaufen stark beeinflusst. Während sich der Shift zu den Online-Kanälen verfestigt, wächst das Bewusstsein der Verbraucher:innen für Nachhaltigkeit und den Preis, vielleicht auch aus wirtschaftlicher Notwendigkeit", so Wulff weiter. Angesichts der steigenden Inflation in den vergangenen Monaten achten die Konsument:innen - egal ob geimpft oder ungeimpft - verstärkt auf den Preis (52 Prozent) und versuchen zu sparen (47 Prozent). Insbesondere für Reisen, alkoholische Getränke, Onlineveranstaltungen oder Kunst-, Kultur- und Sport-Events wollen viele in den nächsten sechs Monaten weniger ausgeben.

Der Online-Shift verfestigt sich

Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie konnte der Internethandel stark profitieren: Dieser "Online-Shift" hat sich mittlerweile auf hohem Niveau stabilisiert. Das Smartphone konnte seinen Vorsprung als beliebtestes Endgerät für das Onlineshopping ausbauen: Gut jede:r Dritte (35 Prozent) kauft mindestens wöchentlich per Smartphone ein. Im Frühjahr 2021 lag dieser Anteil noch bei 31 Prozent, im November 2020 bei 23 Prozent.

Über alle Produktgruppen hinweg bleibt der Anteil der Onlinekäufe relativ konstant. Besonders häufig shoppen die Deutschen Kleidung, Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte im Onlinehandel. Im Bereich Fashion geben 86 Prozent der Befragten an, in den vergangenen sechs Monaten exklusiv, mehr oder gleichviel in Onlineshops gekauft zu haben als über andere Kanäle. Im Bereich Elektronik sind es 79 Prozent, bei Haushaltsgeräten 70 Prozent.

Aber auch der Anteil der Konsument:innen, die mindestens einmal pro Woche im stationären Geschäft einkaufen, ist in den letzten Monaten wieder angestiegen: Immerhin knapp jede:r Zweite (48 Prozent) shoppt wieder wöchentlich im stationären Handel. Vor einem Jahr lag dieser Wert lediglich bei 35 Prozent.

Die Innenstädte können als Erlebnisorte punkten

Das veränderte Konsumverhalten und insbesondere der Onlineboom gehen zulasten der Innenstädte: Weniger als die Hälfte (41 Prozent) der Konsument:innen sehen die City als Ort für ihren Bedarfskauf. Die Innenstädte müssen demnach mehr bieten als Konsum und Shopping: "Was die Menschen in die Innenstädte lockt, sind Erlebnisse: Die Kombination von Shopping und Freizeitgestaltung, die Aussicht auf eine gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie oder die Suche nach Inspiration.", so die Einschätzung von Stephanie Rumpff, Consumer Markets-Expertin bei PwC Deutschland und Co-Autorin der Studie.

Nachhaltigkeit umfasst mehr als das Thema Umwelt

Bei der Kaufentscheidung der Verbraucher:innen spielt außer den Faktoren Preis und Kanal auch Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Und Nachhaltigkeit bedeutet für die Verbraucher:innen längst nicht mehr nur Umweltschutz - auch das soziale Engagement und die Unternehmenswerte der Händler und Marken geraten zunehmend in den Fokus der Käuferaufmerksamkeit.

(Online-)Shopper achten beim Einkaufen nicht mehr nur auf die "Basics" wie gute Angebote, eine schnelle Lieferung oder Abholmöglichkeit, sondern vermehrt auf weitere Aspekte aus dem Bereich Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG): Dazu zählen insbesondere die bewusste Entscheidung für lokale Händler (46 %), die Wahl umweltfreundlicher und nachhaltiger Produkte (32 %) oder der Blick auf das soziale Engagement der Händler (33 %).

"Händler und Marken können mit ESG-Faktoren bei den Kund:innen punkten. Vor allem die nachverfolgbare Herkunft von Produkten ist vielen Befragten wichtig. Aber auch das Wohlergehen der Mitarbeiter:innen und nachweislich gelebte Unternehmenswerte spielen für die Verbraucher:innen eine zentrale Rolle bei der Kaufentscheidung", resümiert Christian Wulff.

Guter Datenschutz sorgt für Vertrauen

"Händler und Marken stärken und festigen das Vertrauen und die Loyalität ihrer Kund:innen, wenn sie auf eine stimmige Customer Experience setzen. Das können beispielsweise einfache Wiederkäufe sein oder ein außergewöhnlicher Kundenservice", so die Empfehlung von Christian Wulff.

Dabei muss der Handel aber bestimmte Spielregeln beachten: Die Konsument:innen legen großen Wert darauf, dass ihre persönlichen Daten geschützt werden. In diesem Kontext interessant: Nur gut rund 39 Prozent lehnen grundsätzlich ab, dass ihre Daten geteilt oder an Dritte verkauft werden. Umgekehrt sind rund 40% der Befragten bereit ihre Daten mit Unternehmen, denen sie vertrauen, zu teilen. "Zum Vertrauen zählt dabei auch, dass die Händler durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass der Datenschutz nicht durch Cyberattacken gefährdet wird", so Einschätzung von Christian Wulff.


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